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Lysetherapie Welche Medikamente?

Lysetherapie Welche Medikamente
Was macht man bei einer Lyse? – Der Arzt verabreicht über einen venösen Zugang Medikamente, die entweder das Blutgerinnsel direkt abbauen oder körpereigene Abbauenzyme (Plasminogen) aktivieren. In mehr als der Hälfte der Fälle wird das verstopfte Gefäß innerhalb von 90 Minuten auf diese Weise wieder durchgängig.

Acetylsalicylsäure (ASS) verhindert die Anlagerung von Blutplättchen ( Thrombozyten ) und damit eine Vergrößerung des Blutgerinnsels. Der Gewebeschaden wird so begrenzt. Heparin greift ins Blutgerinnungssystem ein und verhindert, dass sich der Thrombus vergrößert.

Die Thrombolyse war über Jahrzehnte die klassische Therapie, vor allem des akuten Herzinfarkts. Heutige Standardtherapie bei akutem Herzinfarkt ist meist die Akut-Koronarintervention mittels Perkutaner transluminaler Koronarangioplastie ( PTCA ), die bessere Ergebnisse in puncto Lebensqualität und Überlebensrate erzielt: Bei dieser Form der Angioplastie wird mit einem sogenannten Ballonkatheter das verstopfte Herzkranzgefäß erweitert.

  • Voraussetzung ist allerdings, dass ein kardiologisches Zentrum in der Nähe verfügbar ist, wo dieser Eingriff durchgeführt werden kann.
  • Ist ein solches Zentrum mehr als 90 Minuten entfernt, sollte eine frühzeitige Lysetherapie vor Ort eingeleitet werden.
  • Eine Variation aus beiden Verfahren ist die lokale Lyse (intraarterielle Thrombolyse).

Dabei wird ein Katheter über eine Arterie bis an den Ort des Gefäßverschlusses vorgeschoben, über den man dann direkt ein Gerinnsel-auflösendes Medikament (zum Beispiel Pro-Urokinase) injiziert.

Welche Medikamente bei Lysetherapie?

Lysetherapie bei Blutgerinnsel und Gefässverschlüssen Eine besonders effektive Therapieform zur Behandlung von Gefässverschlüssen ist die Lysetherapie. Dabei werden starke, gerinnungshemmende und thrombusauflösende Substanzen in das Blutgefäss verabreicht.

  1. Man unterscheidet die systemische Lyse und die lokale Lyse.
  2. Bei der systemischen Lyse werden die Medikamente durch eine Infusion verabreicht und wirken im gesamten Körper.
  3. Bei der lokalen Lyse wird das thrombusauflösende Medikament gezielt über einen eingeführten dünnen Schlauch (Katheter) direkt im Blutgefäss an der verschlossenen Stelle abgegeben.

Die systemische Lysetherapie wird mit Hilfe von sogenannten Thrombolytika (Gerinnsel-auflösende Substanzen, zum Beispiel Urokinase, Streptokinase, rtPA) mittels Dauerinfusion verabreicht. Das Ziel ist, ein bereits bestehendes Blutgerinnsel aufzulösen.

Sehr selten wird sie bei einer schweren Lungenembolie eingesetzt. Die systemische Lyse ist mit einem erheblichen Komplikationsrisiko für schwere und unkontrollierbare Blutungen, insbesondere von Hirnblutungen, verbunden. Aus diesem Grund ist eine lokale und kathetergesteuerte Lyse die bevorzugte Therapieoption.

Bei der lokalen Lyse (kathetergesteuerte Thrombolyse) wird das Blutgerinnsel über einen Katheter direkt aufgelöst. Dies hat den Vorteil, dass das Medikament mit einer höheren Konzentration direkt an der verschlossenen Stelle im Blutgefäss wirkt und mit einer niedrigeren Konzentration im restlichen Körper einhergeht.

Das Blutungsrisiko wird dadurch reduziert. Zu Beginn der Katheteruntersuchung machen wir die Einstichstelle im Körper durch eine lokale Betäubung unempfindlich. Anschliessend führen wir eine sogenannte Schleuse ein, die wie ein Ventil funktioniert. Wir können darüber metallene Drähte und Katheter (spezielle dünne Schläuche, über die ein Kontrastmittel gespritzt werden kann) in die Arterie oder Vene einführen, ohne dass es aus der Einstichstelle bluten kann.

Das Blutgerinnsel können wir nun direkt durch das Spritzen von Kontrastmittel mithilfe von Röntgenstrahlung sichtbar machen. Danach entscheiden wir, ob lokal das thrombusauflösende Medikament (Thrombolytikum) einmalig in einer bestimmten Menge verabreicht wird, oder ob der Katheter im Gefäss belassen wird und über ungefähr 15 Stunden eine bestimmte Konzentration des Medikaments abgegeben wird.

Im letzteren Fall werden Sie auf unserer Überwachungsstation aufgenommen und sollten die verordnete Bettruhe einhalten. Während dieser Zeit werden wir in bestimmten Abständen wiederholt Ihre Blutwerte bestimmen und überwachen. Vor Katheterentfernung wird das Behandlungsresultat durch ein abschliessendes Kontrollröntgenbild überprüft.

Anschliessend wird der Katheter entfernt und die Einstichstelle zur Blutstillung abgedrückt. Danach wird ein Druckverband angelegt und ein Sandsack daraufgelegt. In der Regel müssen Sie nach dem Eingriff für sechs Stunden (nach arterieller Intervention) oder für zwei Stunden (nach venöser Intervention) auf dem Rücken liegen.

Dies ist notwendig, damit sich die Einstichstelle sicher verschliessen kann und nicht nachblutet. Vor Entlassung wird in der Regel nochmals eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Offenheit des behandelten Gefässes und den Behandlungserfolg zu dokumentieren. Der Therapieerfolg ist sehr unterschiedlich und hängt vom Alter der Thrombose ab.

Bevor wir bei Ihnen diesen Eingriff vornehmen, klären wir Sie ausführlich über die Therapie und ihre Risiken sowie über die alternativen Therapiemöglichkeiten und deren Risiken auf. Dazu erhalten Sie eine schriftliche Einwilligungserklärung. Erst wenn Sie diese in Ruhe durchgelesen und unterschrieben haben, können wir das weitere Vorgehen planen.

  • Vor dem Eingriff benötigen wir eine Auflistung Ihrer Medikamente, die Sie derzeit einnehmen.
  • Ausserdem brauchen wir alle Informationen über Vorerkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Allergien.
  • Zudem benötigen wir Ihre aktuelle Laborwerte, die wir vor dem Eingriff bestimmen lassen.
  • Nach einer Lysetherapie ist immer eine Blutverdünnung mit unterschiedlicher Dauer erforderlich.

Über die Dauer der Blutverdünnung werden Sie genau informiert. In unserer Klinik ist uns wichtig, bei unseren Patientinnen und Patienten nicht nur eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen, sondern Sie auch in den Folgemonaten zu ambulanten Nachkontrollen wiederzusehen.

Welche Medikamente bei Thrombolyse?

Das Standardmedikament für die Thrombolyse ist Alteplase, ein gentechnisch hergestelltes Fibrinolytikum (rekombinanter Gewebsplasminogenaktivator (rtPA -‘recombinant tissue-type plasminogen activator’).

Was wird bei einer Lyse gemacht?

Wie funktioniert die Lysetherapie? – Bei der Lysetherapie wird ein den Thrombus zersetzendes Enzym, die aktivierte Gewebsalteplase (rt-PA) intravenös verabreicht. Dieses Enzym baut das Gerüst des Thrombus ab und zersetzt ihn so. Im besten Fall kann dadurch der Verschluss des Gefäßes beseitigt und die Blutversorgung des betroffenen Bereiches des Gehirns wieder hergestellt werden.

Was ist thrombolytika?

Fibrinolytika, auch Thrombolytika genannt, sind Wirkstoffe, die den Blutgerinnungsstoff Fibrin spalten und dadurch Gerinnsel in Blutgefäßen auflösen können. Bekannte Wirkstoffe sind die Streptokinase und die Urokinase, Die Medikamente werden bei einer Blockade durch ein Gerinnsel in das entsprechende Gefäß innerhalb der ersten 12 Stunden verabreicht, z.B. bei einem Herzinfarkt,

Warum Heparin bei Lyse?

Was macht man bei einer Lyse? – Der Arzt verabreicht über einen venösen Zugang Medikamente, die entweder das Blutgerinnsel direkt abbauen oder körpereigene Abbauenzyme (Plasminogen) aktivieren. In mehr als der Hälfte der Fälle wird das verstopfte Gefäß innerhalb von 90 Minuten auf diese Weise wieder durchgängig.

Acetylsalicylsäure (ASS) verhindert die Anlagerung von Blutplättchen ( Thrombozyten ) und damit eine Vergrößerung des Blutgerinnsels. Der Gewebeschaden wird so begrenzt. Heparin greift ins Blutgerinnungssystem ein und verhindert, dass sich der Thrombus vergrößert.

Die Thrombolyse war über Jahrzehnte die klassische Therapie, vor allem des akuten Herzinfarkts. Heutige Standardtherapie bei akutem Herzinfarkt ist meist die Akut-Koronarintervention mittels Perkutaner transluminaler Koronarangioplastie ( PTCA ), die bessere Ergebnisse in puncto Lebensqualität und Überlebensrate erzielt: Bei dieser Form der Angioplastie wird mit einem sogenannten Ballonkatheter das verstopfte Herzkranzgefäß erweitert.

Voraussetzung ist allerdings, dass ein kardiologisches Zentrum in der Nähe verfügbar ist, wo dieser Eingriff durchgeführt werden kann. Ist ein solches Zentrum mehr als 90 Minuten entfernt, sollte eine frühzeitige Lysetherapie vor Ort eingeleitet werden. Eine Variation aus beiden Verfahren ist die lokale Lyse (intraarterielle Thrombolyse).

Dabei wird ein Katheter über eine Arterie bis an den Ort des Gefäßverschlusses vorgeschoben, über den man dann direkt ein Gerinnsel-auflösendes Medikament (zum Beispiel Pro-Urokinase) injiziert.

Welche Medikamente lösen Blutgerinnsel auf?

Zu den Plättchenhemmern gehören neben Acetylsalicylsäure ( ASS) noch Clopidogrel, Dipyridamol, Prasugrel und Ticagrelor. Bereits 50 bis 100 Milligramm ASS reichen aus, um die Gerinnung zu hemmen. In höherer Dosierung von etwa 500 Milligramm wird ASS auch als Schmerzmittel eingesetzt.

Welche Spritze bei Schlaganfall?

Blutgerinnsel-auflösende Medikamente zur Behandlung von ischämischem Schlaganfall im frühen Stadium

Fragestellung Wir wollten die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolyse) mit Placebo oder keiner Behandlung in den frühen Stadien des ischämischen Schlaganfalls vergleichen, um zu sehen, ob diese Medikamente die Endpunkte nach einem Schlaganfall verbessern. Hintergrund

Die meisten Schlaganfälle werden aufgrund eines Verschlusses einer Arterie im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verursacht. Die unmittelbare Behandlung mit Medikamenten, die Blutgerinnsel auflösen (thrombolytisch wirken), kann den Blutfluss wieder herstellen, bevor größere Schädigungen am Gehirn aufgetreten sind.

Das könnte bedeuten, dass Personen nach einem Schlaganfall bessere Chancen auf eine gute Genesung haben. Medikamente zur Thrombolyse können jedoch auch schwerwiegende Blutungen im Gehirn verursachen, die tödlich sein können. Die Thrombolysetherapie wurde bislang in vielen randomisierten Studien bei akutem ischämischem Schlaganfall untersucht.

Das thrombolytische Medikament Alteplase wurde zur Behandlung innerhalb von drei Stunden nach einem Schlaganfall in den USA und Kanada zugelassen und innerhalb von 4,5 Stunden in den meisten europäischen Ländern. Die Anzahl der Menschen, bei denen diese Behandlung erfolgreich angewendet wird, nimmt zu.

Studienmerkmale Wir durchsuchten die Literatur nach Studien, die vor November 2013 veröffentlicht wurden, und fanden 27 Studien mit insgesamt 10.187 Teilnehmern. Die meisten Daten kommen aus Studien, die ein bestimmtes Medikament (rt-PA, rekombinanter Gewebeplasminogenaktivator), das bis zu 6 Stunden nach Beginn des akuten Schlaganfalles intravenös verabreicht wird, untersuchten.

Aber auch einige weitere Medikamente wurden getestet. Die Medikamente wurden zu unterschiedlichen Zeiten nach dem Schlaganfall und eher in eine Arterie des Gehirns statt in eine Vene im Arm verabreicht. Alle Studien verglichen ein thrombolytisches Medikament mit Placebo (Kontrollgruppe).

  • Die meisten Studien schlossen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Schlaganfall ein.
  • Alle Studien wurden in Krankenhäusern durchgeführt, die Erfahrung darin hatten, Menschen mit Schlaganfall zu behandeln.
  • Unterschiede zwischen den Studien bedeuten, dass nicht alle Studien Informationen zu allen Endpunkten liefern, aber wir haben alle verfügbaren Daten genutzt.

Die meisten Studien schlossen Teilnehmer ein, nachdem eine Gehirnblutung mittels einer Untersuchung des Gehirns per Computertomographie (CT) als Ursache für die Symptome ausgeschlossen wurde (einige wenige Studien nutzten stattdessen Magnetresonanztomographie).

Hauptergebnisse Es besteht eine generelle Übereinstimmung zwischen den früheren und einer neueren Studie (IST-3), die dieser Aktualisierung hinzugefügt wurde, zu allen Hauptendpunkten und zwischen den 12 Studien, die rt-PA untersuchten und den 15 Studien, die andere thrombolytische Medikamente untersuchten.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen IST-3 und den früheren Studien war, dass IST-3 viele Teilnehmer hatte, die über 80 Jahre alt waren. Thrombolytische Behandlung kann das Risiko einer langfristigen Abhängigkeit von anderen Menschen für alltägliche Aktivitäten reduzieren.

Trotzdem gibt es ein erhöhtes Risiko für eine Blutung im Gehirn, was auch das Risiko für einen frühen Tod erhöht. Sobald das frühe Blutungsrisiko, 3 oder 6 Monate nach dem Schlaganfall, vorüber war, erholten sich Personen, die thrombolytische Medikamente erhalten hatten, eher von ihrem Schlaganfall und waren eher unabhängig – besonders dann, wenn sie innerhalb der ersten 3 Stunden nach dem Schlaganfall behandelt wurden.

See also:  Wann Wirken Blutdrucksenkende Medikamente?

Ältere Menschen profitierten ebenso sehr wie jüngere Menschen. Die gleichzeitige Gabe von Aspirin und von Blutgerinnsel-lösenden Medikamenten erhöhte das Risiko von Blutungen und sollte vermieden werden. Weitere Analysen von individuellen Faktoren der Patientendaten, wie z.B.

Ergebnisse der Bildgebung des Gehirns vor der Behandlung, und von unterschiedlichen Verabreichungsformen der Behandlung, könnten mehr Informationen liefern, als die zusammengefassten Daten, die wir hier verwendet haben. Derweil sollten Menschen, die glauben, dass sie einen Schlaganfall haben, schnellstmöglich in ein Krankenhaus gelangen, von einem Schlaganfallspezialisten untersucht werden, eine bildgebende Untersuchung des Gehirns durchlaufen und so schnell wie möglich eine Thrombolysebehandlung erhalten.

Betroffene sollten nicht zögern weil sie denken, sie könnten ‚zu alt‘ für eine Behandlung sein. Die Behandlung ist sehr wirksam, wenn sie innerhalb von drei Stunden nach dem Schlaganfall begonnen wird und verbessert eindeutig das Ergebnis, wenn sie bis zu 4,5 Stunden nach Schlaganfall gegeben wird.

Bei späterer Gabe sind die Wirkungen allerdings weniger klar und werden derzeit noch in Studien untersucht. Mehr Informationen aus Studien mit Menschen mit leichtem Schlaganfall sind notwendig, um zu sehen, ob der Nutzen von thrombolytischen Medikamenten dem Blutungsrisiko überwiegt. Qualität der Evidenz Die Evidenz kommt im wesentlichen von gut durchgeführten randomisierten Studien, die von Schlaganfallsexperten geleitet wurden.

Einige Studien (8/27) wurden von pharmazeutischen Unternehmen geleitet, die die thrombolytischen Medikamente herstellen. Die meisten Studien (19/27, in denen die meisten Teilnehmer eingeschlossen waren) wurden jedoch von Regierungen oder gemeinnützigen Organisationen finanziert, die von pharmazeutischen Unternehmen unabhängig sind.

  • Diese Ergebnisse sind auf einen großen Bereich Patienten mit vielen verschiedenen Schlaganfallsschweregraden und anderen Krankheitsbildern anwendbar.
  • If you found this evidence helpful, please consider donating to Cochrane.
  • We are a charity that produces accessible evidence to help people make health and care decisions.

: Blutgerinnsel-auflösende Medikamente zur Behandlung von ischämischem Schlaganfall im frühen Stadium

Warum Lyse nur bis 4 5 Stunden?

Artikel Literatur Kommentare/Briefe Statistik

Mittels Perfusions-Diffusions-MRT oder Perfusions-CT knnen Risikopatienten identifiziert werden, die noch maximal 9 Stunden nach einem ischmischen Schlaganfall von einer Lysetherapie profitieren knnen. Foto: picture alliance BSIP Damit es nach einem ischmischen Schlaganfall nicht zu bleibenden Schden kommt, muss bisher innerhalb von maximal 4,5 Stunden die Blutversorgung wiederhergestellt werden, indem das Gerinnsel entfernt (interventionelle Thrombektomie) oder aufgelst (intravense Lysetherapie) wird. Viele Patienten erreichen aber nicht rechtzeitig genug eine Klinik mit Stroke Unit. Die WAKE-UP ( 1 ) zeigt nun, dass mit spezieller Bildgebung Patienten identifiziert werden knnen, die auch noch nach diesem engen Zeitfenster von einer Lyse profitieren knnen. Entscheidend ist, dass man bisher nur ein Zeitfenster von ungefhr 4,5 Stunden fr die intravense Lyse hatte, erklrt Prof. Dr. med. Gtz Thomalla vom Universittsklinikum Hamburg. Fr den Nutzen einer spteren Behandlung gab es bisher keinen Nachweis. Sehr viele Patienten knnen nicht lysiert werden, weil sie nicht schnell genug in einer entsprechend spezialisierten Klinik sind. Zurzeit werden nur circa 20 % aller Schlaganfallpatienten in Deutschland leitlinienentsprechend innerhalb des Zeitfensters mit einer Lysetherapie behandelt, so Thomalla, der Leiter der WAKE-UP-Studie war. Schwierig ist die Situation besonders bei Patienten, bei denen der Zeitpunkt des Schlaganfalls nicht bekannt ist, weil er im Schlaf auftrat sogenannte,wake-up strokes. In der WAKE-UP-Studie konnten wir bereits zeigen, dass viele dieser Patienten deutlich von einer Lysetherapie profitieren knnen. Eine krzlich in The Lancet publizierte Metaanalyse ( 2 ) untersuchte, ob mit einer speziellen, die Durchblutung des Gehirns darstellenden Bildgebung diejenigen Patienten identifiziert werden knnen, die von einer Lysebehandlung profitieren, obwohl der Schlaganfall schon lnger als 4,5 Stunden zurckliegt. Die Studie erfolgte anhand von Patienteneinzeldaten aus den Studien EXTEND ( 3, 4 ) ECASS4-EXTEND ( 5, 6 ) und EPITHET ( 7 ). Primr erfasst wurde das funktionelle Ergebnis (Outcome) nach 3 Monaten bestmgliches Ergebnis war ein mRS-Score (modified rankin scale) mit einem Wert von 01. Das entspricht einer vollstndigen oder fast vollstndigen Rckbildung der neurologischen Ausflle. Die Patientengruppen waren hinsichtlich des Alters und klinischen Schweregrads der Symptome adjustiert worden. Das Sicherheitsprofil umfasste als wichtigstes Outcome Todesflle und Einblutungen in das Infarktareal, zu denen es im Rahmen der Lysetherapie durch die Blutverdnnung kommen kann. Von insgesamt 414 Patienten hatten 213 (51 %) eine Lysetherapie erhalten und 201 (49 %) Placebo. In der Lysegruppe erreichten 36 % der Patienten das primre Outcome (mRS-Score 01), in der Placebogruppe dagegen nur 29 %. Damit war die Odds Ratio (OR), ein optimales funktionelles Ergebnis zu erreichen, in der Lysegruppe fast doppelt so hoch (OR 1,86, p = 0,011) wie in der Placebogruppe. Infarkteinblutungen waren unter einer Lyse signifikant hufiger als bei Placebobehandlung (5 % vs. < 1 %, OR 9,7).18 von 201 (9 %) Patienten in der Placebogruppe starben, in der Lysegruppe 29 von 213 (14 %). Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (p = 0,66), sodass die Autoren der Arbeit schlussfolgern, dass der Gesamtnutzen das Risiko des beschriebenen Vorgehens berwiegt. Zusammenfassend konnten mittels MRT oder CT Risikopatienten identifiziert werden, die bei einem ischmischen Schlaganfall auch nach ber 4,5 (bis maximal 9) Stunden beziehungsweise bei unbekanntem Zeitfenster noch von einer Lysetherapie profitieren knnen. Diese Untersuchungen zeigen, ob noch minderdurchblutete Gehirnareale vorhanden sind, die das Risiko der spten Lyse rechtfertigen, so Prof. Dr. med. Peter Berlit von der Deutschen Gesellschaft fr Neurologie (DGN). Natrlich muss das Blutungsrisiko immer gut gegen den mglichen Nutzen der Lysetherapie abgewogen werden. Ein erhhtes Risiko kann bestehen, wenn der Patient sehr alt ist, frher bereits einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung hatte, aber auch bei nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck oder einer Blutungsneigung beziehungsweise Gerinnungsstrung beispielsweise, wenn bereits sogenannte blutverdnnende Medikamente eingenommen werden. Es bleibt aber in jedem Fall dabei, dass Patienten mit Schlaganfall so schnell wie irgend mglich in eine geeignete Klinik eingeliefert werden mssen, denn,time is brain. Das Zeitfenster von 4,5 Stunden signalisiert nach wie vor die Dringlichkeit und auch bei Schlaganfllen, die unbemerkt ber Nacht aufgetreten sind, sollte umgehend der Rettungsdienst gerufen werden, betont Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN. ▄ DOI: 10.3238/PersNeuro.2019.09.13.10 Dustin Grunert Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft fr Neurologie (DGN) vom 26. Juni 2019 Literatur im Internet: www.aerzteblatt.de/lit3719 1. Thomalla G, Simonsen CZ, Boutitie F et al.: WAKE-UP Investigators. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset. N Engl J Med 2018; 379 (7): 61122 CrossRef MEDLINE 2. Campbell BCV, Ma H, Ringleb PA et al.: EXTEND, ECASS-4, and EPITHET Investigators. Extending thrombolysis to 459 h and wake-up stroke using perfusion imaging: a systematic review and meta-analysis of individual patient data. Lancet 2019; 394 (10193): 13947 CrossRef 3. Ma H, Parsons MW, Christensen S, et al.: A multicentre, randomized, double blinded, placebo controlled phase 3 study to investigate EXtending the time for Thrombolysis in Emergency Neurological Deficits (EXTEND). Int J Stroke 2012; 7: 7480 CrossRef MEDLINE 4. Ma H, Campbell BCV, Parsons MW, et al.: Thrombolysis guided by perfusion imaging up to 9 hours after onset of stroke. N Engl J Med 2019; 380: 1795803 CrossRef MEDLINE 5. Amiri H, Bluhmki E, Bendszus M, et al.: European Cooperative Acute Stroke Study-4: extending the time for thrombolysis in emergency neurological deficits ECASS-4: ExTEND. Int J Stroke 2016; 11: 26067 CrossRef MEDLINE 6. Ringleb P, Bendszus M, Bluhmki E, et al.: Extending the time window for intravenous thrombolysis in acute ischemic stroke using magnetic resonance imaging-based patient selection. Int J Stroke 2019; 14 (5): 48390 CrossRef MEDLINE 7. Davis SM, Donnan GA, Parsons MW, et al.: Effects of alteplase beyond 3 h after stroke in the Echoplanar Imaging Thrombolytic Evaluation Trial (EPITHET): a placebo-controlled randomised trial. Lancet Neurol 2008; 7: 299309 CrossRef MEDLINE

1. Thomalla G, Simonsen CZ, Boutitie F et al.: WAKE-UP Investigators. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset. N Engl J Med 2018; 379 (7): 61122 CrossRef MEDLINE
2. Campbell BCV, Ma H, Ringleb PA et al.: EXTEND, ECASS-4, and EPITHET Investigators. Extending thrombolysis to 459 h and wake-up stroke using perfusion imaging: a systematic review and meta-analysis of individual patient data. Lancet 2019; 394 (10193): 13947 CrossRef
3. Ma H, Parsons MW, Christensen S, et al.: A multicentre, randomized, double blinded, placebo controlled phase 3 study to investigate EXtending the time for Thrombolysis in Emergency Neurological Deficits (EXTEND). Int J Stroke 2012; 7: 7480 CrossRef MEDLINE
4. Ma H, Campbell BCV, Parsons MW, et al.: Thrombolysis guided by perfusion imaging up to 9 hours after onset of stroke. N Engl J Med 2019; 380: 1795803 CrossRef MEDLINE
5. Amiri H, Bluhmki E, Bendszus M, et al.: European Cooperative Acute Stroke Study-4: extending the time for thrombolysis in emergency neurological deficits ECASS-4: ExTEND. Int J Stroke 2016; 11: 26067 CrossRef MEDLINE
6. Ringleb P, Bendszus M, Bluhmki E, et al.: Extending the time window for intravenous thrombolysis in acute ischemic stroke using magnetic resonance imaging-based patient selection. Int J Stroke 2019; 14 (5): 48390 CrossRef MEDLINE
7. Davis SM, Donnan GA, Parsons MW, et al.: Effects of alteplase beyond 3 h after stroke in the Echoplanar Imaging Thrombolytic Evaluation Trial (EPITHET): a placebo-controlled randomised trial. Lancet Neurol 2008; 7: 299309 CrossRef MEDLINE

Schlaganfall: Lyse auch nach Zeitfenster von 4,5 Stunden mglich

Wie lange wirkt eine Lyse?

Lokale Lyse-Therapie – Bei der lokalen Lyse-Therapie wird das Thrombus-auflösende Medikament direkt an die verstopfte Gefäßstelle gebracht. Dies geschieht per Katheter-Eingriff: Eine feine Sonde wird vom Arzt über eine Arterie bis zum Gefäßverschluss vorsichtig vorgeschoben und das Medikament dann direkt dorthin über 30-60 Minuten per Hand injiziert.

  • Vorteil der lokalen Lyse-Therapie : Sie verspricht noch bis zu 6 Stunden nach Einsetzen von Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Symptomen Erfolg.
  • Nachteil der lokalen Lyse-Therapie : Sie setzt die Anwesenheit in einem Krankenhaus voraus, in dem ein Katheterlabor bereit steht.
  • Denn die Durchführung der lokalen Lyse-Therapie erfordert eine Gefäßdarstellung ( Angiographie ), um den Behandlungserfolg zu überwachen.

Lyse Medikamente hemmen die körpereigene Blutgerinnung stark, dadurch haben Patienten eine erhöhte Blutungsgefahr. Nach der Thrombolyse werden Sie für einige Zeit auf der Intensivstation/Stroke Unit überwacht und müssen strenge Bettruhe einhalten. Die Dauer variiert je nach Verlauf der Behandlung.

See also:  Welche Medikamente Nicht Bei Herzinsuffizienz?

Bluthochdruck Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) Nikotinkonsum Fett- und kalorienreiche Ernährung Wenig Bewegung Viel Stress

Der behandelnde Arzt wird die notwendigen Maßnahmen mit Ihnen besprechen. Dazu gehört meist auch die lebenslange Einnahe blutverdünnender Medikamente, um die Gefahr weiterer Gefäßverschlüsse zu senken. Der konsequenten Einnahme der verschriebenen Medikamente sollten Sie unbedingt nachkommen! Die Thrombolyse wird immer nur von einem Arzt durchgeführt – im Notarztwagen vom Notarzt und in der Klinik.

  • Dafür müssen die Ärzte aber speziell ausgebildet sein.
  • Deshalb werden Patienten, die einen Gefäßverschluss im Gehirn oder den Herzkranzgefäßen (Herzinfarkt) erlitten haben, wenn möglich umgehend in Spezialkliniken gebracht, die über sogenannte «Stroke Units» verfügen.
  • Schnelles Handeln ist lebenswichtig, da die Lyse-Therapie nur in einem bestimmten Zeitfenster wirkt.

Zeigen sich typische Symptome für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Lungenembolie oder andere Embolien, rufen Sie sofort die Rettung unter der Notfallnummer 144! Auch wenn Sie unsicher sind, ob hinter Beschwerden wirklich solch dramatische Ereignisse stecken, zögern Sie nicht.

  1. Es gilt immer: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig die Rettung verständigen! Weil die Lyse-Medikamente die körpereigene Blutgerinnung stark hemmen, entsteht durch beide Formen der Thrombolyse ein erhöhtes Risiko für Blutungen an allen möglichen Stellen des Körpers.
  2. Die Lyse-Therapie darf deshalb nicht direkt nach einer Operation oder bei gleichzeitiger Erkrankung an einem blutenden Magengeschwür angewendet werden.

Wegen dieser Gefahr wird die Lyse-Therapie auch nur in einem bestimmten Zeitfenster nach einem Gefäßverschluss eingesetzt. Ist durch zu viel verstrichene Zeit bereits Gewebe abgestorben, überwiegt die Gefahr dieser Nebenwirkung den Nutzen der Lyse-Therapie.

Die Lyse-Therapie wird bei einem Schlaganfall deshalb auch nicht notfallmäßig im Krankenwagen eingesetzt: Erst muss in einer Klinik per Computertomographie (CT) des Gehirns abgeklärt werden, was der Grund für den Schlaganfall ist! Denn neben einer Gefäßverengung beziehungsweise einem Gefäßverschluss kann auch eine Hirnblutung einen Schlaganfall auslösen.

Im letzteren Fall würde der blutverdünnende Effekt der Lyse-Therapie die Situation des Betroffenen nur dramatisch verschlimmern.

Wie lange kann man eine Lyse machen?

Quellen –

  1. Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) – Februar 2016
  2. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset – Autoren : Götz Thomalla, M.D., Claus Z. Simonsen, M.D., Ph.D., Florent Boutitie, Ph.D., Grethe Andersen, M.D., D.M.Sc., Yves Berthezene, M.D., Bastian Cheng, M.D., Bharath Cheripelli, M.D., Tae-Hee Cho, M.D., Franz Fazekas, M.D., Jens Fiehler, M.D., Ian Ford, Ph.D., Ivana Galinovic, M.D., et al. – Publikation : N Engl J Med 2018; 379:611-622 – DOI : 10.1056/NEJMoa1804355
  3. Stroke in the Very Old – Clinical Presentation and Determinants of 3-Month Functional Outcome: A European Perspective – Autoren : Antonio Di Carlo, Maria Lamassa, Giovanni Pracucci, Anna Maria Basile, Gloria Trefoloni, Paola Vanni, Charles D.A. Wolfe, Kate Tilling, Shah Ebrahim, Domenico Inzitari – Publikation : Stroke.1999;30:2313–2319 – DOI : 10.1161/01.STR.30.11.2313
  4. Age and Sex Differences in Ischemic Stroke Treatment in a Nationwide Analysis of 1.11 Million Hospitalized Cases – Autoren : Ralph Weber, Christos Krogias, Jens Eyding, Dirk Bartig, Saskia H. Meves, Aristeidis H. Katsanos, Valeria Caso, Werner Hacke – Publikation : Stroke.2019;50:3494–3502 – DOI : 10.1161/STROKEAHA.119.026723

Was macht Tranexamsäure?

03.05.2021 Eine aktuelle Studie der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Patrick Meybohm vom Uniklinikum Würzburg belegt, dass die prophylaktische Gabe von Tranexamsäure das Risiko einer Thrombose oder einer Embolie nicht erhöht. Eine gute Nachricht unter anderem für alle, die unnötige Bluttransfusionen vermeiden wollen.

Tranexamsäure (TXA) ist ein hochpotentes Antifibrinolytikum, also ein Medikament, das die Auflösung von Blutgerinnseln ( Thromben ) verhindert. Diese Wirkweise macht sich die Medizin seit vielen Jahrzehnten zunutze – vor allem dann, wenn die Gerinnung dabei helfen soll, schwere Blutungen zu stoppen. Neuerdings tritt TXA durch das „Patient Blood Management» verstärkt in den Fokus der Mediziner*innen.

„Dieses Konzept zielt unter anderem darauf ab, bei Operationen die Blutverluste und den Einsatz von Blutkonserven möglichst zu reduzieren», schildert Prof. Dr. Patrick Meybohm. Der Leiter der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Ein Ansatz dabei ist, bei Standardeingriffen, wie Knie- oder Wirbelsäulenoperationen, vorbeugend TXA intravenös zu verabreichen und damit die Blutverluste deutlich zu minimieren.» Basis: Über 200 Studien mit Daten von 125.000 Patienten Die Erweiterung der Indikationen ruft jedoch auch Besorgnis hervor: Kann die prophylaktische Anwendung nicht auch zu einem vermehrten Auftreten von Thrombosen oder Embolien führen? Um hier Klarheit zu schaffen, wertete Isabel Taeuber, Doktorandin aus der Arbeitsgruppe von Prof.

Meybohm, mehr als 200 randomisierte kontrollierte Studien aus. Sie berücksichtigte dabei wissenschaftliche Arbeiten, die intravenös verabreichte Tranexamsäure mit einem Placebo oder einer Kontrolle verglichen. Dahinter stehen in Summe die Daten von über 125.000 Patienten aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen.

Ergebnis: Vorteile überwiegen das Risiko deutlich Die im April dieses Jahres in der Fachzeitschrift JAMA Surgery veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt, dass unter prophylaktischer TXA-Gabe weder Thrombosen noch Embolien häufiger auftreten. Gleichzeitig konnte aber ermittelt werden, dass die allgemeine Sterblichkeitsrate – insbesondere die Sterblichkeitsrate aufgrund von Blutungen – durch Tranexamsäure signifikant gesenkt wird.

Es lässt sich festhalten, dass die Vorteile der vorbeugenden Therapie das potenzielle Thromboembolie-Risiko deutlich überwiegen. Damit bildet TXA einen wichtigen Baustein im Blutmanagement des Patienten. Der Wirkstoff hilft, eine Gerinnungsstörung zu verhindern, das Blutungsrisiko zu reduzieren und die wertvolle Ressource Blut zu schonen», fasst Prof.

Meybohm, der Letztautor der Studie, zusammen. Literatur: Taeuber I, Weibel S, Herrmann E, et al. Association of Intravenous Tranexamic Acid With Thromboembolic Events and Mortality: A Systematic Review, Meta-analysis, and Meta-regression. JAMA Surg. Published online April 14, 2021.

Warum ist es wichtig schnell mit der Lysetherapie zu beginnen?

Warum ist Zeit so wichtig bei einem Schlaganfall? – Die Akutbehandlung des Schlaganfalls, der durch einen Gefäßverschluss im Gehirn verursacht wird, ist die systemische Lysetherapie, Hierbei wird durch die Gabe eines Enzyms der den Gefäßverschluss verursachende Thrombus zersetzt und das Gefäß damit wieder eröffnet. Je schneller das möglich ist, umso weniger Beschädigung erfährt das Gehirn. Verschiedene klinische Studien konnten zeigen, wenn Patienten in einem Zeitfenster von 3 – 4,5 Stunden nach Beschwerdebeginn eine Lysetherapie bekommen, wird jeder 14. Patient so gut wie beschwerdefrei. Bekommen Patienten bereits in ein einem Zeitfenster von 90 Minuten bis 3 Stunden nach Beschwerdebeginn eine Lysetherapie, wird schon jeder 9.

Wie lange wirkt alteplase?

5. Präparate

Präparat Handelsname Halbwertszeit
2. Generation (lokale Fibrinolyse)
Reteplase Rapilysin ® 18 min
Alteplase Actilyse ® 11-14 min
Tenecteplase Metalysin ® 18 min

Wann darf Heparin nicht angewendet werden?

Kontraindikationen – Heparine dürfen nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
  • Aktueller oder aus der Anamnese bekannter allergisch bedingter Thrombozytopenie auf Heparin (Heparin-assoziierte Thrombozytopenie Typ II)
  • Aktive starke Blutung und Risikofaktoren für eine starke Blutung
  • Septische Endokarditis
  • Spinalanästhesie, Periduralanästhesie, Lumbalpunktion
  • Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B. Ulzera im Magen- und/oder Darmbereich, Hypertonie (größer als 105 mmHg diastolisch), Hirnblutung, Traumata oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem, Augenoperationen, Retinopathien, Glaskörperblutungen, Hirnarterienaneurysma

Wann Heparin nach Lyse?

Die während der Lysetherapie anfallenden Fibrin(ogen)spaltprodukte verlängern die Gerin- nungsteste durch direkte Thrombinhemmung, so daß die PTT-wirksame Heparingabe während und 2-4 Stunden nach Lyse in der Regel halbiert werden kann.

Ist Heparin durchblutungsfördernd?

Abschwellend und durchblutungsfördernd – Der Wirkstoff Heparin-Natrium verhindert, dass das Blut im Körper gerinnt und unterstützt so den Abbau von Blutgerinnseln. Dies wirkt sich abschwellend auf Schwellungen und Blutergüsse aus und hilft diese zu mildern.

Welche Blutverdünner bei TIA?

Risikoreduktion um 25 Prozent – Ein internationales Expertenteam hatte im Dezember die duale Plättchenhemmung mit ASS und Clopidogrel in einem solchen Fall empfohlen. »Diese Kombinationstherapie sollte mindestens 24 Stunden nach dem Einsetzen der ersten Schlaganfallsymptome erfolgen und über 10 bis 21 Tage andauern«, sagt Professor Dr.

  1. Armin Grau, Erster Vorsitzender der DSG und Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum Ludwigshafen.
  2. Grundlage für die neue Empfehlung sind die Ergebnisse der POINT-Studie, die im Juli 2018 im »New England Journal of Medicine« veröffentlicht wurden.
  3. Daran nahmen weltweit 4881 Patienten teil, die nach TIA oder leichtem ischämischem Schlaganfall entweder wie üblich ASS allein beziehungsweise plus Placebo erhielten oder ASS plus Clopidogrel (50 bis 325 mg ASS täglich plus 75 mg Clopidogrel täglich).

Größere ischämische Ereignisse gab esin den folgenden drei Monaten bei 5,0 Prozent der Patienten unter dualer Plättchenhemmung und bei 6,5 Prozent der Probanden unter ASS plus Placebo (Hazard Ratio 0,75). Die meisten dieser Folge-Schlaganfälle traten innerhalb von einer Woche nach dem ersten Ereignis auf.

  1. Zu schweren Blutungen als Nebenwirkung kam es bei 0,9 Prozent der Patienten unter ASS plus Clopidogrel gegenüber 0,4 Prozent unter ASS plus Placebo (Hazard Ratio 2,32).
  2. Die Studie wurde aufgrund der überlegenen Ergebnisse unter Kombitherapie frühzeitig abgebrochen.
  3. »Die unterschiedlichen Wirkmechanismen scheinen sich zu addieren«, kommentiert DGN-Pressesprecher Diener.

Mit 25 Prozent sei die Risikoreduktion unter der Kombinationstherapie signifikant gewesen. »Im Klartext heißt das, dass durch die kombinierte Einnahme von Aspirin und Clopidrogrel deutlich mehr Folge-Schlaganfälle verhindert werden können, und zwar bei vertretbaren Risiken wie einem leicht erhöhten Blutungsrisiko«, so der DSG-Vorsitzende Grau.

Ist Aspirin gut bei Schlaganfall?

Kann Aspirin für die Notfallbehandlung eines Schlaganfalls angewendet werden? – Sie sollten Aspirin nicht auf eigene Faust anwenden. Aspirin sollte nur durch einen Arzt verabreicht werden, der einen Gehirnscan zur Identifizierung der Art des Schlaganfalls durchgeführt hat: ischämischer Schlaganfall oder hämorrhagischer Schlaganfall.

  1. Der ischämische Schlaganfall wird durch ein Blutgerinnsel im Gehirn verursacht und macht 87 % aller Schlaganfälle aus.
  2. Der hämorrhagische Schlaganfall wird durch eine geplatzte Arterie im Gehirn verursacht und erfordert oft eine Operation.
  3. Die Kenntnis der Art des Schlaganfalls ist von entscheidender Bedeutung für eine effektive Behandlung, da jede Art unterschiedlich behandelt wird.

Zur Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls verwenden die Ärzte häufig gerinnungshemmende Medikamente wie Alteplase oder Aspirin. Diese Medikamente helfen, das Blut zu verdünnen und das Gerinnsel im Gehirn aufzulösen.

Warum Lyse nur bis 4 5 Stunden?

Artikel Literatur Kommentare/Briefe Statistik

Mittels Perfusions-Diffusions-MRT oder Perfusions-CT knnen Risikopatienten identifiziert werden, die noch maximal 9 Stunden nach einem ischmischen Schlaganfall von einer Lysetherapie profitieren knnen. Foto: picture alliance BSIP Damit es nach einem ischmischen Schlaganfall nicht zu bleibenden Schden kommt, muss bisher innerhalb von maximal 4,5 Stunden die Blutversorgung wiederhergestellt werden, indem das Gerinnsel entfernt (interventionelle Thrombektomie) oder aufgelst (intravense Lysetherapie) wird. Viele Patienten erreichen aber nicht rechtzeitig genug eine Klinik mit Stroke Unit. Die WAKE-UP ( 1 ) zeigt nun, dass mit spezieller Bildgebung Patienten identifiziert werden knnen, die auch noch nach diesem engen Zeitfenster von einer Lyse profitieren knnen. Entscheidend ist, dass man bisher nur ein Zeitfenster von ungefhr 4,5 Stunden fr die intravense Lyse hatte, erklrt Prof. Dr. med. Gtz Thomalla vom Universittsklinikum Hamburg. Fr den Nutzen einer spteren Behandlung gab es bisher keinen Nachweis. Sehr viele Patienten knnen nicht lysiert werden, weil sie nicht schnell genug in einer entsprechend spezialisierten Klinik sind. Zurzeit werden nur circa 20 % aller Schlaganfallpatienten in Deutschland leitlinienentsprechend innerhalb des Zeitfensters mit einer Lysetherapie behandelt, so Thomalla, der Leiter der WAKE-UP-Studie war. Schwierig ist die Situation besonders bei Patienten, bei denen der Zeitpunkt des Schlaganfalls nicht bekannt ist, weil er im Schlaf auftrat sogenannte,wake-up strokes. In der WAKE-UP-Studie konnten wir bereits zeigen, dass viele dieser Patienten deutlich von einer Lysetherapie profitieren knnen. Eine krzlich in The Lancet publizierte Metaanalyse ( 2 ) untersuchte, ob mit einer speziellen, die Durchblutung des Gehirns darstellenden Bildgebung diejenigen Patienten identifiziert werden knnen, die von einer Lysebehandlung profitieren, obwohl der Schlaganfall schon lnger als 4,5 Stunden zurckliegt. Die Studie erfolgte anhand von Patienteneinzeldaten aus den Studien EXTEND ( 3, 4 ) ECASS4-EXTEND ( 5, 6 ) und EPITHET ( 7 ). Primr erfasst wurde das funktionelle Ergebnis (Outcome) nach 3 Monaten bestmgliches Ergebnis war ein mRS-Score (modified rankin scale) mit einem Wert von 01. Das entspricht einer vollstndigen oder fast vollstndigen Rckbildung der neurologischen Ausflle. Die Patientengruppen waren hinsichtlich des Alters und klinischen Schweregrads der Symptome adjustiert worden. Das Sicherheitsprofil umfasste als wichtigstes Outcome Todesflle und Einblutungen in das Infarktareal, zu denen es im Rahmen der Lysetherapie durch die Blutverdnnung kommen kann. Von insgesamt 414 Patienten hatten 213 (51 %) eine Lysetherapie erhalten und 201 (49 %) Placebo. In der Lysegruppe erreichten 36 % der Patienten das primre Outcome (mRS-Score 01), in der Placebogruppe dagegen nur 29 %. Damit war die Odds Ratio (OR), ein optimales funktionelles Ergebnis zu erreichen, in der Lysegruppe fast doppelt so hoch (OR 1,86, p = 0,011) wie in der Placebogruppe. Infarkteinblutungen waren unter einer Lyse signifikant hufiger als bei Placebobehandlung (5 % vs. < 1 %, OR 9,7).18 von 201 (9 %) Patienten in der Placebogruppe starben, in der Lysegruppe 29 von 213 (14 %). Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (p = 0,66), sodass die Autoren der Arbeit schlussfolgern, dass der Gesamtnutzen das Risiko des beschriebenen Vorgehens berwiegt. Zusammenfassend konnten mittels MRT oder CT Risikopatienten identifiziert werden, die bei einem ischmischen Schlaganfall auch nach ber 4,5 (bis maximal 9) Stunden beziehungsweise bei unbekanntem Zeitfenster noch von einer Lysetherapie profitieren knnen. Diese Untersuchungen zeigen, ob noch minderdurchblutete Gehirnareale vorhanden sind, die das Risiko der spten Lyse rechtfertigen, so Prof. Dr. med. Peter Berlit von der Deutschen Gesellschaft fr Neurologie (DGN). Natrlich muss das Blutungsrisiko immer gut gegen den mglichen Nutzen der Lysetherapie abgewogen werden. Ein erhhtes Risiko kann bestehen, wenn der Patient sehr alt ist, frher bereits einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung hatte, aber auch bei nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck oder einer Blutungsneigung beziehungsweise Gerinnungsstrung beispielsweise, wenn bereits sogenannte blutverdnnende Medikamente eingenommen werden. Es bleibt aber in jedem Fall dabei, dass Patienten mit Schlaganfall so schnell wie irgend mglich in eine geeignete Klinik eingeliefert werden mssen, denn,time is brain. Das Zeitfenster von 4,5 Stunden signalisiert nach wie vor die Dringlichkeit und auch bei Schlaganfllen, die unbemerkt ber Nacht aufgetreten sind, sollte umgehend der Rettungsdienst gerufen werden, betont Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN. ▄ DOI: 10.3238/PersNeuro.2019.09.13.10 Dustin Grunert Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft fr Neurologie (DGN) vom 26. Juni 2019 Literatur im Internet: www.aerzteblatt.de/lit3719 1. Thomalla G, Simonsen CZ, Boutitie F et al.: WAKE-UP Investigators. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset. N Engl J Med 2018; 379 (7): 61122 CrossRef MEDLINE 2. Campbell BCV, Ma H, Ringleb PA et al.: EXTEND, ECASS-4, and EPITHET Investigators. Extending thrombolysis to 459 h and wake-up stroke using perfusion imaging: a systematic review and meta-analysis of individual patient data. Lancet 2019; 394 (10193): 13947 CrossRef 3. Ma H, Parsons MW, Christensen S, et al.: A multicentre, randomized, double blinded, placebo controlled phase 3 study to investigate EXtending the time for Thrombolysis in Emergency Neurological Deficits (EXTEND). Int J Stroke 2012; 7: 7480 CrossRef MEDLINE 4. Ma H, Campbell BCV, Parsons MW, et al.: Thrombolysis guided by perfusion imaging up to 9 hours after onset of stroke. N Engl J Med 2019; 380: 1795803 CrossRef MEDLINE 5. Amiri H, Bluhmki E, Bendszus M, et al.: European Cooperative Acute Stroke Study-4: extending the time for thrombolysis in emergency neurological deficits ECASS-4: ExTEND. Int J Stroke 2016; 11: 26067 CrossRef MEDLINE 6. Ringleb P, Bendszus M, Bluhmki E, et al.: Extending the time window for intravenous thrombolysis in acute ischemic stroke using magnetic resonance imaging-based patient selection. Int J Stroke 2019; 14 (5): 48390 CrossRef MEDLINE 7. Davis SM, Donnan GA, Parsons MW, et al.: Effects of alteplase beyond 3 h after stroke in the Echoplanar Imaging Thrombolytic Evaluation Trial (EPITHET): a placebo-controlled randomised trial. Lancet Neurol 2008; 7: 299309 CrossRef MEDLINE

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1. Thomalla G, Simonsen CZ, Boutitie F et al.: WAKE-UP Investigators. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset. N Engl J Med 2018; 379 (7): 61122 CrossRef MEDLINE
2. Campbell BCV, Ma H, Ringleb PA et al.: EXTEND, ECASS-4, and EPITHET Investigators. Extending thrombolysis to 459 h and wake-up stroke using perfusion imaging: a systematic review and meta-analysis of individual patient data. Lancet 2019; 394 (10193): 13947 CrossRef
3. Ma H, Parsons MW, Christensen S, et al.: A multicentre, randomized, double blinded, placebo controlled phase 3 study to investigate EXtending the time for Thrombolysis in Emergency Neurological Deficits (EXTEND). Int J Stroke 2012; 7: 7480 CrossRef MEDLINE
4. Ma H, Campbell BCV, Parsons MW, et al.: Thrombolysis guided by perfusion imaging up to 9 hours after onset of stroke. N Engl J Med 2019; 380: 1795803 CrossRef MEDLINE
5. Amiri H, Bluhmki E, Bendszus M, et al.: European Cooperative Acute Stroke Study-4: extending the time for thrombolysis in emergency neurological deficits ECASS-4: ExTEND. Int J Stroke 2016; 11: 26067 CrossRef MEDLINE
6. Ringleb P, Bendszus M, Bluhmki E, et al.: Extending the time window for intravenous thrombolysis in acute ischemic stroke using magnetic resonance imaging-based patient selection. Int J Stroke 2019; 14 (5): 48390 CrossRef MEDLINE
7. Davis SM, Donnan GA, Parsons MW, et al.: Effects of alteplase beyond 3 h after stroke in the Echoplanar Imaging Thrombolytic Evaluation Trial (EPITHET): a placebo-controlled randomised trial. Lancet Neurol 2008; 7: 299309 CrossRef MEDLINE

Schlaganfall: Lyse auch nach Zeitfenster von 4,5 Stunden mglich

Wann Antikoagulation nach Lyse?

? Kann ein Patient, der unter einer oralen Antikoagulation steht, im Falle eines ischämischen Insults eine Thrombolyse bekommen? – Grundsätzlich ist eine Lyse nur dann streng kontraindiziert, wenn ein NOAK innerhalb der letzten 24–36 Stunden eingenommen wurde oder bei einem Vitamin-K-Antagonisten der INR-Wert über 1,7 liegt.

Wie lange wirkt eine Lyse?

Lokale Lyse-Therapie – Bei der lokalen Lyse-Therapie wird das Thrombus-auflösende Medikament direkt an die verstopfte Gefäßstelle gebracht. Dies geschieht per Katheter-Eingriff: Eine feine Sonde wird vom Arzt über eine Arterie bis zum Gefäßverschluss vorsichtig vorgeschoben und das Medikament dann direkt dorthin über 30-60 Minuten per Hand injiziert.

  1. Vorteil der lokalen Lyse-Therapie : Sie verspricht noch bis zu 6 Stunden nach Einsetzen von Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Symptomen Erfolg.
  2. Nachteil der lokalen Lyse-Therapie : Sie setzt die Anwesenheit in einem Krankenhaus voraus, in dem ein Katheterlabor bereit steht.
  3. Denn die Durchführung der lokalen Lyse-Therapie erfordert eine Gefäßdarstellung ( Angiographie ), um den Behandlungserfolg zu überwachen.

Lyse Medikamente hemmen die körpereigene Blutgerinnung stark, dadurch haben Patienten eine erhöhte Blutungsgefahr. Nach der Thrombolyse werden Sie für einige Zeit auf der Intensivstation/Stroke Unit überwacht und müssen strenge Bettruhe einhalten. Die Dauer variiert je nach Verlauf der Behandlung.

Bluthochdruck Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) Nikotinkonsum Fett- und kalorienreiche Ernährung Wenig Bewegung Viel Stress

Der behandelnde Arzt wird die notwendigen Maßnahmen mit Ihnen besprechen. Dazu gehört meist auch die lebenslange Einnahe blutverdünnender Medikamente, um die Gefahr weiterer Gefäßverschlüsse zu senken. Der konsequenten Einnahme der verschriebenen Medikamente sollten Sie unbedingt nachkommen! Die Thrombolyse wird immer nur von einem Arzt durchgeführt – im Notarztwagen vom Notarzt und in der Klinik.

  1. Dafür müssen die Ärzte aber speziell ausgebildet sein.
  2. Deshalb werden Patienten, die einen Gefäßverschluss im Gehirn oder den Herzkranzgefäßen (Herzinfarkt) erlitten haben, wenn möglich umgehend in Spezialkliniken gebracht, die über sogenannte «Stroke Units» verfügen.
  3. Schnelles Handeln ist lebenswichtig, da die Lyse-Therapie nur in einem bestimmten Zeitfenster wirkt.

Zeigen sich typische Symptome für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Lungenembolie oder andere Embolien, rufen Sie sofort die Rettung unter der Notfallnummer 144! Auch wenn Sie unsicher sind, ob hinter Beschwerden wirklich solch dramatische Ereignisse stecken, zögern Sie nicht.

  • Es gilt immer: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig die Rettung verständigen! Weil die Lyse-Medikamente die körpereigene Blutgerinnung stark hemmen, entsteht durch beide Formen der Thrombolyse ein erhöhtes Risiko für Blutungen an allen möglichen Stellen des Körpers.
  • Die Lyse-Therapie darf deshalb nicht direkt nach einer Operation oder bei gleichzeitiger Erkrankung an einem blutenden Magengeschwür angewendet werden.

Wegen dieser Gefahr wird die Lyse-Therapie auch nur in einem bestimmten Zeitfenster nach einem Gefäßverschluss eingesetzt. Ist durch zu viel verstrichene Zeit bereits Gewebe abgestorben, überwiegt die Gefahr dieser Nebenwirkung den Nutzen der Lyse-Therapie.

Die Lyse-Therapie wird bei einem Schlaganfall deshalb auch nicht notfallmäßig im Krankenwagen eingesetzt: Erst muss in einer Klinik per Computertomographie (CT) des Gehirns abgeklärt werden, was der Grund für den Schlaganfall ist! Denn neben einer Gefäßverengung beziehungsweise einem Gefäßverschluss kann auch eine Hirnblutung einen Schlaganfall auslösen.

Im letzteren Fall würde der blutverdünnende Effekt der Lyse-Therapie die Situation des Betroffenen nur dramatisch verschlimmern.