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Seit Wann Gibt Es Medikamente?

Seit Wann Gibt Es Medikamente
Arzneizubereitung in der Antike – Die Geschichte der Arzneimittel ist mit den Ursprüngen der Menschheitsgeschichte eng verknüpft. Die Kenntnis der Wirkung von Arzneien beruht auf Beobachtung, Zufall und Erfahrung. Die älteste überlieferte Rezeptesammlung stammt von den Sumerern in Mesopotamien um 3000 vor Christus – sie ist heute also rund 5000 Jahre alt.

In Fachkreisen berühmt ist auch der Ebers-Papyrus, vor 3500 Jahren in Ägypten verfasst, der rund 880 medizinische Rezepte und Heilmittel auflistet. Die alten Ägypter hatten einen hohen Kenntnisstand bei der Verwendung von Arzneien, der auch bei den aufwendigen Mumifizierungen eine wichtige Rolle spielte.

Die ersten Medikamente waren größtenteils Pflanzen und Heilkräuter, Arzneistoffe wurden aber auch aus tierischen und mineralischen Stoffen gewonnen. Professionelle Arzneizubereitungsstätten – die ersten Apotheken – waren Hospitälern im Nahen Osten angegliedert, etwa im 9.

  • Jahrhundert nach Christus, und zwar in Bagdad, dem heutigen Irak.
  • In der Antike und im Mittelalter gab es grundsätzlich zwei zentrale Stätten der Arzneimittelzubereitung: die ärztliche Praxis und der Haushalt.
  • Ärztliche Rezepte beruhten meist auf Mitteln, die auch im Haushalt eine wichtige Rolle spielten – etwa Honig, Wein und Milch,

So bildete sich neben der gelehrten Medizin auch eine Volksmedizin heraus.

Wie lange gibt es die Pharmaindustrie?

Von der Apotheke zum Pharmakonzern – Während die Herstellung und der Vertrieb von Arzneien zunächst Gebiet von Einzelpersonen und Apotheken war, kam Anfang des 19. Jahrhunderts der große Durchbruch. Entwicklungen in der Forschung wie die Lichtmikroskopie und die Möglichkeit zur Synthese organischer Stoffe legten den Grundstein für die industrielle Herstellung von Arzneimitteln.1827 gründete der Darmstädter Apotheker Heinrich Emanuel Merck die erste chemisch-pharmazeutische Fabrik, weitere Gründungen folgten in Berlin, Ingelheim, Mannheim, Ludwigshafen und der Schweiz.

Die ersten Pharmazeutika waren Morphin, Penicillin und Chinin. Oft wurden der Wirkmechanismus und die Struktur erst verstanden, nachdem das Medikament schon lange vertrieben wurde – heute ein Ding der Unmöglichkeit. Im Laufe der Zeit schlossen sich kleinere Unternehmen und Fabriken zusammen, heute gibt es einige große, milliardenschwere Pharmakonzerne wie beispielsweise Pfizer, Sanofi-Aventis und Novartis, die den Markt bestimmen.

Die größten Pharmaunternehmen in Deutschland sind Bayer und Merck.

Was war das erste chemische Medikament?

Synthetische Arzneimittel Der erste Ullmann-Artikel über synthetische Arzneimittel ist ein interessantes Zeitdokument über eine wichtige Phase der Entwicklung der Pharmaindustrie als Zweig der chemischen Industrie. Der allererste Band von Ullmann´s „» erschien 1914, wenige Wochen vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

  1. Dieser Band enthält den Artikel „Arzneimittel, synthetische» (S.588-608), in dem die Autoren die Entwicklung des noch recht jungen Industriezweiges aufzeigten.
  2. Zu dieser Zeit hatte Deutschland aufgrund seiner aufstrebenden und starken chemischen Industrie, insbesondere der Teerfarbenindustrie mit der großen Zahl an Farbstoffzwischenprodukten, eindeutig eine führende Rolle bei der Erfindung bzw.

Entdeckung und Entwicklung synthetischer Arzneistoffe, was sogar von US-Autoren selbst heute noch bestätigt wird. Mit ausschlaggebend dafür waren sowohl die intensive Kooperation zwischen der chemischen Industrie und den Hochschulinstituten, als auch die frühe Einbindung der ebenfalls noch jungen Disziplin Pharmakologie.

Auch hatte sich bereits frühzeitig, etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die gewerbsmäßige Herstellung reiner Naturstoffe aus Pflanzenextrakten etabliert, womit ein gewisses Know-how vorhanden war. Beispiele sind Morphin, Chinin, Cocain, Atropin und viele andere. Diese Betriebe entwickelten sich vornehmlich aus Apotheken, wie z.B.

im Fall von E. Merck in Darmstadt und Schering in Berlin.1914 hatte die Pharmachemie noch längst nicht die Bedeutung erlangt wie ab dem mittleren Drittel des letzten Jahrhunderts, das oft zitierte „golden age of drug development». Die Zahl der reinen Arzneistoffe dürfte damals bei 200-300 gelegen haben, ein Großteil davon hat sich in der Folge aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen als obsolet erwiesen.

Zum Vergleich: Heute sind weltweit deutlich über 3000 Arzneistoffe auf dem Markt, und jedes Jahr kommen etwa 30 neue hinzu, wovon die meisten in den USA entwickelt werden. Es sei daran erinnert, dass noch kein Insulin, keine Sulfonamide und kein Penicillin entdeckt waren. Das Deutsche Arzneibuch, das erstmals 1872 aufgelegt wurde, existierte aber 1910 bereits in 5.

Auflage (DAB 5). Es war die Zeit, als die durchschnittliche Lebenserwartung noch unter 50 Jahren lag und Infektionskrankheiten für fast die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich waren. Neben den Alkaloiden waren es die Narkosemittel Äther und Chloroform, Antipyretika, Lokalanästhetika, Antiseptika, Quecksilber- und Silbersalze, Hypnotika, das Aspirin und das von Paul Ehrlich gegen Syphilis entwickelte Chemotherapeutikum Salvarsan (Ehrlich-Hata 606), aus denen das Arsenal der Therapeutika bestand.

  • Wie aus dem 100 Jahre alten Ullmann-Beitrag hervorgeht, gab es damals bereits erste Überlegungen zu Struktur-Aktivitäts-Beziehungen.
  • Der erste industriell hergestellte synthetische Arzneistoff war die Salicylsäure, ein Inhaltsstoff der Weidenrinde, deren Extrakte seit zwei Jahrtausenden in Anwendung waren und sogar heute noch sind.

Salicylsäure wurde seit 1874 nach einem von Kolbe und Schmidt entwickelten Verfahren von der Chemischen Fabrik von Heyden in Radebeul bei Dresden in großem Umfang produziert und diente als Rohstoff für das 1899 von den Farbenfabriken Bayer in den Markt gebrachte „Jahrhundertmedikament» Aspirin, ein Antirheumatikum, das bis heute große Bedeutung besitzt.

Weitere bedeutende Marksteine waren Antipyretika, und zwar das von dem Chemiker Knorr und dem Pharmakologen Filehne 1883 entwickelte und von Hoechst vertriebene Antipyrin (Phenyldimethylpyrazolon), das daraus weiter entwickelte Pyramidon sowie das in den Labors von Bayer gefundene Phenacetin, die über viele Jahre den Markt dominierten.

Als „Ersatzpräparate» für das teure Cocain wurde eine ganze Reihe von Lokalanästhetika entwickelt, von denen die Eucaine von Schering, vor allen aber das Novocain von Hoechst zu erwähnen ist. Letzteres kam 1905 in den Handel. Ein Segen waren die Schlafmittel (Hypnotika).

Dem bereits 1869 als Hypnotikum erkannten Chloralhydrat folgten das Sulfonal und Analoga und dann ab 1903 die Barbiturate, von denen das Veronal (Barbital) und später das Luminal (Phenobarbital) besonders häufige therapeutische Anwendung erreichten. Bedeutsam waren auch die ersten Schritte der semisynthetischen Abwandlung von Alkaloiden, so die Herstellung von Codein und Heroin aus Morphin.

Schließlich gelang es auch, die harntreibend (diuretisch) wirksamen Purinbasen Theophyllin, Theobromin und Coffein synthetisch zu gewinnen (E. Fischer; W. Traube). Der erste Ullmann-Artikel über synthetische Arzneimittel ist ein interessantes Zeitdokument über eine wichtige Phase der Entwicklung der Pharmaindustrie als Zweig der chemischen Industrie.

  1. Es fällt auf, dass als Quellen vorwiegend Patente genannt sind.
  2. Das spricht dafür, dass die Autoren vornehmlich aus der Industrie kamen.
  3. Bis jetzt hat der „Ullmann» die Entwicklung der Pharmaindustrie und ihrer Produkte in jeder Auflage aktiv begleitet und es ist zu hoffen, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird.

Heutzutage ist es allerdings schwierig geworden, Kollegen aus der (deutschen) Pharmaindustrie als Autoren zu gewinnen, und die Firmen fördern das leider auch nicht mehr. Mehr zum Thema, : Synthetische Arzneimittel

Wie werden Medikamente erfunden?

Herstellung von Arzneimitteln – Die Herstellung eines Arzneimittels beginnt mit der Isolation des Wirkstoffes, der dann zusammen mit Hilfsstoffen in eine bestimmte Arzneiform wie z.B. Tablette oder Salbe gebracht wird. Schliesslich wird das Arzneimittel maschinell in eine speziell entworfene Verpackung abgefüllt.

Die Arzneimittel werden chargenweise, d.h. in Losen, hergestellt. Massnahmen zur Qualitätskontrolle und -sicherung stellen sicher, dass nur qualitativ einwandfreie Arzneimittel in den Verkauf gelangen. Sollte einmal eine Charge als mangelhaft erkannt werden, können die Arzneimittel aufgrund der Chargennummer zurückgerufen werden.

Die Sicherheit der Arzneimittel für den Verbraucher muss unbedingt gewährleistet sein. Die Herstellung unterliegt deshalb einer strengen behördlichen Kontrolle. Dafür ist grundsätzlich Swissmedic zuständig. Die Kantone wirken bei dieser Kontrollaufgabe mit.

Wer hat die erste Tablette erfunden?

Die Geschichte der Tablette – Die vielfach geübte Methode des Einschlagens von Drogen in teigartige Nahrung fand bereits um 1500 v. Chr. in Ägypten statt. Als unmittelbare Vorgänger der Tablette sind Pastillen, Pillen oder auch andere geformte, feste Varianten anzusehen.

  1. Wie schon die Ägypter haben auch die Griechen in der Antike Kügelchen aus schlecht schmeckenden Wirkstoffen bereitet.
  2. Die Erfindung der manuellen Tablettenpresse durch Brockedon im Jahre 1843 brachte einen Wandel auf dem Gebiet der festen peroralen Darreichungsformen.
  3. Die Tablettenproduktion im industriellen Maßstab in Europa wurde 1884 durch die Firma Burroughs Wellcome & Co.

in London vorangetrieben. Sie ließen sich die Bezeichnung „tabloid» als Markenname schützen und produzierten daraufhin erhebliche Stückzahlen,

Wann war Deutschland die Apotheke der Welt?

Ein Werbefahrzeug macht in den Niederlanden um das Jahr 1929 Reklame für Aspirin. – Bayer AG Wie charmant die Wiege eines Weltkonzerns sein kann: Anno 1668 erhielt der Apotheker Friedrich Jakob Merck in Darmstadt die Betriebserlaubnis für die von ihm erworbene Zweite Apotheke, die später in Engel-Apotheke umbenannt wurde.

  1. Aus ihr entwickelte sich über die Jahre eine Firma, die nun als das älteste pharmazeutische Unternehmen der Welt gilt.
  2. Aus der Engel-Apotheke gingen die Pharma-Weltkonzerne Merck KGaA in Darmstadt und Merck & Co.
  3. In Kenilworth im US-Gliedstaat New Jersey hervor.
  4. Der Aufstieg der Apothekenfirma trug dazu bei, dass Deutschland ab Anfang des 20.

Jahrhunderts das Prädikat «Apotheke der Welt» innehatte, also als einer der wichtigsten Lieferanten von Medikamenten galt. Wie ist es dazu gekommen?

Wie lange gibt es Apotheken?

Die Erfindung der Apotheke – Die Pharmazie ist ein kompliziertes Fach – und das Apothekenwesen ein stolzer Berufsstand mit einer jahrhundertealten Tradition. Hersteller von Arzneimitteln gibt es bereits seit den ersten Hochkulturen. Aber die ersten Apotheker, so wie man sie heute kennt, traten erstmals vor ungefähr 800 Jahre auf.

Um 1240 erließ Kaiser Friedrich II die sogenannte Medizinalverordnung, eine tiefgreifende Reformation des damaligen Gesundheitswesens. Ein wichtiger Teil des Dekrets: Die scharfe Trennung zwischen Arzt und Apotheker. Ein und derselben Person war es von nun an verboten, beide Berufe auszuüben. Denn Quacksalber hatten immer wieder falsche oder wirkungslose Arzneien verkauft.

Die Medizinalverordnung sollte Ordnung in die Gesundheitsversorgung bringen, indem der Staat beide Berufsgruppen von nun an kontrollierte. Zunächst galt das Gesetz nur in Süditalien, wo Kaiser Friedrich herrschte. Bald übernahmen es aber Fürsten und freie Städte in ganz Europa – die Geburtsstunde des Apothekerstandes.

Welche Schmerzmittel gab es früher?

Als Mitglied der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. haben Sie viele Vorteile. Informieren Sie sich hier. – Mitglied werden Zu den Ur-Erfahrungen des Lebens gehört der Schmerz. Schon seit Anbeginn der Menschwerdung versucht der schmerzgeplagte Mensch Mittel und Wege zu finden, diesen zu bekämpfen.

Ein Wunder, dass er dabei die Hilfe von Magie, Religion oder erste Heilkunst in Anspruch nahm, denn der Mensch der Frühzeit fühlte sich dieser „unbekannten Kraft» ausgeliefert. Schmerzmedizin in der Frühgeschichte und Antike Schmerz galt in der Frühgeschichte als dämonisches Übel oder Strafe der Götter.

Medizinmänner oder Priester versuchten z.B. mit manipulativer Beeinflussung (Rituale), Tätowierungen, Amuletten und Götzenbildern entweder vor dem Schmerz zu schützen oder ihn „auszutreiben». Zu den ersten Schmerzmitteln gehörten mineralische, pflanzliche und tierische Tinkturen, Salben und Heiltrunke.

  1. Funde aus der Steinzeit (um 10.000 v.
  2. Chr.) lassen vermuten, dass gebohrte Löcher in menschlichen Schädeln andeuten, dass hier Kopfschmerzen behandelt wurden, da diese Methoden bei einigen afrikanischen Volksgruppen auch heute noch angewendet wird.
  3. Dabei soll durch die Öffnung auch der „böse Geist» entweichen.

Die frühesten Zeugnisse der Behandlung von Schmerzen datieren aus der Zeit 4000 v. Chr., wo man Inschriften über Rezepturen und Beschwörungsformeln für die Behandlung von Kopfschmerzen fand. Auch die Verwendung des aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns gewonnenen Opiums als Schmerzmittel, ist aus dieser Zeit dokumentiert.

Der schmerzmedizinische Nutzen von Cannabis (Hanf) taucht etwa 2000 v. Chr. in alten hinduistischen Texten auf, soll aber lt. Überlieferungen schon um 5000 v. Chr. im alten China bekannt gewesen sein. In der Antike (800 v. Chr. bis ca.600 n. Chr.) galten als die bekanntesten Rezepturen für die Schmerzbehandlung neben Opium, das Schwarze Bilsenkraut und die Gemeine Alraune sowie der Saft der Weidenrinde, aus dem das spätere „Aspirin» gewonnen wurde.

Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.), ein griechischer Universalgelehrter, hielt das Herz für das Zentrum aller Sinne und damit auch der Schmerzempfindung, obwohl es in seiner Zeit schon die Erkenntnis gab, dass es eine anatomische Verbindung zwischen den Sinnesorganen und dem Gehirn gibt.

Um ca.400 v. Chr. wurden die religiösen und übernatürlichen Ansichten bei Schmerz durch den Arzt und Lehrer Hippokrates erstmals in Frage gestellt. Er war der Überzeugung, dass der Schmerz im Gehirn entsteht und Krankheiten eine natürliche Ursache hätten, die auch ohne rituelle Zeremonien und Zaubereien geheilt werden könnten.

Es war die Geburtsstunde der rationalen Medizin, die auf die genaue und wiederholte Verlaufsbeobachtung von Krankheit und Behandlung setzte. Hippokrates selbst sah die Ursache von Schmerzen in einem Ungleichgewicht von „Körpersäften» (Blut, Lymphe, schwarze und gelbe Galle, Wasser).

Der nach ihm benannte „Eid des Hippokrates» war ein ärztliches Gelöbnis gegenüber Gesundheitsgottheiten, dem Kranken niemals zu schaden. Der Eid gilt als erste Formulierung einer ärztlichen Ethik (moralisches Handeln). Der griechische Philosoph Platon (427-348 v. Chr.) unterschied schon in seinem philosophischen Werk „Timaios» zwischen seelischen und körperlichen Schmerzen.

Ersterer Schmerz sollte vor allem durch geistige Betätigung zu heilen sein. Schmerzmedizin im Mittelalter und Neuzeit Eine Hilfe bei Schmerzen erfuhren die meisten Menschen im Frühmittelalter durch „Kräuterfrauen», Mönche und Nonnen (z.B. Hildegard von Bingen, 1098-1179 ), die ihr Wissen über Pflanzen und deren medizinischen Nutzen über Jahrhunderte gesammelt, dokumentiert und weitergegeben haben.

So wurde z.B. ein mit Opium-, Alraunen-, Bilsenkraut- und Schierlings-Auszügen getränkter Schwamm („Schlafschwamm») oder Trunk („Schlaftrank») verabreicht, dessen betäubende, schlaffördernde, muskelentspannende und schmerzausschaltende Wirkung für Behandlungen u.a. von Knochenbrüchen, äußeren Geschwüren und bei der Entfernung von Gliedmaßen genutzt wurden.

Badeknechte, Wundärzte, Barbiere und Krankenpfleger waren die „Ärzte der kleinen Leute» und führten kleinere Operationen durch. Erst mit Gründung von Universitäten wurde der Berufsstand der Ärzte akademisch. Die erste medizinische Fakultät im deutschsprachigen Raum wurde 1388 in Heidelberg gegründet.

Paracelsus (1494-1541) war ein Schweizer Arzt und Naturphilosoph. Er widmete sein ganzes Leben der Suche nach den Ursachen von Krankheiten und deren Heilung mit natürlichen Mitteln. Die Ursachen von Krankheiten basieren seiner Meinung nach auf fünf Krankheitseinflüssen: Gestirne, Gifte, Konstitution, Geister und der Einfluss Gottes.

Sein wichtiger Beitrag zur Arzneimittellehre war die Aussage, dass jede Substanz der Gesundheit schaden kann und alles nur eine Frage der Dosierung sei. Hans von Gersdorff, ein deutscher Wundarzt, veröffentlichte 1526 eine Schrift, in der er betonte, dass ein Arzt immer auch die Schmerzlinderung als seine therapeutische Aufgabe sehen sollte.

Der im 16. Jahrhundert lebende französische Chirurg Ambroise Paré (1509-1590) behandelte als Militärchirurg Schussverletzungen nicht mehr wie damals üblich mit siedendem Öl und Brenneisen, sondern er band das Blutgefäß zur Blutstillung und Schmerzlinderung ab und reinigte die Wunde. Dies bewirkte eine schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen und einen günstigeren Heilungsverlauf.

Er soll auch beobachtete haben, dass eine positive Einstellung des Patienten das Operationsergebnis günstig beeinflusst. Die zu jener Zeit immer noch verbreitete Ansicht, dass Schmerz „ein gottgegebenes Übel» sei, teilte Paré nicht. Er war der Ansicht, dass Gott dem Arzt die Mittel zur Behandlung gegeben hat und durch die Verwendung dieser Mittel Gott verherrlicht wird.

Der Philosoph Rene Descartes formulierte im 17. Jahrhundert ein erstes Konzept der Schmerzentstehung auf naturwissenschaftlicher Grundlage. Descartes ging davon aus, dass der Schmerzreiz „mechanisch» über Nervenbahnen in das Gehirn geleitet und dort als Schmerz wahrgenommen wird. Schmerz galt somit als ein körperliches Warnsignal und nicht mehr als Strafe für Sünden.

Leider beeinflusste sein Denken auch die Sichtweise auf den Körper des Menschen als mit einer Maschine vergleichbar ohne eine Beteiligung der Seele/Psyche (mechanistisches Weltbild). Im 18. Jahrhundert wurde auch der Einsatz von Elektrizität und Magnetismus wiederentdeckt. Der deutsche Arzt Johann Gottlieb Schaeffer (1720 -1795) veröffentlichte ein Buch über die Wirkung der Elektrizität im menschlichen Körper. Er beschreibt darin Erfolge u.a.

  1. Bei Kopfschmerzen, Rheuma und Krämpfen.
  2. Die Behandlung mit Elektrizität war schon im antiken Rom bekannt.
  3. Damals benutzte man „elektrische» Fische (u.a.
  4. Zitteraale, Zitterrochen) bei rheumatischen Beschwerden.
  5. Franz Anton Messmer (1734–1815) arbeitete zunächst mit Magneten, welche er bei verschiedenen Krankheiten einsetzte.
See also:  Ischiasnerv Welche Medikamente Helfen?

Messmer ging von einem magnetischen „Fluidum» (ausstrahlende Wirkung) aus, welches sich über die Hand des Arztes auf den Patienten überträgt. Dabei fand er heraus, dass er auch ohne Magnete, nur indem er seine Hände auf den Patienten richtete, Heilerfolge nachweisen konnte.

  • Ihm war zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass seine „Einflüsterung» und der Trancezustand des Patienten den Heilungsprozess psychisch ausgelöst hatten und nicht der Magnet.
  • Der schottische Chirurg James Braid gab im Jahr 1841 dieser Therapiemethode den Namen „Hypnose» und operierte als Erster mit hypnotischer Schmerzkontrolle.1806 gelang es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner den eigentlichen Wirkstoff des Opiums, das Morphin, zu isolieren.

Das Morphin galt als stark wirksames Schmerzmittel wurde aber auch zur Beruhigung eingesetzt, da der Wirkstoff sowohl eine dämpfende als auch euphorisierende (psychisch aufhellende) Wirkung haben kann. Allerdings war die Suchtgefahr von Morphin sehr hoch.

Dieses Suchtpotenzial konnte erst 100 Jahre später durch die Herstellung von synthetischen Opioide gemildert werden. Um 1875 wurde erstmals über den Einsatz der aus der Weidenrinde gewonnenen Salicylsäure bei Polyarthritis berichtet.1899 wurde das Aspirin von der Firma Bayer patentiert. Nun stand jedermann ein preiswertes und wirksames Schmerzmittel zur Verfügung.

Die medizinische Verwendung des indischen Hanfes (Cannabis) wurde 1830 erstmals detailliert durch Theodor Friedrich Ludwig Nees (Prof. für Pharmazie und Botanik in Bonn) beschrieben. Später berichteten Ärzte von erfolgreichen Behandlungen bei einer Vielzahl von Schmerzerkrankungen, u.a.

  • Bei chronischen Schmerzen, Gelenkentzündungen, Migräne und bei Muskelkrämpfen.
  • Die heilkräftigen Effekte von Wasser kannte man ebenfalls schon seit der Antike, aber erst durch die Studien des „Kräuterpfarrers» Sebastian Kneipp (1821–1897) wurde die Wirkung von Temperaturreizen auf das vegetative Nervensystem belegt.

Er entwickelte später ein Behandlungskonzept bestehend aus Hydrotherapie (Wasser), Phytotherapie (Kräuter), Bewegung, Ernährung und Lebensordnung. Dieser naturheilkundliche Ansatz kommt heute in der Schmerzbehandlung zunehmend zur Anwendung. Ein sehr großer Fortschritt für die operative Schmerzbehandlung war die offizielle Einführung der Betäubung mit Äther (Äthernarkose) durch die beiden amerikanischen Zahnärzte William Morton und Horace Wells im Jahr 1846. Bei einer Vorstellung mit Lachgas auf einem Jahrmarkt, hatte Horace Wells eine verringerte Schmerzempfindung nach Einatmung des Gases beobachtet.

  1. Er ließ sich selbst am nächsten Tag von seinem Assistenten einen Zahn unter Lachgasnarkose ziehen.
  2. Die Möglichkeit, schmerzlos operieren zu können, revolutionierte die gesamte operative Medizin, denn nun war es möglich, sorgfältig und ohne Zeitdruck zu operieren.
  3. Bereits 1847 wurden die ersten Äthernarkosen in Deutschland durchgeführt.

Fast gleichzeitig wurde auch Chloroform als Narkosemittel entdeckt. John Snow, ein britischer Chirurg, machte dessen Anwendung dadurch populär, indem er 1853 mittels Chloroform Königin Victoria von England zur Geburt ihres achten Kindes verhalf. Chloroform besitzt nach heutigem Wissen eine schädigende Wirkung auf Herz, Leber und andere innere Organe und wird deshalb nicht mehr eingesetzt.

Ungeachtet dieser medizinischen Erfolge hielt die damalige konservative Öffentlichkeit den Einsatz von Narkotika als einen Verstoß gegen die Gesetze der Natur. Auch die damaligen Überzeugungen, dass nur besonders „bittere» Medizin helfen würde und dass Wunden schmerzen müssten, um zu heilen, lassen sich noch auf die tiefverwurzelten Glaubenskonzepte des Mittelalters zurückführen.1884 führte der Augenarzt Carl Koller mit Hilfe von Kokain-Tropfen die Graue-Star-Operation erfolgreich am Auge durch.

Damit gilt er in der Medizin als Wegbereiter der örtlichen Betäubung ( Lokalanästhesie ). Maßgeblich für die Weiterentwicklung der Schmerztherapie waren Untersuchungen des deutsch-österreichischen Physiologen Maximilian von Frei, Er entdeckte in den 1890ern, dass es unter der Haut Schmerzpunkte gibt, die sogenannten Nozizeptoren.

Nozizeptoren sind empfänglich für z.B. thermische, mechanische oder chemische Reize. Maßgeblich für die Weiterentwicklung der Schmerztherapie waren Untersuchungen des deutsch-österreichischen Physiologen Maximilian von Frei, Er entdeckte in den 1890ern, dass es unter der Haut Schmerzpunkte gibt, die sogenannten Nozizeptoren.

Nozizeptoren sind empfänglich für z.B. thermische, mechanische oder chemische Reize. Schmerzmedizin im 20. Jahrhundert Der französischer Chirurg René Leriche prägte 1937 als erster den Begriff „Schmerzkrankheit» bei andauernden Schmerzzuständen – „douleur maladie».

Er machte sich durch Untersuchungen über Stumpfschmerzen bei Amputierten einen Namen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden erstmals neurochirurgische Operationen durchgeführt, bei denen der Schmerz durch die Durchtrennung von Anteilen des Rückenmarks oder durch die Betäubung einzelner Lendenwirbelsäulenabschnitte oder per Gewebezerstörung z.B.

durch elektrischen Strom ausgeschaltet werden konnte. Der deutsche Physiologe Ulrich Ebbecke (1883–1960) forschte u.a. zur Physiologie des Schmerzes und gehört weltweit zu den ersten, die den Schmerz weitgehend nach dem heutigen Verständnis erklärten konnte.

  1. Für den akuten Schmerz ist nicht ein einzelnes Zentrum im Gehirn verantwortlich sondern ein Schmerznetzwerk, an dem Nerven unter der Haut, das Rückenmark, der Hirnstamm und das Großhirn beteiligt sind.
  2. Chronische Schmerzen wurden zunehmend als eigenständige Krankheit anerkannt und als solche von den Akutschmerzen unterschieden.

Im 2. Weltkrieg machte der amerikanische Arzt Henry Beechers eine für die Weiterentwicklung der neuzeitlichen Schmerztherapie bedeutende Beobachtung. Ihm war aufgefallen, dass stark verletzte Soldaten vergleichsweise weniger Morphin zur Schmerzreduzierung benötigten als Zivilpersonen mit ähnlichen Verletzungen in seinem Heimatkrankenhaus. In Folge von mangelnden medizinischen Erfolgen bei der Behandlung von Dauerschmerzen bei heimgekehrten Kriegsverletzten eröffnete der amerikanische Anästhesist John Bonica im Jahr 1947 die erste interdisziplinäre Schmerzklinik, vergleichbar einer heutigen Schmerzambulanz.

  • Er sah als einer der wenigen der damaligen Zeit, dass man Menschen mit einem Dauerschmerz nicht mit den üblichen Mitteln der Medizin helfen konnte.
  • Bonica gilt daher als Begründer der „multi-disziplinären» Behandlung bei chronischem Schmerz, denn in seiner Klink kooperierten u.a.
  • Anästhesisten, Orthopäden, Neuro-Chirurgen, Psychologen und Physiotherapeuten.

Wissenschaftlich untermauert wurde sein Behandlungskonzept erst später u.a. durch Forschungen des Psychologen Ronald Melzack und des Physiologen Patrick Wall, Sie veröffentlichten 1965 die „gate control theory» (gate = Tor). Die Theorie beschrieb, vereinfacht gesagt, u.a.

  • Hemmende Einflüsse im Rückenmark bei der Schmerzweiterleitung.
  • Diese „Schmerzhemmung» erfolgt über sogenannte endogene Endorphine (körpereigene Opiate), die 1975 nachgewiesen werden konnten.
  • Durch die zentrale Verarbeitung von Schmerzreizen im Rückenmark und Gehirn wurde auch eine Wirkung von Gefühlen und Gedanken auf das Schmerzerleben hervorgehoben.

Nun konnten man sich auch die Phänomene wie den Placebo-Effekt, Hypnose oder die Kunst von Fakiren erklären. Die deutlich gewordene Notwendigkeit einer interdisziplinären Erforschung und Behandlung von Schmerzen veranlasste John Bonica 1973 zur Gründung der „Internationalen Vereinigung zum Studium des Schmerzes (IASP)»,

  • Der amerikanische Psychiater George L.
  • Engel führte Studien zum Einfluss von Gefühlen auf Krankheiten durch und betrachtete Krankheiten als Folge psychisch-körperlichen Wechselwirkungen und prägte 1976 den Begriff vom „ bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell «, welches auch auf Schmerzkrankheiten übertragen wurde.

Schon 1954 betonte er den psychologischen Aspekt der Schmerzchronifizierung durch traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Nach der ersten medizinischen Nutzung von Röntgenstrahlen 1896 und des Ultraschalls in den 1940ern wurde ab den 1970ern als bildgebende Methoden die Computer-Tomografie (CT) entwickelt und zunehmend auch in der Schmerzforschung und -diagnostik eingesetzt.1978 gelangen die ersten Schichtbilder eines menschlichen Gehirns.

Durch technische Weiterentwicklungen in den 1990ern wurde es mögliche, die zentrale Schmerzverarbeitung im Rückenmark und Gehirn am Menschen in Echtzeit und bei vollem Bewusstsein sichtbar zu machen. So konnte z.B. bei Versuchspersonen, während sie eine sehr schwierige Denkaufgabe lösen sollten, beobachtet werden, dass eingehende Schmerzsignale in Form kontrollierter Hitzereize schon auf Rückenmarksebene gehemmt wurden.

Für funktionelle Schmerzstörungen, wie das Fibromyalgie- oder das Reizdarmsyndrom, konnten so erstmals neben einer verstärken Schmerzverarbeitung gleichzeitig eine gestörter Schmerzhemmung „bildlich» nachgewiesen werden. CT-Bilder zeigten erstmals, dass bei starken Emotionen (z.B.

bei Trauer, Beziehungskrisen oder Trennung vom Partner) ähnliche Hirnareale aktivieren werden wie bei körperliche Schmerzen. Der amerikanische Schmerzforscher Dennis Turk kam im Jahr 1983 zu dem Ergebnis, dass die Erwartungshaltung des Schmerzpatienten ein Gradmesser für die erlebte Schmerzstärke und deren Folge ist.

Dabei spielt die Selbstwirksamkeit (Self-efficacy), im Sinne von „Ich kann selbst meinen Schmerz beeinflussen», eine große Rolle. Ein Verlust dieser Fähigkeit führt im ungünstigsten Fall zu einer überzogenen, dramatisierenden Wahrnehmung von Schmerz und damit zu seiner Verstärkung.

  1. Die deutschen Neuropsychologen Herta Flor und Niels Birbaumer erklären chronische Schmerzen der Skelettmuskulatur anhand des „Diathese-Stress-Modells», der Wechselwirkung von Krankheitsveranlagung (z.B.
  2. Genetische Faktoren) und Stress.
  3. Sie bestätigten auch, dass neue Verhaltenserfahrungen das Schmerzgedächtnis beeinflussen und zu einer Verringerung chronischer Schmerzen führen.

Diese Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Organisation an veränderte Voraussetzungen anzupassen, nennt man „Neuroplastizität», Diese Zusammenhänge führten zu einer Weiterentwicklung verhaltens-medizinischer Behandlungskonzepte. Wichtigste Bausteine einer Therapie chronischer Rückenschmerzen, so der schwedischen Orthopäde Alf Nachemson (1985), sollten die Aufklärung, die körperliche Aktivierung und die Ermutigung des Patienten sein.

  • Die US-Orthopäde Tom Mayer und der Psychologe Robert Gatchel entwickelten im Jahr 1988 eine sportmedizinische Verhaltenstherapie, welche unter dem Namen „Functional-Restoration-Ansatz » bekannt wurde.
  • Bei diesem Konzept steht neben der Linderung von Schmerzen auch die Verbesserung der durch Schmerz eingeschränkten körperlichen, psychischen und sozialen Fähigkeiten im Vordergrund.

In Folge dieser neuen Ansätze entstanden in Deutschland die „Rückenschulen», Die „International Association for the Study of Pain (IASP)» definierte 1979 den Schmerz „als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktuellen und potentiellen Gewebeschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird» In den letzten 15 Jahren hat sich im Rahmen der Verhaltenstherapie ein neuer Ansatz etabliert, der zunehmend auch Anwendung in der Behandlung von chronischen Schmerzen findet – die „Akzeptanz- und Commitment-Therapie» (ACT).

Sie wurde in ihren Grundzügen 1999 vom Psychologen Steven C. Hayes entwickelt und betont, dass man die Schmerzen akzeptieren und die Aufmerksamkeit von den Schmerzen weg auf persönlich wichtige Ziele lenken sollte. Diese Ziele sollten im Sinne einer inneren Selbstverpflichtung ein zufriedenes Leben trotz Schmerzen ermöglichen.

Mit bestem Dank an den Autor Hans-Günter Nobis

Wer erfand die Apotheke?

Die erste Apotheke in Deutschland Die Zeit um 1241 gilt als Geburtsstunde der Apotheken, wie wir sie heute in Europa kennen: Der erließ seinerzeit das, Mit diesem wurde die Trennung der Berufe Arzt und Apotheker fixiert. Der Arzt sollte nicht daran verdienen, wenn er dafür sorgt, dass der Patient viele Medikamente einnimmt.

  1. Seine Aufgabe war es, zu diagnostizieren und Arzneimittel zu verordnen.
  2. Umgekehrt durften die ersten Apotheker selbst keine Patienten behandeln und die Arzneien auch nur zu gesetzlich festgelegten Preisen verkaufen.
  3. Dieses System hat bis heute Bestand.
  4. Aus jener Zeit stammt auch eine Schenkungsurkunde, die am heutigen Montag auf eine 775-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Das im aufbewahrte Schriftstück galt lange als Beleg für die erste Apotheke in Deutschland. Allerdings haben Historiker durchaus Zweifel. Sie verweisen darauf, dass mit dem Begriff „apoteca» zu jener Zeit ein Lagerraum für Vorräte bezeichnet wurde, für Wein, aber auch für Heilkräuter, Teedrogen und Medizinalia.

Wer erfand Schmerzmittel?

Die Erfindung – 1897 erzielte der Chemiker Felix Hoffmann (1868-1946) bei Bayer einen spektakulären Durchbruch. Die Suche nach einer Alternative für das Weidenrindenextrakt, ein jahrhundertealtes, natürliches Schmerzmittel war nicht neu. Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung von Salicin und Salicylsäure war in der Antike bereits bekannt und Hoffmann baute darauf seine Experimente auf.

  • Am 10. Oktober 1897 beschrieb er in seinem Laborbericht, wie er Salicylsäure und Essigsäure zusammenfügte und wie daraus das neue synthetische Arzneimittel Aspirin entstand.
  • Eine andere Entstehungsgeschichte des Aspirins schreibt seine Entdeckung dem ebenfalls bei Bayer tätigen Chemiker Arthur Eichengrün (1867-1949) zu.

Aufgrund seines jüdischen Hintergrunds wurde sein Anteil an der Erfindung von den Nazis geleugnet, so die Annahme.

Wer hat Paracetamol erfunden?

Historisches – Vor der Entwicklung des Paracetamol war als einziges Schmerzmittel die Rinde des Chinabaumes bekannt, aus der auch das Anti-Malaria-Mittel Chinin gewonnen wird. Als die Beschaffung dieser Rinde aufgrund der abnehmenden Anzahl der Bäume und der zunehmenden Nachfrage schwieriger wurde, entstanden in den 1880er-Jahren zwei Alternativen, das Acetanilid (1886) sowie das Phenacetin (1887).

Paracetamol selbst wurde erstmals 1873 (nach anderen Quellen 1878) von Harmon Northrop Morse hergestellt, als er p-Nitrophenol mit Zink in Eisessig (konzentrierte Essigsäure) reduzierte. Vignolo führte eine gezieltere Synthese durch, die von p-Aminophenol ausging, das er mit Essigsäure umsetzte. Friedlander verbesserte das Verfahren durch die Verwendung von Essigsäureanhydrid als Acetylierungs mittel.1893 wurde Paracetamol erstmals im Urin eines Menschen nachgewiesen, der Phenacetin zu sich genommen hatte.1899 wurde das Paracetamol außerdem als Stoffwechselprodukt des Acetanilids erkannt – diese Entdeckungen blieben jedoch ohne Resonanz, so dass Paracetamol weiterhin keine Anwendung in der Medizin fand.

See also:  Welche Medikamente Werden Aus Plasma Hergestellt?

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Paracetamol bekannter, als es 1948 von Bernard Brodie und Julius Axelrod am New York City Department of Health ein zweites Mal als Metabolit von Phenacetin identifiziert wurde. Diese forschten im Regierungsauftrag nach neuen Schmerzmitteln und zeigten in ihrer Arbeit auf, dass der schmerzstillende Effekt des Acetanilids und des Phenacetins vollständig auf das Abbauprodukt dieser Stoffe, das Paracetamol, zurückzuführen ist.

  1. Sie regten an, diesen Stoff in seiner Reinform zu nutzen, um die toxischen Nebenwirkungen der Ursprungsstoffe zu vermeiden.
  2. Seit 1956 ist Paracetamol in Tablettenform mit 500 mg Wirkstoff erhältlich und wurde in Großbritannien unter dem Markennamen Panadol ® verkauft, hergestellt von der Firma Frederick Stearns & Co, die ein Ableger der Sterling Drug Inc.

war. Panadol ® war ausschließlich auf Rezept zu bekommen und wurde als schmerzstillendes und fiebersenkendes Mittel beworben, welches zugleich den Magen schone. Die damals bereits bekannten Aspirin ® -Derivate sind weniger magenfreundlich.1958 kam zusätzlich eine Kinderversion des Präparates mit dem Namen Panadol Elixir ® auf den Markt.1963 wurde Paracetamol in den britischen Katalog der pharmazeutischen Stoffe aufgenommen, den „ British Pharmacopoeia «.

  • Dort wurde es als Analgetikum mit geringen Nebenwirkungen und wenig negativen Wechselwirkungen mit anderen Stoffen beschrieben; kurz danach wurde es auch in anderen europäischen Staaten eingeführt.
  • Die eigentliche Wirkweise des Stoffes war sehr lange unbekannt.
  • Erst zu Beginn der 1970er-Jahre fand der britische Pharmakologe John Vane heraus, dass die Wirkung von Paracetamol und anderen nichtsteroiden Schmerzmitteln auf der Hemmung der Cyclooxygenase COX beruht.

Für diese Entdeckung erhielt Vane 1982 gemeinsam mit Sune Bergström und Bent Samuelsson den Nobelpreis für Medizin,1982 starben sieben Patienten in Chicago, nachdem sie Paracetamolkapseln in Form des sehr stark dosierten Produktes Tylenol zu sich genommen hatten, die offensichtlich auch Cyanide enthielten.

In den Kapseln fand man später jeweils 65 Milligramm des starken Giftes. Der Hersteller der Präparate Johnson & Johnson Corporation startete eine landesweite Rückrufaktion seiner Tylenol-Kapseln und warnte in Medienberichten vor der Einnahme der Kapseln und Tabletten. Da spätere Analysen das Gift nur in Kapseln nachwiesen, wurde das weitere Vorgehen nur noch auf diese beschränkt.

Dieser Vorfall kostete die Firma etwa 100 Millionen Dollar, sie wurde allerdings für ihre schnelle und konsequente Reaktion durchweg gelobt.

Welches Medikament wurde 1897 erfunden?

Wie vor 125 Jahren Aspirin entdeckt wurde Aspirin hilft gegen Kopf- und Zahnschmerzen, aber auch gegen Rheumabeschwerden oder Fieber. Vor genau 125 Jahren wurde das Medikament von der deutschen Firma Bayer entwickelt. Wurde zum Welterfolg: die Schmerztablette Aspirin Quelle: dpa Schon der Urvater aller Medizin, der Grieche Hippokrates, wusste im 4. Jahrhundert vor Christus, dass ein Extrakt aus Weidenrinde Schmerzen aller Art lindert. Vor 125 Jahren, am 10. August 1897, veredelte der Chemiker Felix Hoffmann den Naturstoff «salicis cortex» mit chemischen Methoden und erfand in der Verbindung mit Acetyl ein weltberühmtes Medikament: Acetylsalicylsäure – bekannt als Aspirin.

In welchem Land wurde Aspirin erfunden?

125 Jahre Aspirin: Wie ASS zum Schmerzstiller der Welt wurde | BR.de Artikel bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 3.275 von 5 bei 80 abgegebenen Stimmen. Wer nun eigentlich der Entdecker des Wirkstoffs für das meist verwendete Arzneimittel der Geschichte ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Version, die der Pharmakonzern Bayer auf seiner Webseite präsentiert und selbst als «Legende» bezeichnet, geht so: Der Vater des jungen Bayer-Chemikers Hoffmann litt an Arthritis.

  • Er wurde mit Salicylsäure behandelt, das als Naturheilmittel altbekannt war und aus Weidenrinde gewonnen wurde.
  • Sie hat eine schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung, allerdings auch starke Nebenwirkungen.
  • Die Säure verursachte bei Hoffmanns Vater Brechreiz und verätzte die Schleimhäute in Magen und Mund.

Um seinen Vater von diesen Nebenwirkungen zu befreien, soll Hoffmann versucht haben, ein verträglicheres Schmerzmittel zu entwickeln. Dabei stieß er auf die Arbeit des französischen Chemielehrers Charles Frederic Gerhardt. Gerhardt hat schon 1853 in Paris Acetylsalicylsäure (ASS) synthetisiert, indem er Natriumsalicylat mit Acetylchlorid mischte.

  1. Allerdings reinigte er die Substanz nicht.
  2. Aspirin-Werbeauto in den Niederlanden, um 1929 Das tat Hoffmann und entdeckte am 10.
  3. August 1897 die ideale Formel: Salicylsäure in Verbindung mit Essigsäure: Acetylsalicylsäure – ein Wirkstoff, der haltbar und verträglich ist, der Schmerzen lindert, Entzündungen hemmt und Fieber senkt – und das alles ohne die Nebenwirkungen der Salicylsäure.

Laut eines Artikels von Nikolai Kuhnert in «Pharmazie in unserer Zeit» (Nr.1, 29. Jahrgang, 2000) gab es aber jemanden, der dieser Version widersprach: Arthur Eichengrün, der die Idee für die Herstellung des Wirkstoffs für sich beanspruchte. Eichengrün war Laborleiter von Hoffmann und gab – so schrieb er auf – Hoffmann den Auftrag, Ester der Salicylsäure herzustellen.

Ein Ester ist eine chemische Verbindung, die entsteht, wenn eine Säure mit einem Alkohol reagiert – Acetylsalicylsäure ist also ein Ester. Eichengrün wurde als Jude von den Nazis ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Dort soll er die Geschichte notiert haben.1949 veröffentlichte er sie dann in der Zeitschrift «Pharmazie».

Technologiezentrum in Bitterfeld Wer der beiden nun die entscheidende Idee hatte, bleibt im Dunkeln. Sicher ist: Während beide die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen von ASS testeten und begeistert von ihren Ergebnissen waren, wollte der damalige Leiter des Pharmakologischen Instituts von Bayer, Heinrich Dreser, nichts von ASS wissen.

  1. Um die Wirksamkeit zu beweisen, machte Eichengrün sogar Selbstversuche und ließ Ärzte, ohne Wissen seines Vorgesetzten, das Medikament testen.
  2. Auch bei ihren Patienten bestätigte sich die Wirksamkeit des Mittels und sie bestellten es sofort nach.
  3. Aber Dreser war noch immer nicht zu überzeugen.
  4. Erst als sich der damalige Generaldirektor einschaltete, wurde der Wirkstoff nochmals von Bayer pharmakologisch geprüft – und für sehr gut befunden.

Handelsname «Aspirin™» von Bayer hat Nummer 36.433. Schließlich gab auch Dreser sein Einverständnis für die Vermarktung des Produkts. Obwohl der Leiter des Pharmakologischen Instituts zunächst strikt gegen den ASS-Wirkstoff war, erntete er schließlich die Lorbeeren dafür und verdiente viel Geld damit, weil er bei neuen Produkten am Gewinn beteiligt war.

  1. ASPIRIN ist der Markenname von Bayer.
  2. Er leitet sich von der chemischen Acetylspirsäure – ASS – ab.
  3. Das «A» kommt von der Acetylierung, das «SPIR» von der Spirsäure (Salicylsäure) von der Pflanze Spirea ulmaria und das «IN» ist die typische Endung eines Medikamentennamens.
  4. Leer gingen dagegen Eichengrün und Hoffmann aus.

Beide wären finanziell nur beteiligt worden, wenn sie für den Wirkstoff auch ein Patent bekommen hätten. Doch das verweigerte das Patentamt, weil es Acetylsalicylsäure als bereits bekannte Verbindung ansah. Bayer dagegen konnte den Handelsnamen «Aspirin™» am 6.

März 1899 unter der Nummer 36.433 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eintragen und damit das mittlerweile meist verkaufte Arzneimittel der Welt für sich sichern. Aspirin oder andere Präparate mit dem Wirkstoff ASS sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Vielleicht werden die Nebenwirkungen deswegen unterschätzt und es wird zu leichtfertig eingenommen, um das Hämmern im Kopf, Zahnschmerzen oder Gliederschmerzen zu lindern.

Übertreibt man es damit, können diese – und andere – Schmerzmittel erhebliche Nebenwirkungen haben. Acetylsalicylsäure zum Beispiel kann bei längerer und regelmäßiger Einnahme auf den Magen schlagen und so Blutungen und Geschwüre auslösen. Täglich werden deshalb Menschen mit blutenden Magengeschwüren oder sogar -durchbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert.

  1. ASS hat eine blutverdünnende Wirkung.
  2. Das sollte man bei einer Einnahme berücksichtigen.
  3. Will man zum Beispiel seine Zahnschmerzen dadurch in den Griff bekommen, kann eine Zahn-OP – die unter Umständen nötig ist – zum Problem werden.
  4. Denn ASS führt zu einer erhöhten Blutungsneigung, die bis zu drei Tagen nach Einnahme anhalten kann.

: 125 Jahre Aspirin: Wie ASS zum Schmerzstiller der Welt wurde | BR.de

Wie hieß Apotheke früher?

Vor 775 Jahren – Erste urkundlich erwähnte Apotheke Archiv Ursprünglich war die Apotheke ein Lagerraum für Wein, Tee, Gewürze oder Kräuter, der später dann auch als Werkstatt diente, um Tinkturen, Salben und Arzneipflanzenmischungen zuzubereiten und zu verkaufen. Seit Wann Gibt Es Medikamente Arzneimittelschubladen beim Apotheker. (picture alliance / dpa / Oliver Berg) Das rote gotische A mit dem weißen Arzneikelch und der Äskulapschlange gehört zum Straßenbild jeder Stadt in Deutschland. Ein besonderer Ort: Nur dort bekommt man ärztlich verordnete Medikamente und viele andere Heilmittel, die hierzulande zwar nicht rezept-, aber apothekenpflichtig sind.

Das war nicht immer so: Ursprünglich bestand die Heilkunst darin, eine Krankheit zu erkennen und die Arzneien zur Behandlung bereitzustellen. Die Auswahl war freilich nicht so groß, vor allem Pflanzen standen zur Verfügung, ein paar tierische oder mineralische Stoffe und Mischungen daraus: «Diese Mischungen wurden angefertigt von verschiedenen Leuten, also jeder hat sich quasi sein eigenes Süppchen gerührt und auch verkauft.» Sagt Dr.

Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Etwa seit dem 8. Jahrhundert etablierte sich dann im Orient neben den Ärzten eine weitere medizinische Berufsgruppe: Heilmittelkundige, die sich auf viele medizinische Rezepturen verstanden.

Sie handelten vor allem mit Gewürzen und «Drogen» – was ursprünglich nur getrocknete Pflanzen meinte. Zu den Vorläufern der Apotheker gehören auch Mönche und Nonnen, die das Wissen der arabischen Medizin für Europa wiederbelebten, Heilkräuter anbauten, daraus Arzneien bereiteten und verkauften. Allerdings waren auch viele Quacksalber unterwegs.

Am Geschäft mit der Gesundheit wollte jeder mitverdienen Am Geschäft mit der Gesundheit wollte jeder mitverdienen.1241 erließ Kaiser Friedrich II. schließlich eine Medizinalordnung, das sogenannte Edikt von Salerno: «Der Arzt soll nicht daran verdienen, wenn er dafür sorgt, dass der Patient viele Medikamente einnimmt.

Sondern der Arzt wird für seine Leistung bezahlt, Diagnostik und er verordnet was, aber der Verdienst, wenn ich ein Medikament abgebe, das bekommt jemand anders.» Umgekehrt durften die Heilmittelkundigen selbst keine Patienten behandeln und die Arzneien auch nur zu gesetzlich festgelegten Preisen verkaufen.

Friedrich II. hat damit den Beruf des Apothekers begründet. Allerdings waren das zunächst noch fahrende Händler, die Kräuter, Salben oder Tinkturen auf Märkten anboten oder mit der Kiepe auf dem Rücken durch die Lande zogen. «Nach und nach wurden die Apotheker eher in festen Orten angesiedelt, in Städten, weil um zum Beispiel eine Tinktur anzufertigen, brauche ich Hitze, brauche ich Feuer, brauche ich eine Destillationsanlage, das kann ich nicht immer mitnehmen.

  • Da brauche ich einfach einen festen Ort.» Als ältester Ort dieser Art in Deutschland gilt die «Löwenapotheke» in Trier.
  • In einer Schenkungsurkunde heißt es: «Fridericus, der bischöfliche Gutsverwalter (cellarius) überschreibt den Nonnen des Klosters St.
  • Thomas seine ‘am Graben in der Stadt Trier befindliche Apotheke nebst angrenzendem und zugehörigem Haus.

Gegeben im Jahr des Herrn 1241, 23. Mai.'» Es wird zwar bezweifelt, zum Teil auch von Historikern, ob damit wirklich schon eine echte Apotheke gemeint war: Das Wort habe im 13. Jahrhundert eher noch allgemein «Lager- oder Vorratsraum» bedeutet. Dagegen spricht wiederum, dass viele Klöster ihre Kräuterkammern auch so nannten.

  • Außerdem bestanden die ersten Apotheken ohnehin nur aus einer Werkstatt, der Offizin, denn die Arzneizubereitung war ein Handwerk.
  • Seit dem 16.
  • Jahrhundert wohlhabende Bürger der Stadt Doch spätestens seit dem 16.
  • Jahrhundert gehörten Apotheker zu den hoch angesehenen und wohlhabenden Bürgern der Stadt.

Sie eigneten sich immer mehr Fachwissen an, besuchten medizinische Universitätsvorlesungen und begründeten die Arzneimittelforschung und -industrie: «Das Opium, dass das als Schlafmittel wirkt, das weiß man seit Jahrtausenden, aber erst im Jahr 1804 hat erstmals ein Apotheker den Wirkstoff aus Opium, nämlich das Morphin, isoliert.

  • Und das ist im Prinzip die Gründung der pharmazeutischen Industrie.
  • Diese großen Firmen, die man heute noch kennt – Bayer, Schering und weitere – die sind oft hervorgegangen aus kleinen Apotheken im 19.
  • Jahrhundert.» Das hatte natürlich auch umgekehrt Auswirkungen: In Apotheken werden zwar immer noch pro Jahr mehrere Millionen Arzneimittel hergestellt, individuelle Rezepturen, die die Industrie nicht liefern kann.

Aber heute sind sie vor allem für die Abgabe und den Verkauf von Medikamenten und die Beratung zuständig. So auch die erste urkundlich erwähnte Apotheke in Deutschland. Sie hat den Namen mehrfach gewechselt. Aber sie ist seit 1660 in Besitz einer Familie und seit ihrer Gründung am selben Ort: am Hauptmarkt von Trier.

Wo ist die älteste Apotheke der Welt?

Ein Besuch bei der wohl ältesten Apotheke der Welt FLORENZ – Die Officina profumo-farmaceutica di Santa Maria Novella in Florenz (Italien) dürfte die älteste Apotheke der Welt sein. Man geht davon aus, dass es sich bei dieser altehrwürdigen Parfümerie/Apotheke um die älteste Produktionsstätte pharmazeutischer Präparate in der westlichen Welt handelt, die heute noch in Aktivität ist.

  • Sie wurde 1612 von dominikanischen Mönchen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • Sie war jedoch bereits kurz nach 1221 gegründet worden, als die Mönche in Florenz eintrafen, so der Direktor der Apotheke Gianluca Foa beim Fernsehsender,
  • In jener Zeit des Mittelalters wurde die Apotheke hauptsächlich zur Herstellung von Medikamenten, Balsamen und Salben für die kleine Krankenstation ihres Klosters genutzt.

Die Officina verkauft heute keine verschreibungspflichtigen Medikamente, sondern bietet hauptsächlich Naturprodukte wie Kräutertees, Kosmetikprodukte zur Körperpflege und Parfüms an. Sie befindet sich im Klosterkomplex der Basilika Santa Maria Novella, nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof Florenz entfernt und in unmittelbarer Nähe der Piazza Santa Maria Novella.

  • Grosse Pest und Rosen Im 13. Jh.
  • Entwickelten die Dominikaner der Officina ein Produkt auf Rosenbasis, von dem sie hofften, dass es die Große Pest besiegen würde, die etwa 60 % der europäischen Bevölkerung das Leben kostete.
  • Von 1348 bis 1393 starb durch die Pest die Hälfte der toskanischen Bevölkerung.

Die Brüder waren der Überzeugung, dass die Rose durch ihre antiseptische Wirkung die Krankheit bekämpfen konnte – ein Irrtum. Dennoch wurde die Blume als Kosmetikprodukt genutzt – in Form von Rosenwasser; es dient seit 800 Jahren als Gesichtswasser. In der Officina gibt es Rosenwasser (Acqua di Rose) in 250 ml oder 500 ml Fläschchen für kosmetische, erfrischende und tonisierende Anwendungen zu kaufen.

  • Im September 2019 kostete eine 250 ml Flasche Rosenwasser 30 Euro (inklusive italienischer Mehrwertsteuer von 22%).
  • Caterina de Medici Neben dem Rosenwasser hat auch das Parfüm Acqua di S.M.
  • Novella eine besondere Geschichte.
  • Caterina de Medici (1519-1589) – Spross der berühmtesten florentinischen Familie 8 (und spätere Königin von Frankreich) – bestellte dieses Parfum 1533 bei den Dominikanermönchen für ihre Hochzeit in Frankreich mit dem französischen König Heinrich II.
See also:  GeschmacksstRung Durch Medikamente Was Tun?

(italienisch Enrico di Valois). Wohl aus Respekt für die berühmte Auftraggeberin ist es im Angebot der Officina der einzige Duft, der als Parfüm und nicht als Kölnischwasser bezeichnet wird. Räumlichkeiten und Angebot Von aussen, d.h. von der Strasse aus gesehen, fällt die Apotheke nicht besonders auf (Foto in der Mitte der ersten Zeile).

  • Aber sobald man sie betritt, wähnt man sich fast in einer Kirche oder einem Museum – wohl wegen ihrer Vergangenheit – als in einer Apotheke.
  • Die erste Aufnahme oben links des Ponte Vecchio zeigt das Stadtzentrum von Florenz, ist jedoch mehr als 10 Minuten zu Fuss von der Apotheke entfernt.
  • Auf dem Bild ganz unten rechts ist eine Liste ersichtlich, die ein wenig an ein Restaurantmenü ohne Preise erinnert.

Auf originelle Weise und in mehreren Sprachen (jede Liste hat ihre eigene Sprache) werden hier die verschiedenen in der Apotheke verkauften Produkte wie Parfums, Kölnisch Wasser, Seifen, Sonnencreme, Kräutertees, Kapseln, Liköre, etc. aufgeführt.

Seit Wann Gibt Es Medikamente

Zwei Standorte Das Ladengeschäft (Officina) befindet sich im historischen Zentrum von Florenz, an der Vila della Scala 16 (50123 Firenze). Die Produktionsstätte befindet sich 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt in der Via R. Giuliana 141, ebenfalls in Florenz (50141 Florenz).

  1. Nach unseren Informationen ist das Produktionszentrum nicht öffentlich zugänglich.
  2. Anerkennung und grosser Erfolg Im Jahr 2012 gab die italienische Post eine Briefmarke zu Ehren dieses speziellen Ortes heraus.
  3. Der berühmte amerikanische Fernsehsender CBS (der in den Vereinigten Staaten oft als erster TV-Kanal in Bezug auf Publikumserfolg gilt) widmete ihm sogar eine kleine im Mai 2019.

Im Durchschnitt besuchen täglich mehr als 2’000 Personen die Apotheke. Der Umsatz der Apotheke und der Produktionsstätte betrug 2018 mehr als 26 Millionen Euro, wie die italienische Zeitung Corriere Fiorentino berichtet. Es gilt zu beachten, dass bestimmte Produkte wie Parfüms nicht nur in der florentinischen Apotheke (Officina), sondern auch an rund 300 Partnerverkaufsstellen auf der ganzen Welt verkauft werden, wie z.B.

  • Bei in Genf an der Grand-Rue 38.
  • Nach unserer Untersuchung sind die Produkte eher hochpreisig.
  • So wurden beispielsweise im September 2019 die meisten Parfümflakons für 100 Euro verkauft.
  • Bestimmte Kräutertees kosten mehr als 10 Euro.
  • Die älteste oder eine der ältesten unter den Hunderttausenden von Apotheken – über eine Million – auf der ganzen Welt zu sein, scheint Glück zu bringen.

Im Marketing ist Einzigartigkeit immer ein Erfolgsrezept. Weitere Informationen zur Apotheke: 10. September 2019. Von Xavier Gruffat. Quellen: Kommunikationsunterstützung der Officina profumo-farmaceutica di Santa Maria Novella, Wikipedia.org, CBSNews, Corriere Fiorentino.

Wird die Apotheke aussterben?

Startseite Verbraucher

Erstellt: 26.04.2023, 09:54 Uhr Kommentare Teilen Erstmals seit 40 Jahren gibt es in Deutschland unter 18.000 Apotheken und es werden immer weniger. Seit fast 15 Jahren sinken die Zahlen immer weiter und ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Frankfurt – Wenn man ein Medikament benötigt, bekommt man es in der Apotheke.

Wie heisst die Apotheke die es seit 120 Jahre gibt?

INTERVIEW: «OFFEN FÜR NEUES UND INNOVATIONEN» – «kmu news»: Was bedeutet es für Sie persönlich, dass es die Sevogel-Apotheke seit 120 Jahren gibt? Lydia Isler-Christ: Ich bin stolz auf diese lange Tradition und dankbar, dass ich diese Apotheke führen darf.

Es ist vor allem der treuen Kundschaft zu verdanken, dass es die Sevogel-Apotheke schon seit 120 Jahren gibt. Was gefällt Ihnen an diesem Beruf am besten? Der Kontakt mit den Kundinnen und Kunden ist eine Bereicherung. Und zwar sowohl auf der fachlichen wie auch auf der persönlichen Ebene. Als Apothekerin bin ich tagtäglich «an der Front».

Das ist herausfordernd, aber auch sehr abwechslungsreich und spannend. Was muss eine Apotheke mitbringen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein? Die Apotheke muss ihre Funktion als wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Grundversorgung wahrnehmen.

Zentral ist, dass man offen für Neues und für Innovationen ist. Dazu gehören beispielsweise die Grippeimpfung, die medizinischen grunddienstleistungen oder das Eingehen auf spezielle Kundenbedürfnisse. Für die Sevogel-Apotheke mit ihrer treuen Stammkundschaft ist es wichtig, dass meine Mitarbeiterinnen und ich als persönliche Ansprechpersonen da sind.

Besonders heute, wo direkte Kontakte oft durch elektronische ersetzt werden.

Wo kommt der Name Apotheke her?

Substantiv, f –

Singular Plural
Nominativ die Apotheke die Apotheken
Genitiv der Apotheke der Apotheken
Dativ der Apotheke den Apotheken
Akkusativ die Apotheke die Apotheken

eine historische Apotheke Worttrennung: Apo·the·ke, Plural: Apo·the·ken Aussprache: IPA : Hörbeispiele: Apotheke ( Info ), Apotheke (Österreich) ( Info ) Reime: -eːkə Bedeutungen: Handel, Pharmazie : Geschäft, in dem Medikamente und Heilmittel verkauft werden, die ursprünglich fast vollständig nach Rezept selbst hergestellt wurden umgangssprachlich, übertragen, abwertend, Handel : Geschäft, das hohe Preise für seine Waren fordert Tasche oder Schränkchen als Aufbewahrungsort für Medikamente oder Heilmittel Herkunft: mittelhochdeutsch apotēke → gmh „Spezereiladen, Apotheke», im 13.

Jahrhundert von mittellateinisch apothēca → la entlehnt, das auf altgriechisch ἀποθήκη (apothēkē ☆ ) → grc „der Aufbewahrungsort, Speicher, Lager» zurückgeht, Substantiv zum Verb ἀποτιθέναι (apotithenai ☆ ) → grc „weglegen, ablegen» Synonyme: veraltet : Offizin Unterbegriffe: Autoapotheke, Container-Apotheke, Internetapotheke, Kur-Apotheke, Stadtapotheke, Versandapotheke Hausapotheke, Heimapotheke, Feldapotheke, Notapotheke, Reiseapotheke, Taschenapotheke Beispiele: Fünfhundert Meter weiter auf der rechten Seite befindet sich eine Apotheke.

Die Apotheke am Rathausplatz hat Bereitschaft. Weißt du, welche Apotheke heute Nachtdienst hat? „Ein paar Schritt vor der nächsten Apotheke läßt Wolf den Wagen halten und hinkt krank und elend los.» „Das Klischee der sogenannten Männergrippe bedienen selbst Pharmafirmen und Apotheken.

Wie alt sind Apotheker?

Apotheken an der Generationenklippe Der Anteil der aktiven Apotheker im Rentenalter oder kurz davor variiert von Bundesland zu Bundesland. In Baden-Württemberg sind 18,5 Prozent der Inhaber älter als 63 Jahre, 8 Prozent sogar älter als 68. Das sind 152 Kollegen, die eigentlich längst ihren Ruhestand genießen könnten.

  • Ähnlich sieht es in Niedersachsen aus: Hier sind 19,6 Prozent 63 Jahre und älter, 137 Apothekenleiter sind sogar jenseits der 68 (8,7 Prozent).
  • In Hamburg liegt der Anteil bei 19,6 beziehungsweise 11,2 Prozent.
  • Auch Westfalen-Lippe ist ein „alter» Kammerbezirk: Von den 1021 Inhabern sind 186 zwischen 63 und 67 Jahren alt, weitere 138 gehören zur Gruppe 68+.

Das ergibt in der Summe einen Anteil von 20,7 Prozent. Etwas besser steht Bayern da mit 16,5 Prozent der Inhaber ab 63 Jahren. Im Freistaat sind 158 Kollegen in der Apotheke zu finden, die ihren 70. Geburtstag schon hinter sich haben. Das entspricht 4,8 Prozent.

  • Bemerkenswert sind auch die 206 Angestellten im selben Alter, das entspricht einer Quote von 3,8 Prozent.
  • Insgesamt sind 10,2 Prozent der angestellten Approbierten 63 Jahre oder älter.
  • Ganz anders sieht es in Sachsen aus – eigentlich einem der am meisten überalterten Bundesländer in Deutschland: Hier sind nur 7,6 Prozent der Inhaber 63 Jahre und älter, wobei 3 Prozent älter als 68 und 2,6 Prozent sogar älter als 70 Jahre sind.

Die Gründe dafür sind nicht bekannt; vermutet wird, dass die Generation, die 1990 bei der Privatisierung dabei war, den Renteneintritt bereits hinter sich hat. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil 63+ sogar nur bei 3,8 Prozent. An der Küste ist für die meisten Inhaber mit dem Eintritt ins Rentenalter Schluss.

  1. Auch hier gibt es von offizieller Seite keine Erklärung für den guten Altersdurchschnitt.
  2. In Thüringen sind 2,9 Prozent der Inhaber und 6,8 Prozent der Approbierten älter als 68 Jahre; in beiden Gruppen liegt die Quote 63+ bei rund 10 Prozent.
  3. Michael Schmitz, Geschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, bezeichnet die Situation in seinem Kammerbezirk als eine Herausforderung.

Bei Fortbildungen habe man zwar den Eindruck, die Pharmazie werde immer jünger. Bei den Inhabern sehe die Situation aber anders aus. Er nennt einen Grund für die Überalterung unter den Apothekenleitern: „Wenn früher eine attraktive Apotheke frei wurde, musste man sich als Selbstständiger überlegen, ob man seine alte Apotheke aufgibt und zum besseren Standort wechselt.

  • Heute kann man sie einfach als Filiale übernehmen.
  • Unsere Erfahrung ist: Je besser die Lage, desto schlechter sind die Aussichten für junge Pharmazeuten, zum Zug zu kommen.» Er und sein Team veranstalten regelmäßig runde Tische für Filialleiter – die künftige Generation der Selbstständigen, wie er sagt.

Bei den Angestellten ist der Anteil der Generation 63+ deutlich geringer: Hier fallen etwa in Niedersachsen 12,6 Prozent in diese Gruppe, in Baden-Württemberg sind es 8,6 Prozent. In Sachsen liegt die Quote bei 3,5 Prozent, in Schleswig-Holstein bei 2,5 Prozent.

  1. Hier zeigen Detailszahlen, dass die Teilzeitquote mit 75 Prozent nur unwesentlich höher liegt als über alle Altersgruppen hinweg.
  2. Generell gilt: Männer arbeiten häufiger bis in die Rente hinein als Frauen.
  3. In Niedersachsen etwa sind 11,5 Prozent der männlichen Inhaber älter als 68 Jahre, aber nur 5,2 Prozent der Frauen.

Bei den Angestellten gibt es wegen des hohen Frauenanteils das Phänomen, dass jeder vierte Approbierte älter als 68 Jahre ist. Bei den Frauen sind es 4,1 Prozent. Die Apothekerkammer Berlin hatte unlängst errechnet, wie groß der mittelfristige Rekrutierungsbedarf des beruflichen Nachwuchses ist.

Zwar steht die Hauptstadt vergleichsweise gut da: Nur 2,4 Prozent der berufstätigen Apotheker sind älter als 65, insgesamt sind nur 17,5 Prozent älter als 55 Jahre. Dennoch müssen laut Analyse bis 2029 rund 930 Apotheker ersetzt werden. Bis 2034 gehen demnach sogar rund 1500 Kollegen in Rente. Das sind 27 beziehungsweise 42 Prozent der Kammermitglieder.

Allerdings gibt es auch hier einen großen Unterschied: Während bei 21 beziehungsweise 33 Prozent der Angestellten ein Generationswechsel stattfinden muss, sind es bei den Inhabern 51 Prozent bis 2029 und sogar 75 Prozent bis 2034. ABDA-Zahlen zeigen: Das Durchschnittsalter der Approbierten in öffentlichen Apotheken liegt bei 47,2 Jahren, wobei Männer mit 51,2 Jahren etwas älter sind als Frauen mit 45,7 Jahren.

  1. Bei den Inhabern liegt die Zahl bei 51,5 Jahren, auch hier sind Leiterinnen mit 50 Jahren jünger als ihre männlichen Kollegen (53 Jahre).
  2. Bei den Angestellten ergibt sich aus 44,2 Jahren für Frauen und 47,4 Jahren für Männer ein Durchschnittsalter von 44,7 Jahren.
  3. Linikapotheken liegen mit 43 Jahren auf ähnlichem Niveau, in sonstigen Branchen sind Apotheker im Durchschnitt 41,5 Jahre alt.

Aus Hamburg liegen auch Zahlen zu PTA vor, die die Apotheken freiwillig gemeldet haben. Demnach sind nur 0,4 Prozent 68 Jahre oder älter, 3,5 Prozent gehören zur Gruppe 63+.87,5 Prozent sind jünger als 55 Jahre. Die Demographie trifft freilich nicht nur die Apotheken, sondern alle Branchen: Die geburtenstarken Jahrgänge der 50er- und 60er- Jahre bereiten sich jetzt auf den Ruhestand vor.

Zugleich sorgt der Pillenknick der späten 60er und 70er Jahre für zahlenmäßig deutlich schwächere Jahrgänge danach. Das hat erhebliche Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. Jedes Jahr gehen mindestens 200.000 Arbeitskräfte mehr in Rente als neue Erwerbspersonen nachwachsen. Die beschriebene Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung führt dazu, dass bis 2060 für die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter mit einem Rückgang von über 20 bis 30 Prozent von 49 Millionen (2014) auf 38 Millionen (obere Variante) bis 34 Millionen (untere Variante) zu rechnen ist.

Selbst bei Modellrechnungen mit einer deutlich höheren Zuwanderung von 300.000 Personen pro Jahr zeigt sich noch ein Rückgang von über 15 Prozent. Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies, dass das maximal verfügbare potenzielle Arbeitskräfteangebot, das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial, noch stärker schrumpfen wird als die Bevölkerung insgesamt.

Für die Apothekerschaft in Ostdeutschland verschärft sich diese Entwicklung noch: Die noch in der ehemaligen DDR ausgebildeten Pharmazieingenieure erreichen ebenfalls das Rentenalter. Einem entsprechenden proportionalen Rückgang der Erwerbstätigkeit und damit möglicherweise verbundenen Wachstumshemmnissen kann entgegengewirkt werden, indem das verbleibende Erwerbspersonenpotenzial in Zukunft besser ausgeschöpft wird.

Ein möglicher Ansatzpunkt ist, dass Jüngere früher in den Arbeitsmarkt eintreten. In den vergangenen Jahren ist die Erwerbstätigenquote der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland bereits von 59 Prozent (2005) auf 64 Prozent (2014) gestiegen und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 48 Prozent.

  1. Beigetragen dazu hat unter anderem die Umstellung vieler Studiengänge auf verkürzte Bachelor-Abschlüsse.
  2. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit.
  3. Diese hat seit 2005 um 10 Prozentpunkte zugenommen und liegt nun bei 73 Prozent.
  4. Im Apothekenmarkt ist der Frauenanteil traditionell schon seit Langen mit über 80 Prozent überdurchschnittlich hoch, so dass diese Möglichkeit hier kaum noch Entlastung bringen kann.

Im EU-Durchschnitt beträgt die Frauenarbeitsquote nur 63 Prozent, nur in Schweden ist sie mit 78 Prozent vergleichbar hoch. Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung wäre es folgerichtig, wenn auch ältere Menschen länger im Arbeitsmarkt bleiben.

  1. Das von der EU gesetzte Lissabon-Ziel einer Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen von 50 Prozent hat Deutschland längst erreicht.
  2. Im Jahr 2013 erreichten auch die 60- bis 64-Jährigen eine Erwerbstätigenquote von 50 Prozent.
  3. Dennoch bleibt hier laut Arbeitsmarktstudien Raum für weitere Steigerungen.

Schließlich gilt es, die wachsende Gruppe von Personen mit Migrationshintergrund noch besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren: Gemäß dem Mikrozensus 2010 stellten diese knapp 30 Prozent der sogenannten Stillen Reserve, waren also entweder auf der Suche nach einem Arbeitsplatz oder für einen solchen kurzfristig verfügbar.

Wie ist die Pharmaindustrie entstanden?

Die pharmazeutische Industrie entstand aus zwei Quellen. Eine da- von ist die Teerfarbenindustrie, die im Gefolge der industriellen Her- stellung von Leuchtgas entstand. Die andere ist die Apotheke, die bis weit ins vorige Jahrhundert hinein alle Arzneimittel herstellte, die vom Arzt verschrieben wurden.

Wann wurde Apotheke gegründet?

Am 23. Mai 1241 wurde in Deutschland erstmals eine „apoteca’ erwähnt: Laut einer im Stadtarchiv von Trier aufbewahrten Schenkungsurkunde übertrug an diesem Tag Fridericus, Gutsverwalter des Bischofs zu Trier, dem Frauenkonvent St.