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Doxycyclin Borreliose Wann Besserung?

Doxycyclin Borreliose Wann Besserung
Lyme-Arthritis – Über Monate bis Jahre kommt es in der Regel auch zur Spontanremission der Lymearthritis. Dennoch ist eine Antibiotikatherapie indiziert um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Eine orale Therapie mit Tetrazyklinen über vier Wochen kann effektiv sein.

Woher weiß man ob Borreliose geheilt ist?

Borreliose: Therapie und Heilungschancen nach Zeckenstich Hinterlässt eine Borrelien-Infektion eine lebenslange Immunität? Wie kann ein Arzt sicher die Diagnose stellen? Und wie lang sollte eine Antibiotika-Therapie dauern? Zwei Borreliose-Experten geben Antworten auf die wichtigsten Fragen. Doxycyclin Borreliose Wann Besserung Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus): Die Zecke überträgt Bakterien, die unterschiedlichste Symptome auslösen können Foto: STEGER/ AP Nicht immer sind Zecken Schuld, wenn die Haut gerötet ist, das Knie anschwillt oder ist. Trotzdem sollte jeder Betroffene nach einem Zeckenstich besonders aufmerksam sein.

  1. Die -Experten Volker Fingerle vom Nationalen Referenzzentrum für Borrelien in Oberschleißheim und Hans-Walter Pfister von der Neurologischen Klinik am Klinikum Großhadern (LMU München) räumen mit den häufigsten Irrtümern auf.
  2. Wenn man einmal Borreliose hatte, ist man immun dagegen.
  3. Gegen Borrelien entwickelt sich laut Fingerle keine zuverlässige Immunität.

Man kann sich mehrfach infizieren und auch mehrere Erkrankungsstadien gleichzeitig haben. Sind nach einer zwei- bis vierwöchigen Antibiotikatherapie die Symptome weiterhin vorhanden, muss länger mit Antibiotika behandelt werden. «Nein, dann sollte die Diagnose in Frage gestellt werden und man sollte auch nach anderen Erklärungen suchen.

  1. Gegebenenfalls kann man eine erneute Therapie beginnen – nach Sicherung der Diagnose – und ein anderes Antibiotikum einsetzen», so Fingerle.
  2. Wenn jemand einen Zeckenstich hatte und in den Tagen danach grippeartige Symptome aufgetreten sind, muss unbedingt mit Antibiotika behandelt werden.
  3. Grippeartige Symptome wie Abgeschlagenheit und Fieber sind keine charakteristischen Beschwerden.

Tritt auch eine Bronchitis auf, dann spricht das für einen grippalen Infekt», sagt Fingerle. Sie tritt aber nur in etwa 70 bis 90 Prozent der Fälle auf. Ist sie zu sehen, kann gleich mit Antibiotika behandelt werden. Ansonsten kann man gegebenenfalls eine Antikörperuntersuchung durchführen und den Verlauf verfolgen.» Laut dem Neurologen Hans-Walter Pfister sehen die Leitlinien nach einem Zeckenstich weder eine routinemäßige Antibiotikavorbeugung noch eine routinemäßige Blutabnahme vor: «Wichtig ist, die Patienten gut zu beraten und ihnen zu sagen, auf welche möglichen Symptome sie in den folgenden Wochen achten müssen.

Bei Auftreten entsprechender Symptome wie etwa der Wanderröte oder Nervenwurzelschmerzen müssen sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.» Ein positiver Borrelien-Antikörper-Test sagt eindeutig, dass es sich um eine Borrelienerkrankung handelt. «Streng genommen, sagt ein positiver Antikörper-Test nur, dass irgendwann in der Vergangenheit eine Borrelieninfektion abgelaufen sein muss.

Es ist damit nur der erfolgte Kontakt mit Borrelien, aber nicht der Zeitpunkt feststellbar. Ein positiver Antikörpertest belegt noch keine Borrelien-Erkrankung», sagt Pfister. Die Neuroborreliose ist nur schwer von anderen Erkrankungen abgrenzbar. «Das stimmt nicht», sagt Pfister.

«Wir untersuchen das Nervenwasser und können damit feststellen, ob eine Entzündung vorliegt. Die Bestimmung der Borrelien-Antikörper und der Vergleich der Antikörper in Blut und Nervenwasser erlaubt dann eine eindeutige Diagnose.» Ist der Antikörper-Test nach der Behandlung mit Antibiotika positiv, ist eine erneute Antibiotikatherapie notwendig.

Fingerles eindeutige Antwort: «Nein. Durch das Antibiotikum werden die Borrelien abgetötet und die Bestandteile der Borrelien, die jetzt frei werden, stimulieren die Antikörper-produzierenden Zellen und sorgen dafür, dass der Antikörpertest positiv ausfällt.

  • Die Werte können dann sogar noch ansteigen.
  • Patienten, deren Immunantwort sehr stark ausfällt, haben oftmals noch Jahrzehnte später einen positiven Antikörpertest.
  • Das kann allerdings auch zum Problem werden, weil bei akuten Symptomen unklar ist, ob der erhöhte Antikörperspiegel die Folge einer erneuten Borrelieninfektion ist.» Wenn jemand Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Muskel- und Gelenkschmerzen und einen positiven Borrelien-Antikörper-Test hat, ist dies durch eine chronische Borreliose bedingt.

«Man kann von diesen Symptomen keine chronische Borreliose ableiten. Es gibt drei gesicherte chronische Borrelien-Erkrankungen: die Lyme-Arthritis, die Neuroborreliose und die Acrodermatitis. Daneben wird seit mehreren Jahren von einigen wenigen Ärzten bei Patienten, die die oben genannten unspezifischen Symptome zeigen, die Diagnose «chronische Borreliose» gestellt.

Was ist wenn Antibiotika bei Borreliose nicht wirkt?

Eine Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, je nach Beschwerden über 2 bis 3 Wochen. Meist heilt sie folgenlos aus. Es kann jedoch passieren, dass eine erste Antibiotikabehandlung nicht ausreichend wirkt. Dann kann es nötig sein, auf ein anderes Antibiotikum zu wechseln.

Wie lange dauert es Wanderröte mit Antibiotikum I behandeln?

Spätphase – Erkrankte Personen, die im Frühstadium nicht oder nicht richtig behandelt wurden, können längerfristig an Symptomen leiden. Das klassische Krankheitsbild des Spätstadiums sind bleibende Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans).

  • Sie beginnen meist an den Beinen und führen zu bläulich-roten Verfärbungen sowie zu dünner und rissiger Haut an diesen Stellen.
  • Auch die Gelenk- und die des frühen Stadiums können in seltenen Fällen über lange Zeit anhalten.
  • Insbesondere eine neurologische Spätmanifestation gilt es zu vermeiden.
  • Borreliose wird durch eine Infektion mit bestimmten Bakterien (Borrelien) verursacht, die durch übertragen werden.

Borrelien vermehren sich in vielen Tieren in freier Wildbahn wie auch in Haus- und Nutztieren. Die blutsaugenden Zecken nehmen die Bakterien während der Blutmahlzeit in sich auf und verbreiten sie auf demselben Weg auch weiter. Die Durchseuchung der Zecken mit Borrelien unterscheidet sich je nach Region, eine Infektion mit Borrelien kann jedoch in ganz Deutschland auftreten.

  • In Deutschland treten jährlich 26–41 Fälle auf 100.000 Personen auf.
  • Nach einem Zeckenstich lassen sich bei 2,6–5,6 % der Betroffenen Antikörper gegen Borrelien im Blut nachweisen. Nur ein kleiner Teil dieser Infizierten erkrankt. Insgesamt ist bei 0,3–1,4 % der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.
  • Das heißt, bei 100 Personen mit Zeckenstich kommt es bei gerundet bis zu 5 Personen (5/100 =5 %) zu einem Kontakt mit Borrelien und zur Bildung von Antikörpern.
  • Bei nur rund 1 Person kommt es zu Krankheitssymptomen (1 %).
  • Mindestens 95 Personen (95 %) erleben den Zeckenstich ohne jegliche Folgen.
  • Bei einem ist es wichtig, die Zecke schnell von der Haut zu entfernen (s.u.).
  • Beobachten Sie die Einstichstelle über die nächsten 6 Wochen und suchen Sie ärztlichen Rat, wenn sich eine Rötung bildet, die den Kriterien einer Wanderröte entspricht. Auch Symptome wie Gelenkschmerzen und Zeichen einer sollten abgeklärt werden.
  • Einer Borreliose liegt immer ein Zeckenstich zugrunde, nicht immer ist ein solcher aber erinnerlich, vor allem wenn er an einer schwer einsehbaren Stelle lag.
  • Bei einer typischen Wanderröte sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich.
  • Wenn aufgrund anderer Symptome der Verdacht auf Borreliose besteht, sollte eine Blutuntersuchung auf Antikörper erfolgen bzw. bei Verdacht auf eine Neuroborreliose zusätzlich eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor). Nach 6–8 Wochen ist so gut wie bei allen Erkrankten eine Antikörperreaktion nachweisbar.
  • Diese Antikörper können viele Jahre im Blut und ggf. im Liquor nachweisbar bleiben und eignen sich nicht, den Erfolg der Therapie zu bewerten. Hinzu kommt, dass bis zu 25 % aller Menschen in Deutschland, die älter als 70 Jahre sind, positive Antikörpertests auf Borrelien im Blut haben; nur ein kleiner Teil dieser Personen war jemals an einer Borreliose erkrankt, viele hatten jedoch irgendwann Kontakt, und das eigene Immunsystem hat die Erreger selbst erfolgreich abgewehrt.
  • In bestimmten Fällen wird zusätzlich eine Bakterienkultur angelegt, um die Erreger nachzuweisen.
  • Zeckenstiche ohne weitere Krankheitssymptome werden nicht mit Antibiotika behandelt.
  • Gegen Borreliose in allen Stadien gibt es wirksame wie z.B. Doxycyclin und Amoxicillin. Bei der Wahl des Wirkstoffs werden neben dem Infektionsstadium das Patientenalter sowie eine mögliche Schwangerschaft berücksichtigt.
  • Doxycyclin sollte mit einem Abstand von 2–3 Stunden zu Nahrungs- und Arzneimitteln mit Aluminium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Aktivkohle und Colestyramin (gegen erhöhte Blutfettwerte) eingenommen werden, da diese die Aufnahme von Doxycyclin beeinträchtigen können.
  • Die Länge der Behandlung hängt vom Krankheitsstadium ab. Bei einer Wanderröte sind in den meisten Fällen 10–14 Tage ausreichend, wenn weitere Symptome bestehen erfolgt eine Behandlung über 21 Tage.
  • Bei Hautveränderungen in der Spätphase und bei Gelenkentzündungen wird die Einnahme von Antibiotika über 30 Tage empfohlen.
  • Eine Neuroborreliose wird 2–3 Wochen behandelt. In der Regel reicht die Einnahme von Tabletten, manchmal werden auch Infusionen empfohlen.
  • Liegen nach der antibiotischen Therapie weiterhin Symptome vor, hilft eine verlängerte Antibiotikatherapie wahrscheinlich nicht.

Im Unterschied zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (), die ebenfalls über Zeckenstiche übertragen wird, gibt es keine Impfung gegen Borreliose. Umso wichtiger ist ein aufmerksamer Schutz vor und Umgang mit :

  • Da die Borrelien fast nie innerhalb der ersten 12 Stunden übertragen werden, ist es wichtig, vorhandene Zecken schnell von Haut und Kleidung zu entfernen.
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur sollten vor allem Kinder gründlich nach Zecken abgesucht werden.
  • So entfernen Sie eine Zecke richtig und sicher:
    • Es sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden. Wenn aber die Mundwerkzeuge der Zecke stecken bleiben, können diese auch später entfernt werden. Sie sind ohne Bedeutung für eine Infektion und werden wie andere Fremdkörper in der Haut abgestoßen.
    • Zecken werden mit einer Pinzette, einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument oder – wenn kein Instrument zur Hand ist – mit den Fingernägeln nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen (niemals am vollgesogenen Körper!) gegriffen und langsam und gerade, ohne zu drehen, aus der Haut gezogen.
    • Auf keinen Fall darf die Zecke vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Unter solchen Stress gesetzt, sondert die Zecke vermehrt mit Borrelien kontaminierte Flüssigkeit ab.
    • Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde erforderlich. Passende Sprays finden Sie in der Apotheke.
  • Im Freien lange Hosen und Socken tragen, die Fußknöchel bedecken.
  • Bleiben Sie auf Wegen und Pfaden und meiden Sie hohes Gras und Gestrüpp.
  • Es empfiehlt sich, nach einem Aufenthalt im Freien zu duschen.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel, z.B. mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid), auf Haut und Kleidung. Die Anwendung sollte nach wenigen Stunden aufgefrischt werden.

Die Borreliose hat bei richtiger Diagnose und Therapie gute Heilungschancen. Ohne antibiotische Therapie kommt es häufig zu einer Ausbreitung der Erreger und Spätkomplikationen. In seltenen Fällen können langanhaltende Beschwerden bestehen, z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen Gelenk- und Muskelschmerzen.

  1. Entfernen Sie die Zecke so bald wie möglich.
    • Am besten geeignet sind spezielle Zeckenpinzetten oder Zeckenkarten.
    • Ziehen oder schieben Sie die Zecke langsam mit Geduld aus der Haut heraus – ohne Drehen oder Vorbehandlung mit Öl oder Klebstoff. Vermeiden Sie das Quetschen des Körpers.
    • Falls ein Rest des Stechapparates (häufig fehlinterpretiert als „Kopf») in der Haut verbleibt, können Sie ihn mit einer sterilen Nadel oder Kürette entfernen oder auch von einer/m Ärzt*in entfernen lassen. Hinsichtlich einer Übertragung von Borrelien ist das Verbleiben des Stechapparates in der Haut unbedenklich.
  2. Suchen Sie sorgfältig den Körper und bei Kindern vor allem auch den Kopf nach weiteren Zecken ab.
  3. Beobachten Sie die Haut in der Umgebung der Einstichstelle 6 Wochen lang.
    • Eine unmittelbar nach dem Stich auftretende Rötung durch die Zeckenspeichelstoffe bildet sich innerhalb einiger Tage zurück. Tritt danach erneut eine Rötung auf oder vergrößert sich die anfängliche Rötung auf ≥ 5 cm, sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Es kann sich um die Frühmanifestation der Lyme-Borreliose, das Erythema migrans (Wanderröte), handeln.
  4. Bei einer typischen Wanderröte in der Umgebung des Zeckenstiches soll auch ohne Blutuntersuchung und auch bei noch fehlendem Antikörpernachweis im Blut bereits eine Antibiotikabehandlung vorzugsweise mit Doxycyclin (bei Kindern erst ab 9. Lebensjahr) oder mit Amoxicillin durchgeführt werden.
  5. Die Verbreitung der Borrelien über den Blutweg kann sich – auch ohne Rötung der Haut – durch ein grippeartiges Krankheitsgefühl ohne Beschwerden in den Atemwegen bemerkbar machen. Es können die Vorboten einer Organerkrankung sein, z.B. der Gelenke oder des Nervensystems. Suchen Sie dann eine/n Ärzt*in auf, die/der über die Notwendigkeit einer Blutuntersuchung auf Borrelienantikörper entscheidet.
  6. Die Lyme-Borreliose ist im Frühstadium durch die leitliniengerechte Antibiotikatherapie vollständig heilbar. Spätmanifestationen werden dadurch verhindert.
  7. Eine Untersuchung der Zecke auf Borrelien ist nicht sinnvoll, da bei positivem Nachweis nicht sicher ist, ob die Borrelien überhaupt in die Haut übertragen wurden und ob sie im Falle der Übertragung zu einer Erkrankung führen. Ein negatives Ergebnis schließt eine Übertragung nicht aus.
  8. Nur ein kleiner Teil der mit Borrelien infizierten Menschen erkranken! Aus diesem Grund ist von einer vorbeugenden oralen Antibiotikatherapie abzuraten.

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel, Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Lohnstein M, Eras J, Hammerbacher C. Der Prüfungsguide Allgemeinmedizin – Aktualisierte und erweiterte 3. Auflage. Augsburg: Wißner-Verlag, 2018.
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See also:  Welche Medikamente Nicht Bei Glaukom?

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Kutane Lyme Borreliose. AWMF-Leitlinie Nr.013-044. S2k Stand 2016.

: Borreliose nach Zeckenstich – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin

Wie viele Tage Antibiotika bei Borreliose?

Therapie – Patienten, die im Frühstadium der Lyme-Borreliose mit geeigneten Antibiotika behandelt werden, erholen sich in der Regel rasch und vollständig. So werden schwere Krankheitsverläufe und Spätmanifestationen verhindert. Üblicherweise zur oralen Behandlung eingesetzte Antibiotika umfassen Doxycyclin oder Amoxicillin als Therapie der Wahl; Therapiealternativen sind Cefuroximaxetil oder Azithromycin.

Zur intravenösen Therapie werden Ceftriaxon, Cefotaxim oder Penicillin G eingesetzt. Die empfohlene Therapiedauer bewegt sich in Abhängigkeit von Art, Dauer und Schwere der Manifestation sowie eingesetztem Antibiotikum zwischen 10 und 30 Tagen. Für weitergehende Informationen zur Therapie bei Lyme-Borreliose wird auf die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeiteten Leitlinien für kutane Lyme-Borreliose (Deutsche dermatologische Gesellschaft) und für Neuroborreliose (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) verwiesen.

Eine Antibiotikagabe zur Verhinderung der Lyme-Borreliose nach einem Zeckenstich (empirische antimikrobielle Prophylaxe) wird nicht empfohlen, da das Risiko von Nebenwirkungen durch die vielen Antibiotikagaben nicht durch die gesundheitlichen Vorteile der wenigen tatsächlich erkrankten Personen ausgeglichen wird.

Wie lange bleibt der Kreis bei Borreliose?

Die ersten Anzeichen sind Rötungen auf der Haut – Erstes Symptom der Infizierung kann eine lokale Rötung an der Einstichstelle sein, die sich ausdehnt und ringförmig vergrössert. Diese verschwindet innerhalb von Tagen bis Wochen wieder. Bei mehr als der Hälfte der Infektionsfälle kommt es innert weniger Tage bis Wochen zu dieser Borreliose-Wanderröte.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Borreliose?

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Die Borreliose ist eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. Sie wird auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt. Die Borreliose kann vielgestaltig und unterschiedlich schwer verlaufen und betrifft überwiegend die Haut, aber auch das Nervensystem, die Gelenke und das Herz können betroffen sein. Durch Zeckenstiche Die Erreger der Borreliose, auch Borrelien genannt, können durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden. In Deutschland ist je nach Region bis zu ein Drittel der Zecken mit Borrelien befallen. Nicht jeder Stich einer befallenen Zecke führt jedoch zur Ansteckung.

  • Das Infektionsrisiko ist zudem geringer, wenn die Zecke frühzeitig entfernt wird, und steigt nach längerem Saugen der Zecke von mehr als zwölf Stunden an.
  • Nur etwa einer von 100 Zeckenstichen führt in Deutschland dazu, dass die gestochene Person an einer Borreliose erkrankt.
  • Wichtig: Die Borreliose wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Die meisten Infektionen mit Borrelien verlaufen unbemerkt. Falls es jedoch zu Beschwerden kommt, sind diese sehr unterschiedlich und können zu verschiedenen Zeitpunkten einzeln oder in Kombination auftreten. Dadurch ist eine Borreliose nicht immer leicht zu erkennen.

  • Ein typisches Zeichen, das bei etwa 90% der Fälle auftritt, ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans).
  • Dabei handelt es sich um eine mindestens 5 cm große ringförmige Hautrötung, die üblicherweise in der Mitte blasser ist als am Rand und sich über Tage langsam nach außen verbreitet.
  • Die Wanderröte entwickelt sich drei bis 30 Tage nach dem Zeckenstich im Bereich der Einstichstelle.

Sie kann aber auch an anderen Körperstellen, wie Beinen, Kopf oder Hals, auftreten. Fieber, Lymphknotenschwellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sind im weiteren Verlauf der Erkrankung zusätzlich möglich. Wesentlich seltener und überwiegend bei Kindern kommt es zu knötchenartigen oder blauroten Schwellungen der Haut.

  1. Diese Hautveränderungen finden sich vor allem am Ohr, an den Brustwarzen oder im Genitalbereich.
  2. In Einzelfällen kann es zu einer chronischen Entzündung der Haut (Acrodermatitis chronica atrophicans) kommen.
  3. Dabei verändert sich die Haut an den Innenseiten von Armen, Beinen, Fingern oder Zehen und wird im Verlauf papierdünn und bläulich.

Wenn die Borrelien das Nervensystem befallen, spricht man von einer Neuroborreliose. Diese tritt etwa bei drei von 100 Erkrankten auf. Beschwerden einer Neuroborreliose beginnen meist wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich. Typisch sind brennende Nervenschmerzen, die sich vor allem nachts verschlimmern.

Oft gehen damit ein- oder beidseitige Gesichtslähmungen einher. Auch entzündliche Nervenreizungen sind möglich, die zu Taubheitsgefühlen, Seh- oder Hörstörungen und in seltenen Fällen zu Lähmungen des Rumpfes, der Arme oder der Beine führen. Bei Kindern äußert sich die Neuroborreliose häufiger in Form einer nichteitrigen Hirnhautentzündung, die mit starken Kopfschmerzen oder plötzlichen Gesichtslähmungen einhergehen kann.

Sehr selten kann sich auch über Monate bis Jahre eine späte Neuroborreliose entwickeln. Bei etwa fünf von 100 Erkrankten treten Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) auf. Sie betreffen am häufigsten die Kniegelenke, seltener Sprung- oder Ellenbogengelenke und verlaufen in der Regel schubweise und wiederkehrend.

Sehr selten kann im Verlauf der Erkrankung auch das Herz betroffen sein, wobei es zu Entzündungen oder Rhythmusstörungen des Herzens kommt. Viele Infektionen verlaufen ohne sichtbare Krankheitszeichen. Als typisches Frühzeichen einer Erkrankung zeigt sich die Wanderröte einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich.

Spätformen der Borreliose können hingegen Monate oder sogar Jahre nach dem Zeckenstich auftreten. Die Erkrankten sind nicht ansteckend. Besonders gefährdet sind Personen, die häufig von Zecken gestochen werden. Zecken halten sich in Wald und Garten auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz auf. Von dort werden sie abgestreift und wandern auf der Haut in weitere Körperregionen. Zecken können auch durch Wildtiere und Haustiere, die sich im Freien aufhalten, weitergegeben werden.

  • Eine frühe Behandlung mit Antibiotika führt in der Regel zu einer raschen und vollständigen Genesung. Sie kann schwere Krankheitsverläufe verhindern.
  • Eine vorbeugende Antibiotikagabe nach einem Zeckenstich ohne Krankheitszeichen wird nicht empfohlen.
  • Tritt die oben genannte Wanderröte auf, sollten Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, auch wenn Sie sich nicht an einen Zeckenstich erinnern. Wenden Sie sich ebenfalls an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn nach einem Zeckenstich Beschwerden wie Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen auftreten.
  • Liegt eine Wanderröte vor, kann die Borreliose durch eine körperliche Untersuchung von der Ärztin oder dem Arzt festgestellt werden. Bei anderen Beschwerden, die auf eine Borreliose hindeuten, kann eine Laboruntersuchung des Blutes zur Abklärung durchgeführt werden.
  • Eine überstandene Borreliose schützt nicht vor einer erneuten Infektion.

Eine Schutzimpfung gegen Borreliose steht in Europa bisher nicht zur Verfügung. Eine Impfung gegen die ebenfalls durch Zecken übertragene Virusinfektion FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) schützt nicht vor Borreliose. Den besten Schutz bietet deshalb die Vermeidung von Zeckenstichen. Zeckenstiche vermeiden

  • Tragen Sie bei einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen geschlossene Schuhe, langärmlige Hemden und lange Hosen. Ziehen Sie die Strümpfe über die Hosenbeine.
  • Wählen Sie am besten helle Kleidung, dann lassen sich die winzigen dunklen Zecken leichter erkennen und entfernen.
  • Wenn Sie vor dem Aufenthalt in Wäldern oder Wiesen Zecken-abweisende Mittel auf die Haut auftragen, beachten Sie genau die Herstellerangaben. Wichtig: Die Wirkung der Mittel ist zeitlich begrenzt und bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Suchen Sie trotz Vorbeugung nach dem Aufenthalt in der Natur den Körper gründlich nach Zecken ab. Zecken mögen warme weiche Hautstellen. Suchen Sie deshalb besonders in den Kniekehlen, in den Leisten, unter den Achseln, hinter den Ohren sowie am Kopf und Haaransatz.

Zecken rasch entfernen Zecken sollten immer schnellstmöglich entfernt werden. Wird eine Zecke in den ersten Stunden nach dem Stich entfernt, ist das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken, nur sehr gering.

  • Greifen Sie die Zecke an ihrem Kopfbereich möglichst nah der Haut und ziehen Sie diese langsam und gerade heraus. Verwenden Sie am besten eine Pinzette, eine Zeckenkarte oder ein spezielles Instrument zur Zeckenentfernung.
  • Verzichten Sie auf Manipulationen an der Zecke zum Beispiel mit Öl, Cremes oder durch Zerquetschen, weil dadurch möglicherweise vermehrt Erreger freigesetzt werden.
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle im Anschluss sorgfältig.
  • Es kann vorkommen, dass nach der Entfernung Reste der Zecke zurückbleiben. Die Hautstelle kann sich dadurch leicht entzünden. Das Risiko einer Borreliose steigt dabei jedoch nicht.

Für weitere Beratung und Information steht Ihnen das örtliche Gesundheitsamt zur Verfügung. Weitere (Fach-) Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes ( www.rki.de/borreliose ). Weitere Informationen zum Thema Infektionsschutz finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( www.kindergesundheit-info.de ).

Wie lange Doxycyclin bei Wanderröte?

Bei Wanderröte genügen zehn Tage Doxycyclin Immer wieder geben Kollegen Patienten mit Borrelioseverdacht über Monate oder gar Jahre Antibiotika. Dabei reichen 10–21 Tage meist aus. Dauert die Therapie länger, kann das tödlich enden. Beim Erythema migrans hat sich die einmalige Doxycyclingabe über zehn Tage als sicher und ausreichend erwiesen, berichtete Dr.

Julia Fischer, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln. Erwartungsgemäß treten im Vergleich zur zweiwöchigen Therapie weniger Nebenwirkungen wie z.B. Phototoxizität auf. Zwar können nach abgeschlossener Behandlung durchaus noch unspezifische Symptome vorkommen, die im Verlauf jedoch abklingen. Liegt eine Neuroborreliose vor – ein vergleichsweise sehr seltenes Krankheitsbild –, besteht laut der aktuellen S3-Leitlinie die Wahl zwischen zwei Regimen mit Doxycyclin (s.

Tabelle). Bei der frühen Neuroborreliose sollten Ärzte 14 Tage lang Antibiotika geben, gegen Liebe Leserin, lieber Leser, aus rechtlichen Gründen ist der Beitrag, den Sie aufrufen möchten, nur für medizinische Fachkreise zugänglich. Wenn Sie diesen Fachkreisen angehören (Ärzte, Apotheker, Medizinstudenten, medizinisches Fachpersonal, Mitarbeiter der pharmazeutischen oder medizintechnischen Industrie, Fachjournalisten), loggen Sie sich bitte ein oder,

Wann hört Wanderröte auf?

Zeckenbiss – Auch, wenn sich umgangssprachlich der Zeckenbiss durchgesetzt zu haben scheint – man spricht korrekterweise von einem Zeckenstich, Der Grund: «Der biologische Mechanismus, mit dem die Zecke bei Tieren und Menschen Blut entnimmt, kommt eher einem ‘Stechen’ als einem ‘Beißen’ nahe.

Wie lange DOXY bei Borreliose?

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

  • Inhaltsverzeichnis

M.Gaubitz, F. Dressler, H.I. Huppertz, A. Krause und die Kommission Pharmakotherapie der DGRh Diese Empfehlungen wurden auf der Basis einer aktuellen Pub-med-Literaturrecherche sowie eines Konsensus-Prozesses unter den Autoren und den Mitgliedern der Kommission Pharmakotherapie der DGRh erstellt.

Als Lyme-Borreliose wird eine Infektion mit Borrelia burgdorferi mit möglichen Manifestationen an Haut, Nervensystem, Herz, Bewegungsapparat und anderen Organen bezeichnet. Die verschiedenen Krankheitserscheinungen sind gut charakterisiert und können in Früh- und Spätmanifestationen unterteilt werden.

Die vorliegenden Therapieempfehlungen beziehen sich auf eine gesicherte Infektion mit Borrelia burgdorferi und ihre spezifischen Krankheitsfolgen. Im Alltag des Rheumatologen ist die Situation nicht selten, dass unspezifische und ätiologisch unklare Symptome fälschlich als Lyme-Borreliose diagnostiziert werden (1).

  • Definition und Epidemiologie Die Lyme-Borreliose ist eine endemische Infektionskrankheit, die durch Borrelia burgdorferi sensu lato ausgelöst wird.
  • Dieser Erreger wird durch Zecken übertragen.
  • Eher unsichere epidemiologische Daten zeigen eine unterschiedliche jährliche Inzidenz der Lyme-Borreliose in Deutschland zwischen 25 und über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner; es ist mit einer Zahl von 20.000 bis über 80.000 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland zu rechnen (9).
See also:  Wie Lange Wirkt Ivermectin Im KRper?

Bei etwa 5 bis 25% der gesunden Erwachsenen lassen sich hier Antikörper gegen Borrelia burgdorferi nachweisen. Die Rate infizierter Zecken schwankt regional stark und liegt zwischen 10 und mehr als 30%. (15) Das Infektionsrisiko nach einem Zeckenstich mit Borrelia burgdorferi beträgt in Deutschland durchschnittlich 1 bis 3% (14).

  • Daten aus den USA dokumentieren, dass sich bei 60 bis 90% der Betroffenen ein Erythema migrans findet, welches in 40% der Fälle ohne antibiotische Therapie und ohne weitere Organmanifestationen ausheilt.
  • Demnach käme es bei 60% zu einer Erregerdissemination mit weiteren Manifestationen, falls keine antibiotische Therapie durchgeführt wird.

Ob diese Daten aus den USA auf Europa übertragen werden können, ist jedoch fraglich. Da die antibiotische Therapie des Erythema migrans das Fortschreiten der Infektion verhindert, erkranken wenige Patienten an Neuroborreliose und Lyme-Arthritis, meist ohne erinnerliches Erythema migrans; eine Herzbeteiligung und die Akrodermatitis chronica atrophicans sind sehr selten (12).

  • Grundsätzlich werden Manifestationen der frühen und der späten Phase einer Infektion unterschieden.
  • Diese Stellungnahme beschränkt sich auf die Manifestationen, mit denen der Rheumatologe häufiger konfrontiert wird, also das Erythema migrans sowie die Lyme-Arthritis.
  • Über diese beiden Manifestationen hinaus kann eine Lyme-Borreliose vielfältige Symptome verursachen.

In der frühen Phase sind die Symptome vieldeutig (Malaise, Kopfschmerzen, subfebrile Temperaturen, Lymphknotenschwellungen, Arthralgien, Myalgien), in den späten Phasen der Infektion oft spezifischer. Als typische Symptome der späten Phase seien die Akrodermatitis atrophicans der Haut, eine Meningitis, Myelitis oder Enzephalitis sowie periphere Neuropathie am Nervensystem, eine Entzündung der Augen, eine dilatative Kardiomyopathie am Herzen und auch eine Vaskulitis genannt.

Meist befällt die Lyme-Borreliose aber schwerpunktmäßig ein Organsystem; das parallele Auftreten mehrerer der oben genannten Symptome ist selten (12). Erythema migrans Das Erythema migrans ist die mit Abstand häufigste klinische Manifestation der Lyme-Borreliose (19). Es zeigt sich am Ort des Zeckenstiches mit einer mittleren Latenz von 7 bis 14 Tagen nach dem Stich als rötlich-livides, nur selten juckendes, schmerzloses Erythem.

Durch zentrale Abblassung kann nach einigen Tagen bis wenigen Wochen die charakteristische Ringform mit zentraler Einstichstelle entstehen. Das Erythem kann unterschiedlich lange bestehen und eine erhebliche Größe erreichen, bildet sich aber auch ohne Therapie immer wieder zurück.

  1. Selten treten mehrere Erytheme parallel auf (als Ausdruck der frühen Erregerdissemination).
  2. Eine mögliche weitere Manifestation an der Haut in der frühen Krankheitsphase ist das Borrelienlymphozytom (auch Lymphadenosis cutis benigna genannt); hierbei handelt es sich um eine schmerzlose, typischerweise an Ohrläppchen, Brustwarze oder Skrotum lokalisierte noduläre Hautläsion (12).

Lyme-Arthritis Rheumatologische Symptome können relativ früh im Krankheitsverlauf auftreten. Innerhalb weniger Wochen nach Infektion überwiegen Arthralgien und Myalgien. Das typische Korrelat der Lyme-Arthritis manifestiert sich in der späten Krankheitsphase, also mehrere Wochen bis Monate (bis 2 Jahre?) nach Erregerübertragung, in der Regel als Mon- oder Oligoarthritis.

  • In 85% der Fälle ist mindestens ein Kniegelenk betroffen.
  • Sprung- und Ellbogengelenke können seltener involviert sein, ein Befall der Fingergelenke, besonders in Form einer Polyarthritis, wird praktisch nicht beobachtet (12).
  • Die Lyme-Arthritis verläuft meist episodisch, das heißt mit wiederkehrenden Entzündungsschüben, die von symptomarmen oder -freien Intervallen unterbrochen werden.

Erosive Veränderungen wurden nicht beobachtet. In der Synoviaanalyse zeigt sich bei akuter Arthritis eine deutlich erhöhte Zellzahl mit bis zu 50.000/µl, Neutrophile Granulozyten überwiegen. Im weiteren Verlauf stehen mononukleäre Zellen im Vordergrund.

  1. Histologische Befunde der Synovialmembran lassen eine Differenzierung von anderen Arthritiden nicht zu.
  2. Weiter kommen Bursitiden und Tenosynovialitiden vor, jedoch nicht ein Befall des Achsenskeletts, zum Beispiel in Form einer Sakroiliitis.
  3. Das Erythema migrans ist meist pathognomonisch und bedarf keiner weiteren Diagnostik.

Eine spezifische Diagnostik auf das Vorliegen einer Lyme-Borreliose sollte nur bei ausreichendem klinischem Verdacht, das heißt bei einer typischen Symptomatik erfolgen. Eine solche Situation ist bei Vorliegen einer anders nicht einzuordnenden Arthritis in Form einer Mon- oder Oligoarthritis, ganz überwiegend mit Befall eines oder beider Kniegelenke gegeben (11).

Nicht sinnvoll ist die Durchführung der Borreliendiagnostik bei einer Polyarthritis mit Beteiligung der kleinen Gelenke oder bei länger bestehenden muskuloskelettalen Beschwerden ohne objektivierte Arthritis (8). Die serologische Diagnostik folgt dem Prinzip der Stufendiagnostik. Ein serologischer Suchtest in Form eines ELISA stellt die erste Stufe dar, bei positivem Ergebnis wird eine stattgehabte, ausgeheilte oder floride Infektion durch einen spezifischen Immunoblot bestätigt.

Betont werden soll, dass eine positive serologische Untersuchung ohne typische Klinik keine behandlungsbedürftige Erkrankung anzeigt. Auch kann mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass bei unauffälligem Befund in der Antikörperdiagnostik eine Spätform einer klinisch relevanten Lyme-Borreliose nicht vorliegt (18).

Ebenso kann keinesfalls ein isolierter IgM-Antikörper-Nachweis langjährige Beschwerden (z.B. eine Lyme-Arthritis) erklären. Eine antibiotische Behandlung der Lyme-Borreliose sollte möglichst rasch nach Diagnosestellung eingeleitet werden. So kann der Erkrankungsverlauf abgekürzt werden und zudem die Entwicklung weiterer Manifestationen verhindert werden (16).

Die Therapie erfolgt stadien- und symptomorientiert, Doxycyclin, Amoxicillin und Ceftriaxon sind die Mittel der Wahl. Resistenzentwicklungen gegen diese Antibiotika wurden bisher nicht belegt (25). Die von allen europäischen Fachgesellschaften genannte Ersttherapie des Erythema migrans stellt Doxycyclin in einer Dosis von 200 mg tgl.

  1. Dar. Die Dauer dieser Therapie sollte bei 10 bis 21 Tagen liegen.
  2. Alternativ kommt eine Behandlung mit Amoxicillin (500 mg, in einigen Empfehlungen 1000 mg) dreimal täglich zur Anwendung, Dauer ebenfalls 10 bis 21 Tage.
  3. Cefuroxim, 500 mg zweimal täglich über 10 bis 21 Tage, und Azithromax, 500 mg einmal täglich über 5 bis 10 Tage, stellen weitere Alternativen dar.

Grundsätzlich ist das Erythema migrans mit einer oralen antibiotischen Therapie ausreichend behandelbar. Für Kinder unter 9 Jahren wird Amoxicillin in einer Dosierung von 50 mg/kg in 3 Dosen empfohlen (maximal 3×500 mg/Tag), ab 9 Jahre kann Doxycyclin 4 mg/kg eingesetzt werden (maximal 200 mg/Tag) (6, 10).

Therapie der Lyme-Arthritis Auch bei der Behandlung der Lyme-Arthritis ist eine orale Therapie meist ausreichend. Die Erfolgsquote der Ersttherapie liegt bei über 80%. Bei der Lyme-Arthritis ist die Gabe von Doxycyclin, 1 x 200 oder 2 x 100 mg täglich über 30 Tage, die übliche Option (2, 24). Als oral applizierbare Alternative kommt das Amoxicillin, 3 x 500 bis 1000 mg, in Frage, ebenfalls über 30 Tage.

Die pädiatrischen Dosierungen sind analog denen bei Erythema migrans empfohlen. Zusätzlich können antiphlogistische Maßnahmen (in erster Linie NSAR) eingesetzt werden (7). Vor dem Abschluss der ersten Antibiotika-Therapie wird von einer zusätzlichen intraartikulären Glukokortikoid-Therapie abgeraten.

  1. 4). Sind Patienten auch mehrere Wochen nach Therapie nicht beschwerdefrei, wird ein Therapieversuch mit einem parenteralen Antibiotikum empfohlen.
  2. Hierbei ist unverändert Ceftriaxon in einer Dosis von 2 g einmal täglich als Infusion, gegeben über 14 bis 21 Tage, das am häufigsten angewandte Antibiotikum (5).

Die pädiatrische Dosierung ist 50 mg/kg mit einer Maximaldosis von 2 g/Tag. Cefotaxim, dreimal täglich intravenös gegebenen, ebenfalls über 14 bis 21 Tage, stellt eine Alternative dar. Weitere Therapiezyklen, Langzeittherapien über Monate, Pulstherapien, Einsatz alternativer Antibiotika, Kombinationstherapien mit mehreren Antibiotika oder Kombinationen mit Hydroxychloroquin haben sich als ineffektiv erwiesen oder wurden nicht in kontrollierten wissenschaftlichen Studien untersucht (1,15).

  • Daher sollten diese Therapieformen nicht eingesetzt werden.
  • Ältere in den USA durchgeführte Studien zeigten, dass die Lyme-Arthritis auch bei Patienten mit langfristigem Verlauf noch in etwa 10% pro Jahr spontan ausheilt; in Einzelfällen war auch eine viele Jahre nach Erkrankungsbeginn durchgeführte orale Antibiotika-Therapie bei Patienten, die zuvor keine antibiotische Therapie erhalten hatten, wirksam (21).

Bei persistierenden Arthritiden sollte zunächst die Diagnose überprüft werden. Eine therapierefraktäre Lyme-Arthritis ist selten. In diesem Fall empfiehlt sich eine symptomorientierte Behandlung. Die Prognose der Lyme-Arthritis ist gut (20, 23)

Manifestation Präparat Dosierung/Tag Dauer
Erythema migrans Doxycyclin 1 x 200 oder 2 x 100 mg per os Pädiatrie ab 9 Jahre: 4 mg/kg, max.200 mg/Tag 10-21 Tage
Amoxicillin 3-4 x 500-1000 mg Pädiatrie 50 mg/kg, max.3×500 mg/Tag 10-21 Tage
Azithromycin 2 x 500 mg per os am ersten Tag; dann 1 x 500 mg Pädiatrie 10 mg/kg, max.500 mg/Tag 5 Tage
Cefuroxim 2 x 500 mg per os Pädiatrie 30 mg/kg in 2 Dosen, max.2 x 500 mg/Tag 10-21 Tage
Arthritis Doxycyclin 1 x 200 oder 2 x 100 mg per os Pädiatrie s. oben 30 Tage
Amoxicillin 3 x 500-1000 mg Pädiatrie s. oben 30 Tage
Ceftriaxon 1 x 2 g i.v. Pädiatrie 50 mg/kg, max.2 g/Tag 14-21 Tage
Cefotaxim 3 x 2 g i.v. Pädiatrie 100 mg/kg in 3 Dosen, max.3 x 2 g/Tag 14-21 Tage

Tab 1: Antibiotische Therapie bei Erythema chronicum migrans und Lyme-Arthritis Therapie in der Schwangerschaft Zur Therapie der Borreliose in der Schwangerschaft gibt es keine kontrollierten Untersuchungen. Der Einsatz von Doxycyclin ist hier kontraindiziert, als Mittel der ersten Wahl gilt Amoxicillin in üblicher Dosierung (24).

Bei Unverträglichkeit dagegen und dringender Indikation stehen als Alternativen oral Cefuroxim und parenteral Ceftriaxon zur Verfügung. Ceftriaxon ist allerdings plazentagängig, die Erfahrungen mit dem Einsatz in der Schwangerschaft sind begrenzt. Die Vermeidung von Zeckenstichen ist die einzige Möglichkeit, eine Lyme-Borreliose sicher zu verhindern.

Daher sollten zeckendurchseuchte Gebiete gemieden werden. Es empfiehlt sich, helle, geschlossene Kleidung zu tragen, nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken auf der Haut zu suchen, eventuell auch ein Repellent wie DEET anzuwenden, das auf Kleidung oder Haut aufgebracht Zecken vertreibt (3).

Nach Zeckenstich ist es wichtig, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Hierzu wird die Zecke mit einer stabilen, spitzen Pinzette (Zeckenzange) möglichst flach über der Haut gefasst und langsam, ggf. mit Hinundherdrehen, herausgezogen. Nach Entfernung der Zecke sollte die Wunde desinfiziert werden; ein kleiner Rest in der Wunde entspricht meist dem Stechapparat und kann ohne Steigerung des Infektionsrisikos entfernt oder belassen werden.

Eine Antibiotikaprophylaxe nach Zeckenstich wird nicht empfohlen.

  1. Auwaerter PG, Bakken JS, Dattwyler RJ et al. Antiscience and ethical concerns associated with advocacy of Lyme Disease. Lancet Infect Dis 2011;11:713-719.
  2. Bernardino ALF, Kaushal D, Philipp MT. The antibiotics doxycycline and minocycline inhibit the inflamatory responses to the lyme disease spirochete Borrelia burgdorferi. J Infect Dis 2009;199:1379-1388.
  3. Bate C, Schwartz A. Lyme disease. Part II. Management and prevention. J Am Acad Dermatol 2011;64:639-653.
  4. Dattwyler RJ, Halperin JJ, Volkman DJ, Luft BJ. Treatment of late Lyme borreliosis – randomised comparison of ceftriaxone and penicillin. Lancet 1988; 1(8596): 1191-1194
  5. Dattwyler RJ, Wormser GP, Rush TJ et al. A comparison of two treatment regimens of ceftriaxone in late Lyme disease. Wien Klin Wochenschr 2005;117:393-7.5.
  6. Dressler F, Huppertz HI: Lyme-Arthritis bei Kindern und Jugendlichen. Arthritis + Rheuma 2011;31:129-34.
  7. Girschick HJ, Morbach H, Tappe D. Treatment of Lyme borreliosis. Arthritis Research Ther 2009;11:258.
  8. Hanses F, Audebert FX, Glück T, Salzberger B, Ehrenstein BP. Verdacht auf Borreliose – was hat der Patient? Dtsch Med Wochenschr 2011;136:1652-1655.
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  10. Huppertz HI, Dressler F: Lyme disease. In: Cassidy JT, Petty RE, Laxer RM, Lindsley CB (eds.): Textbook of Pediatric Rheumatology.6th ed. Elsevier Saunders, Philadelphia, 2010; pp.579-90.
  11. Krause A, Herzer P. Frühdiagnostik der Lyme-Arthritis. Z Rheumatol 2005;64:531-537.
  12. Krause A, Fingerle V. Lyme-Borreliose. Z Rheumatol 2009;68:239-254.
  13. Ljøstad U, Skogvoll E, Eikeland R et al. Oral doxycycline versus intravenous ceftriaxone for European Lyme neuroborreliosis: a multicentre, non-inferiority, double-blind, randomised trial. Lancet neurol 2008;8:675.
  14. Maiwald M, Oehme R, March Oet al. Transmission risk of Borrelia burgdorferi sensu lato from Ixodes ricinus ticks to humans in southwest Germany.
  15. Nau R, Christen HJ, Eiffert H. Lyme disease – current state of knowledge. Dtsch Ärztebl Int 2009;106(5):72-82.
  16. O`Connell S. Lyme borreliosis: current issus in diagnosis and treatment. Curr Opin Infect Dis 2010;23:231-235.
  17. Stanek G, Wormser GP, Gray J, Strle F. Lyme borreliosis. Lancet. Published online September 7,2011.
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  19. Stanek G, Strle F. Lyme borreliosis: a European perspective on diagnosis and clinical management. Curr Opin Infect Dis 2009; 22:450-454.
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: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

Welches Antibiotikum hilft am besten bei Borreliose?

Borreliose-Therapie: Ablauf und Dauer Sie sind hier: Die Borreliose-Therapie besteht aus der Gabe von Antibiotika, Dabei gilt: Je früher eine Behandlung eingeleitet wird, desto schneller bilden sich die Borreliose-Symptome zurück. Gleichzeitig sinkt die Komplikationsrate bei frühzeitiger und richtiger Behandlung.

ist nämlich eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt Komplikationen und Folgeschäden verursachen kann. Welche Antibiotika der Arzt wie lange im Einzelfall verordnet, hängt unter anderem von den Borreliose-Symptomen (), dem Alter des Patienten und einer eventuellen Schwangerschaft oder Stillzeit ab.

Bei wie der typischen » Wanderröte» verwenden Ärzte für die Borreliose-Behandlung meist oder, Diese Antibiotika werden etwa in Form von Tabletten oder als Saft (oft mehrmals) täglich eingenommen. Der Arzt verschreibt die Medikamente in der Regel für 10 bis 21 Tage (die genaue Therapiedauer richtet sich nach Dauer und Schwere der Symptome sowie nach dem Antibiotikum).

  • Doxycyclin ist gut wirksam und meist auch gut verträglich.
  • Schwangere dürfen dieses Antibiotikum allerdings nicht einnehmen.
  • Sie erhalten stattdessen Amoxicillin.
  • Auch bei stillenden Müttern wird für die frühe Borreliose-Behandlung Amoxicillin gegenüber Doxycyclin bevorzugt.
  • Inder ab dem 9.
  • Lebensjahr können wie Erwachsene mit Doxycyclin behandelt werden.

Jüngere Kinder dagegen erhalten meist Amoxicillin (manchmal auch andere Antibiotika). Der Grund: Doxycyclin kann unter anderem Zahnverfärbungen und Zahnschmelzschäden verursachen. Deshalb darf es erst nach Abschluss der Zahnschmelzbildung gegeben werden.

Warum ist Borreliose so schwer zu bekämpfen?

Das Problem dabei: Das menschliche Immunsystem agiert gegen die Borrelien mit zahlreichen unterschiedlichen Antikörpern – abhängig vom Zeitpunkt und Verlauf der Infektion. Auch wenn das Immunsystem eingedrungene Erreger erfolgreich bekämpft hat, es also zu keiner Erkrankung kam, finden sich noch Antikörper im Blut.

Was ist ein hoher Borreliose wert?

Diagnostik und Behandlung – Ein Verdacht auf Lyme-Borreliose ergibt sich, wenn Patienten einige der oben genannten Symptome aufweisen, von einem zurückliegenden Zeckenbiss berichten bzw. wenn die Möglichkeit eines Zeckenbisses besteht. Darüber hinaus können spezifische Borrelien-Antikörper im Blut oder Liquor (Gehirn-/Rückenmarksflüssigkeit) nachgewiesen und untersucht werden.

Für eine sichere Diagnose müssen sich auch entzündliche Veränderungen wie eine erhöhte Anzahl von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und eine Erhöhung des Gesamteiweißes im Liquor nachweisen lassen. Zudem sind gängige Blutparameter wie Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit (BSG), die Leukozyten und das C-reaktive Protein (CRP) leicht erhöht.

Sowohl die Lyme-Borreliose, als auch die Neuroborreliose und Lyme-Arthritis werden mit Antibiotika behandelt. Diese werden entweder in Form von Tabletten (z.B. Doxycyclin – Achtung: Nicht für Schwangere und Kinder unter 9 Jahren geeignet) oder als Infusion (z.B.

  1. Cetriaxon, Cefotaxim, Penicillin G) verabreicht.
  2. Welches Antibiotikum der Arzt auswählt, hängt von individuellen Patientenaspekten ab.
  3. Eine Rolle spielt, wie alt der Patient ist, ob er bereits allergisch auf ein Antibiotika reagiert hat oder ob eine Schwangerschaft vorliegt.
  4. Im Regelfall werden die Medikamente 14 Tage bei früher Neuroborreliose und 14 bis 21 Tage bei der chronischen Variante gegeben.

Vor einer noch längeren Antibiotika-Therapie raten Experten aus zwei Gründen ab: Zum einen gibt es keine Hinweise, dass eine längere Gabe wirksamer ist und zum anderen kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. Bei Patienten, die sechs Monate nach der Antibiotika-Therapie immer noch beeinträchtigende Beschwerden haben, wird erneut die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit untersucht.

Kann Borreliose das Herz angreifen?

Wie verläuft eine Borreliose? – Eine Borreliose verläuft in verschiedenen Stadien. Im ersten Stadium besteht eine lokalisierte Infektion. Diese kann sich, muss aber nicht, durch eine um den Zeckenbiss herum entstehende, ringförmige Rötung äussern. Die Rötung wird in der medizinischen Fachsprache als „Erythema migrans» bezeichnet, die sogenannte Wanderröte.

  1. Wie die Bezeichnung besagt, wandert die ringförmige Rötung von der Bissstelle im weiteren Verlauf an andere Stellen im Körper.
  2. Zusätzlich können im ersten Stadium einer Borreliose grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine ausgeprägte Müdigkeit auftreten.
  3. Anhaltende Muskelschmerzen, sogenannte Myalgien, können ein Hinweis sein, dass sich die Infektion weiter ausbreitet.

In diesem 2. Stadium besteht eine disseminierte Infektion. Diese äussert sich Wochen bis Monate nach der Infektion durch Beschwerden in verschiedenen Organen. Dabei können das Gehirn durch eine Hirnhautentzündung, die Nervenfasern (z.B. in Form eine Lähmung des N.

Facialis im Gesicht), die Gelenke, aber auch das Herz betroffen sein. Eine Borreliose kann im Herzen zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und zu Herzrhythmusstörungen führen. An den Beinen können bläuliche Knoten und Schwellungen auftreten (Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer). Im 3. Stadium, Monate bis Jahre nach der Infektion, ist diese persistent.

Eine Gelenksentzündung, eine sogenannte Lyme-Arthritis, kann auftreten. Ebenso kommt es in einigen Fällen zum schweren Krankheitsbild einer Neuroborreliose mit Befall des Nervensystems. Diese kann sich durch verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise eine Encephalitis äussern.

Kann Ausgeheilte Borreliose wieder kommen?

Chronische Borreliose & die Auswirkungen – Bis zu 70 % der Burnout Betroffenen schätzen die Experten leiden unter einer unentdeckten chronischen Infektion und nicht selten unter einer chronischen Borreliose. Eine chronische Borreliose ist ein Energiefresser und schluckt 1/3 der biochemischen Energie, die der Mensch produziert.

Man fühlt sich abgeschlagen und müde. Die Folge ist ein Leistungsabfall bis hin zum Burnout, auch Schmerzen u.a. im Bereich der Gelenke kommen vor. Der Körper ist in vielen Bereichen betroffen. Über 500.000 Menschen erkranken jährlich neu an einer Borrelien-Infektion. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da die ausgelösten Krankheitsbilder häufig nicht mit einer Infektion in Verbindung gebracht werden.

Dem Robert-Koch-Institut zufolge ist jedes 14. Kind mit Borrelien infiziert. Patienten mit einer Borreliose leiden häufig auch unter Co-Infektionen wie Bartonellen (Katzenkratzkrankheit), Babesien, Ehrlichien, Anaplasmen und anderen Erregern. Es gibt keine Impfung gegen eine Borrelien-Infektion.

Kann Borreliose wieder aufflammen?

Große Heilungschancen – Startet in diesem Stadium die Behandlung, heilt die Borreliose bei mehr als 90 Prozent der Patienten vollständig aus. Die restlichen Betroffenen, bei denen die Therapie nicht gefasst hat, oder die gar nicht behandelt wurden, entwickeln nach bis zu zehn Wochen das zweite Stadium.

  • Die Anzeichen: Müdigkeit, starker Nachtschweiß, Fieber, Nervenentzündungen, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Nun wird eine intensivere Antibiotikabehandlung nötig, die intravenös verabreicht wird.
  • Trotzdem können in seltenen Fällen einige Bakterien in bestimmten Körperbereichen überleben, die das Immunsystem kaum erreicht – etwa im Bindegewebe.

Von hier aus können sie noch jahrelang agieren», warnt der Molekularbiologe. Immer dann, wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind, kann die Infektion wieder aufflammen. Man spricht nun vom dritten, chronischen Stadium, gegen das der Arzt noch stärkere Antiobiotika einsetzt.

Borreliose ist zwar nicht von Mensch zu Mensch ansteckend, trotzdem jedoch tückisch: Wenn man den Zeckenstich nicht bemerkt und sich keine Rötung bildet, wird die Erkrankung oft nicht als Borreliose erkannt und mit einer Krankheit aus dem großen Bereich Rheuma verwechselt – und deswegen nicht richtig behandelt.

„Diese Gefahr bestand früher häufig. Heute weiß man mehr über Infektionen, die von Zecken übertragen werden – und deshalb wird auch erfolgreicher therapiert», erklärt der Experte. : Bakterien greifen Gelenke an

Was macht Borreliose mit dem Körper?

Was ist Borreliose? – Wer sich im Grünen aufhält, kann von einer Zecke gestochen werden. Dabei werden manchmal Krankheiten wie Borreliose übertragen. Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Man spricht auch von Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit.

Kann man Borreliose vollständig heilen?

Kann man Borreliose komplett heilen? – Die Lyme-Borreliose lässt sich in der Regel gut behandeln und heilt vollständig aus, solange sie rechtzeitig erkannt wird. Die vom Arzt verschrieben Antibiotika sollten bis zum Ende eingenommen werden, damit die Borrelien sicher unschädlich gemacht werden.

Kann eine behandelte Borreliose wieder ausbrechen?

Chronische Borreliose & die Auswirkungen – Bis zu 70 % der Burnout Betroffenen schätzen die Experten leiden unter einer unentdeckten chronischen Infektion und nicht selten unter einer chronischen Borreliose. Eine chronische Borreliose ist ein Energiefresser und schluckt 1/3 der biochemischen Energie, die der Mensch produziert.

Man fühlt sich abgeschlagen und müde. Die Folge ist ein Leistungsabfall bis hin zum Burnout, auch Schmerzen u.a. im Bereich der Gelenke kommen vor. Der Körper ist in vielen Bereichen betroffen. Über 500.000 Menschen erkranken jährlich neu an einer Borrelien-Infektion. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da die ausgelösten Krankheitsbilder häufig nicht mit einer Infektion in Verbindung gebracht werden.

Dem Robert-Koch-Institut zufolge ist jedes 14. Kind mit Borrelien infiziert. Patienten mit einer Borreliose leiden häufig auch unter Co-Infektionen wie Bartonellen (Katzenkratzkrankheit), Babesien, Ehrlichien, Anaplasmen und anderen Erregern. Es gibt keine Impfung gegen eine Borrelien-Infektion.

Kann Borreliose mit Antibiotika geheilt werden?

Lyme-Krankheit: Borrelien überleben. Doxycyclin Borreliose Wann Besserung Mikroaufnahme einer Zecke Vergrößerung 60:1 /dpa New Orleans – Eine vierwöchige Behandlung mit Doxycyclin, wie sie bei einer Lyme-Borreliose mit Gelenkbefall empfohlen wird, kann bei Rhesus-Affen die Infektion nicht beenden. Eine Studie im American Journal of Pathology () wies die Erreger später teilweise im Gehirn und im Herzmuskel nach.

Eine weitere Publikation in PloS ONE (2017; doi: ) belegt, dass die Erreger später auf Zecken übertragen werden können. Die meisten Experten sind sich einig, dass eine akute Lyme-Borreliose durch eine 14-tägige Antibiotikabehandlung kuriert werden kann. Doch nicht alle Patienten bemerken das Erythema migrans, das nach dem Zeckenstich häufig schwach ausge­prägt ist oder auch fehlen kann.

Wird die Erkrankung erst diagnostiziert, wenn die Patienten bereits Gelenkbeschwerden haben, ist die Therapie schwieriger. Die Leitlinien empfehlen zunächst eine 28-tägige Antibiotikabehandlung. Ein Team um Monica Embers von der Tulane University in New Orleans hat im dortigen Primatenzentrum zehn Rhesus-Affen mit B.

  1. Burgdorferi infiziert und 16 Wochen später acht Affen über 28 Tage mit Doxycyclin behandelt.
  2. Drei Monate später wurden Zecken auf die Haut der Affen gesetzt und danach auf B.
  3. Burgdorferi hin untersucht.
  4. Diese Xenodiagnose wurde nach weiteren vier bis sechs Monaten ein zweites Mal durch­geführt.
  5. Die Makaken, deren Erbgut zu 94 Prozent mit dem Menschen überstimmt, gelten als derzeit bestes Krankheitsmodell der Lyme-Borreliose.

Die Erkrankung verläuft bei ihnen ähnlich wie beim Menschen. Dennoch wurde ein klassisches Erythema migrans nur bei einem Tier (auf der rasierten Haut) entdeckt. Ein bis zwei Wochen nach der Infektion wurden Hautbiopsien entnommen. Bei fünf Tieren wurden Spirochäten mittels Kultur nachgewiesen, bei acht Tieren fiel der PCR-Test auf Gene des Erregers positiv aus.

  1. Bei neun Tieren kam es nach der Infektion zum Auftreten von Antikörpern.
  2. Die einzige Ausnahme war ausgerechnet das Tier, das ein Erythema migrans entwickelt hatte.
  3. Die Immunreaktion auf die Antibiotikabehandlung war bei den einzelnen Tieren sehr unterschiedlich.
  4. Bei einem Tier fiel bei drei Antigenen die Antikörperkonzentration auf die Werte vor der Infektion zurück.

Bei einem anderen Tier blieben die Antikörper­konzen­trationen erhöht. Die Infektion mit dem gleichen Bakterienstamm von B. burgdorferi kann demnach völlig unterschiedliche Immunreaktionen hervorrufen, schreibt Embers. Antikörpertests sind ihrer Ansicht nach nicht geeignet, den Erfolg einer Antibiotikabehandlung zu beurteilen.

  • Bei der zweiten Xenodiagnose wurde in drei von fünf behandelten und vier von fünf unbehandelten Affen Borrelien nachgewiesen.
  • Die Antibiotikabehandlung hatte ihr Ziel, die Infektion zu kurieren, offenbar nicht erreicht.
  • Die Forscher haben danach Material der infizierten Zecken auf abwehrgeschwächte Mäuse übertragen.

Eine Erkrankung der Mäuse konnte jedoch nicht sicher nachgewiesen werden. Die nähere Untersuchung der Affen ergab, dass die Borrelien Nervensystem, Herz, Skelettmuskulatur, Gelenke und die Harnblase befallen hatten. Bei zwei Tieren wurden intakte Spirochäten im Gehirn und bei einem dritten Tier im Herzmuskel nach­gewiesen.

Alle drei Tiere waren mit Antibiotika behandelt worden. Die Ergebnisse zeigen für Embers, dass die Borreliose eine heimtückische Infektion ist, die sich durch Antibiotika vermutlich nicht sicher heilen lässt. Die Forscherin vermutet, dass die Bakterien im Körper Sporen bilden, die von den Antibiotika nicht erreicht werden.

Die Antibiotika würden jedoch möglicherweise die Gesamtzahl der Erreger mindern und so den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen. Klinische Studien haben gezeigt, dass längerfristig Antibiotikabehandlungen die Symptome nicht unbedingt lindern und die Situation der Patienten aufgrund von Komplikationen (etwa durch Clostridium-difficile-Infektionen) sogar verschlechtern können.