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Welche Medikamente Bei Demenz Und AggressivitT?

Welche Medikamente Bei Demenz Und AggressivitT
Alzheimer-Demenz: Welchen Nutzen und Schaden hat Risperidon bei psychischen Symptomen und Verhaltenssymptomen? Menschen mit können sich in ihrem Wesen und Verhalten ändern. Dies äußert sich z.B. in sehr starker Streitlust (Aggression), Reizbarkeit, sehr starke Unruhe, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Um diese Symptome zu lindern, gibt es Medikamente, die auf das Gehirn und Nervensystem wirken: die Neuroleptika. Eines dieser Medikamente heißt Risperidon. Risperidon ist bei mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz für die Behandlung anhaltender sehr starker Streitlust (Aggression) zugelassen. Dabei darf Risperidon nicht länger als sechs Wochen eingenommen werden.

Allerdings darf Risperidon laut Arzneimittel-Zulassungsbehörde nur eingesetzt werden, wenn nicht gewirkt haben und wenn die Erkrankten sich selbst oder andere gefährden könnten. Wir haben anhand der vorhandenen randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) geprüft, welchen Nutzen und Schaden die Behandlung mit Neuroleptika bei psychischen Beschwerden und Verhaltens-Änderungen haben kann.

  1. Nutzen bedeutet in diesem Zusammenhang: Die psychischen Beschwerden und Verhaltens-Änderungen bessern sich.
  2. Schaden heißt: Bei Einnahme der Medikamente treten Nebenwirkungen auf.
  3. An den Studien nahmen überwiegend Menschen mit Alzheimer-Demenz teil.
  4. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt.
  5. Eine Gruppe bekam das Medikament Risperidon.

Die andere Gruppe bekam ein Scheinmedikament ohne Wirkung. Diese beiden Gruppen wurden miteinander verglichen. Nach aktuellem Stand der Forschung überwiegt der Schaden den Nutzen. Die Studien sind allerdings nicht frei von Mängeln oder es bestehen Zweifel, ob sie fachgerecht durchgeführt wurden.

  1. Deswegen ist die Zuverlässigkeit der Ergebnisse eingeschränkt.
  2. Die sechs Studien kamen zu keinen einheitlichen Ergebnissen.
  3. In vier Studien scheint Risperidon die Symptome nicht zu lindern.
  4. In den anderen zwei Studien wurde eine Linderung nachgewiesen.
  5. Diese ist aber meist so gering, dass bezweifelt wird, ob sie für die Patienten und Patientinnen sowie Pflegepersonen im Alltag überhaupt wahrnehmbar ist.

In fünf der sechs Studien haben die Patienten und Patientinnen, die Risperidon erhielten, deutlich mehr unerwünschte Nebenwirkungen als diejenigen, die ein Schein-Medikament bekamen. Dabei handelt es sich um vermehrte Muskel-Anspannungen, Gang- und Sprachstörungen sowie Händezittern.

  1. Die Symptome ähneln denen von Patienten und Patientinnen, die unter der Parkinson-Krankheit leiden.
  2. Ebenfalls fünf von sechs Studien berichten mehr Todesfälle in der Risperidon-Gruppe.
  3. Zu den Langzeitfolgen einer Behandlung mit Risperidon können die Studien keine Aussagen treffen, weil die Studiendauer je nach Studie nur zehn bis maximal 36 Wochen betrug.

Die Studien haben größtenteils methodische Mängel oder es bestehen Zweifel, ob die Studien gut durchgeführt wurden. Es ist beispielsweise nicht klar, ob die zufällige Zuteilung der Studienteilnehmer auf die zwei Studiengruppen fachgerecht durchgeführt wurde.

Wenn dies nicht der Fall ist, sind die beiden Studiengruppen möglicherweise nicht vergleichbar. Dies könnte die Ergebnisse verzerrt haben. Für die Gesamtbewertung der Ergebnisse aller Studien ist außerdem wichtig zu wissen, dass in den verschiedenen Studien die Verhaltens-Änderungen unterschiedlich definiert und unterschiedliche Fragebögen zu deren Messung genutzt wurden.

Auch war die Einnahmemenge von Risperidon unterschiedlich hoch. Den behandelnden Ärzten und Ärztinnen war es freigestellt, die Dosierung je nach Wirkung bei den einzelnen Patientinnen und Patienten in einem gewissen Rahmen zu verändern. In allen Studien durften zusätzliche Medikamente, wie Beruhigungsmittel, Schlafmittel und Schmerzmittel gegeben werden.

  • In einigen Studien nahmen nur Menschen mit Alzheimer-Demenz teil, in anderen hatte der überwiegende Teil der Untersuchten Alzheimer-Demenz.
  • Die Patienten und Patientinnen hatten psychotische Symptome oder Verhaltens-Auffälligkeiten unterschiedlicher Schwere.
  • In zwei Studien waren die Teilnehmenden durchschnittlich unter 80 Jahre alt.

An allen Studien nahmen mehr Frauen als Männer teil. Die Patientinnen und Patienten wurden ambulant oder stationär behandelt. In zwei der Studien kamen alle Teilnehmenden aus Langzeit-Pflegeeinrichtungen. Der Schweregrad der Demenz wurde in nur einer Studie bezeichnet: Es waren alle Schweregrade vertreten.

  • Inwieweit die Ergebnisse der Studien auf andere Personengruppen, z,B.
  • Jüngere Menschen mit Alzheimer-Demenz übertragbar sind, ist unklar.
  • Hier finden Sie mehr zur,
  • Die Informationen stellen keine endgültige Bewertung dar, sondern basieren auf den besten derzeit verfügbaren Erkenntnissen.
  • Aktualisiert im September 2022.

Erstellt im März 2019. Nächste geplante Aktualisierung: September 2025 Autoren: Dr. Martina Albrecht, Lisa-Marie Ströhlein, Jochen Randig (alle von der Stiftung Gesundheitswissen) Wissenschaftliche Beratung: Dr. Dagmar Lühmann Brodaty H, Ames D, Snowdon J, Woodward M, Kirwan J, Clarnette R et al.

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Clinical symptom responses to atypical antipsychotic medications in Alzheimer’s disease: Phase 1 outcomes from the CATIE-AD effectiveness trial. Am J Psychiatry 2008;165(7):844–54. Bei der Erstellung dieser Gesundheitsinformationen lagen keine Interessenkonflikte vor. Sie haben eine Anmerkung zu dieser Gesundheitsinformation oder einen Themenvorschlag? Sehr gern.

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Welche Medikamente helfen bei Aggression?

INTERNATIONAL STUDIEREN

Artikel Autoren Grafiken/Tabellen Literatur Kommentare/Briefe Statistik Zitiert

Hintergrund: Erregungszustnde und Aggressivitt im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen sind medizinische Notflle. In einer Erhebung aus sechs psychiatrischen Kliniken in Deutschland wurden 1,7 bis 5 aggressive bergriffe pro Behandlungsplatz und Behandlungsjahr berichtet.

  1. Wenn eine Beruhigung im Gesprch nicht gelingt, ist es erforderlich, medikaments einzugreifen.
  2. Hier wird die Evidenz zu beruhigend wirkenden Medikamenten zusammengefasst und es werden klinisch relevante ethische und praktische Fragen (zum Beispiel zur Zwangsmedikation) diskutiert.
  3. Methode: Es wurde eine selektive Literaturrecherche in MEDLINE durchgefhrt, die durch eine Referenzrecherche ergnzt wurde.

Ergebnis: Die Evidenz fr die Behandlung von Erregungszustnden mit Antipsychotika und Benzodiazepinen ist relativ gut. Es liegen randomisierte kontrollierte Studien und teilweise Cochrane-Reviews vor. Allerdings schlieen solche Arbeiten nur einwilligungsfhige Patienten ein.

  • Die bertragbarkeit auf tatschliche Notfallsituationen ist hufig nicht gegeben (zum Beispiel Umgang mit alkoholintoxikierten Patienten oder Patienten mit Vorerkrankungen).
  • Haloperidol als Monotherapie hat eine vergleichsweise geringe antiaggressive Wirkung und sollte, auch wegen mglicher Nebenwirkungen wie Frhdyskinesien und epileptischen Anfllen, in der Regel nicht mehr als Monotherapie angewendet werden.

Haloperidol in Kombination mit Benzodiazepinen oder Promethazin sowie die Substanzen Lorazepam, Olanzapin, Ziprasidon und Aripiprazol jeweils als Monotherapien sind bei parenteraler Verabreichung wirksam in der Behandlung aggressiver Erregungszustnde. Aggressivitt kann nur als krankheitsbedingt eingestuft werden, wenn ein Zusammenhang zwischen einer Erkrankung und aggressivem Verhalten besteht. Aggressivitt stellt nicht notwendigerweise eine Indikation zur medizinischen Behandlung dar. Notrzte und Psychiater, aber auch Hausrzte sind hufig mit der Frage nach der Behandlung aggressiven Verhaltens konfrontiert.

Psychiatrische Notflle waren in einer Studie fr 11,8 % der Notarzteinstze verantwortlich. Psychomotorische Erregungszustnde waren mit 28 % der psychiatrischen Notflle nach Alkoholintoxikationen (33 %) am hufigsten zu verzeichnen ( 1 ). Erregungszustnde im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen und Intoxikationen werden als Notflle eingestuft.

Patienten knnen sich oder andere verletzen. In sechs psychiatrischen Kliniken in Deutschland wurden in einer retrospektiven Studie 1,7 bis 5 aggressive bergriffe pro Behandlungsplatz und Behandlungsjahr berichtet ( 2 ). In einer nordrhein-westflischen Klinik waren innerhalb eines Jahres 171 der 2 210 aufgenommenen Patienten an aggressiven bergriffen beteiligt.

Insgesamt wurden 441 Episoden mit aggressivem Verhalten berichtet ( 3 ). Psychomotorische Erregungszustnde bergen die Gefahr somatischer Komplikationen wie Elektrolytstrungen, Rhabdomyolyse und Laktatazidose ( 4, 5 ). Das Ziel einer medikamentsen Behandlung ist es, den Patienten zu beruhigen. Dabei sollen eine Amnesie oder tiefe Sedierung vermieden werden, da sonst eine gemeinsame Entscheidungsfindung fr den weiteren Behandlungsverlauf unmglich wird.

berdies werden die Patienten durch eine starke Sedierung verschiedenen Risiken wie Atem- und Kreislaufdepression oder Aspiration ausgesetzt. Aus Deutschland liegen hierzu keine Daten vor. In einer Studie aus Australien kam es bei 9 % der Patienten beziehungsweise insgesamt bei 16 Patienten mit Erregungszustnden nach Sedierung zu Komplikationen wie Blutdruck- und Sauerstoffabfall ( 6 ).

  1. Medizinische Ursachen aggressiven Verhaltens knnen nahezu alle Arten psychischer Strungen, aber auch krperliche Erkrankungen sein.
  2. In Notfallsituationen sollten eine kurze Fremdanamnese und eine orientierende Untersuchung erfolgen.
  3. Neben Intoxikationen, Entzugssyndromen und postiktalen Zustnden sollten rasch zu behebende Ursachen wie Hypoglykmien ausgeschlossen werden ( 7 ).

Wenn mglich, sollte das Einverstndnis des Patienten fr eine medikamentse Behandlung gewonnen werden. Lehnt ein Patient die Behandlung ab, ist zu prfen, ob eine Notfallbehandlung unter Anwendung von Zwang im Sinne eines rechtfertigenden Notstandes ( 34 StGB) beziehungsweise der entsprechenden Bestimmungen der Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetze der Bundeslnder mglich und erforderlich ist.

Die Gefhrdung bei Unterlassung einer Medikation muss gegenber dem Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Patienten durch eine Zwangsbehandlung abgewogen werden. Die vorliegende bersichtsarbeit soll die Frage beantworten, wie aggressive Erregungszustnde wirksam und sicher behandelt werden knnen. Methode Fr den vorliegenden Artikel wurde die Datenbank MEDLINE nach Publikationen aus dem Zeitraum Januar 2006 bis September 2018 durchsucht (Suchterme siehe eTabelle ).

Zudem wurden die Ergebnisse der Literaturrecherche zur S3-Leitlinie Verhinderung von Zwang Prvention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen bercksichtigt ( 7 ). Seit dem Erscheinen der S3-Leitlinie hat sich die Datenlage zum inhalativen Antipsychotikum Loxapin ( 8, 9 ) sowie zum Narkotikum Ketamin vergrert ( 10 ). eTabelle Suchstrategie nach PICO-Modell*1 Eingeschlossen in die Auswertung wurden Studien zur pharmakologischen raschen Behandlung bei aggressiven Erregungszustnden. Neben randomisierten kontrollierten Studien (RCT) und Metaanalysen wurden Beobachtungsstudien und retrospektive Analysen einbezogen, zum Beispiel bei der Beurteilung der Arzneimittelsicherheit.

  1. Das Literaturscreening der vorliegenden Arbeit fhrten zwei Personen (SH und RG) unabhngig voneinander durch.
  2. Bei Uneinigkeit erfolgte eine gemeinsame Sichtung des strittigen Artikels.
  3. Ergebnisse Die Evidenz aus Studien bezieht sich hauptschlich auf Substanzen, die intramuskulr verabreicht werden.
  4. Zur Wirksamkeit oraler Notfallmedikation liegen nur wenige Studien vor.

Es gibt zu vielen der gngigen Substanzen RCTs und Cochrane-Reviews ( 11 16 ). Diese beziehen sich aber in der Regel auf unruhige Patienten im Allgemeinen. Hochwertige Studien zu echten Notfallsituationen, wie Behandlungen unter Anwendung von Zwang nach einem ttlichen bergriff, fehlen aus naheliegenden Grnden.

  • So ist es beispielsweise nicht mglich, in diesen Fllen eine rechtswirksame Einwilligung zur Studienteilnahme zu erhalten.
  • Eine bersicht ber Dosierungsempfehlungen gibt Tabelle 1,
  • Die Angaben in Tabelle 1 beziehen sich auf Erwachsene.
  • Im Rahmen geriatrischer Behandlungen mssen niedrigere Dosierungen verwendet werden.

Fr die meisten Medikamente gibt es bezglich der Anwendung beim lteren Menschen keine Daten aus RCTs. Empfehlungen aus Fachinformationen liegen nur zu Haloperidol und Olanzapin vor, wobei fr ltere etwa die Hlfte der niedrigsten Erwachsenendosis empfohlen wird ( e1, e2 ). Tabelle 1 Dosierungsempfehlungen von parenteral applizierbaren Medikamenten zur Behandlung von Erregungszustnden Da Antipsychotika wegen unerwnschter kardialer Arzneimittelwirkungen (Torsades de pointes) nicht mehr zur intravensen Gabe zugelassen sind, werden sie tief intramuskulr verabreicht. Tabelle 2 Zulassungsumfang und relevante Rote-Hand-Briefe parenteral applizierbarer Medikamente zur Behandlung des Erregungszustandes Im Folgenden werden die verschiedenen eingesetzten Substanzgruppen vorgestellt. Bei vollkommen fehlender Kooperation des Patienten muss auf parenteral applizierbare Formulierungen zurckgegriffen werden.

Hier wurden lange Zeit vor allem Antipsychotika der ersten Generation wie Haloperidol eingesetzt. Seit Antipsychotika der zweiten Generation zur intramuskulren Gabe zur Verfgung stehen, werden diese ebenfalls verwendet. Aufgrund der mglichen unerwnschten Arzneimittelwirkungen der Antipsychotika werden zunehmend Benzodiazepine als Monotherapie genutzt.

In Studien aus der Notfallmedizin wird in letzter Zeit die Behandlung mit Ketamin verstrkt untersucht. Notfallmedikation bei fehlender Kooperation Antipsychotika der ersten Generation Haloperidol Fr die Behandlung des aggressiven Erregungszustandes mit der Kombination aus Haloperidol und Promethazin besteht die beste Evidenz.

Sie wurde in sechs RCTs mit den Substanzen Midazolam, Lorazepam, Olanzapin, Ziprasidon und Haloperidol jeweils als Monotherapie sowie mit der Kombination Haloperidol und Midazolam verglichen ( 11 ). Haloperidol als Monotherapie wurde in insgesamt 41 RCTs untersucht. Dabei war Haloperidol Placebo und Aripiprazol berlegen, es ergab sich kein signifikanter Unterschied zur Monotherapie mit Lorazepam ( 14 ).

Bei der Gabe von Haloperidol plus Promethazin waren weniger Nachinjektionen als bei der Monotherapie erforderlich. Das Risiko, dass sich der Patient nach 30 Minuten nicht beruhigt hat, war deutlich niedriger als bei der Monotherapie (relatives Risiko : 0,65; 95-%-Konfidenzintervall ) ( 12 ).

Im Gegensatz zur Behandlung mit Benzodiazepinen trat keine Atemdepression auf. Von der alleinigen Gabe von Haloperidol wird wegen geringerer Wirksamkeit und wegen unerwnschter Arzneimittelwirkungen (Dystonien, epileptische Anflle) zunehmend abgeraten ( 11, 17 ). Die Zugabe von Promethazin kann Dystonien entgegenwirken.

Entsprechend den aktuellen Herstellerempfehlungen soll Haloperidol aber nicht mehr mit anderen QTc-zeitverlngernden Medikamenten wie Promethazin kombiniert werden. Hier besteht eine Diskrepanz zwischen einerseits internationaler Evidenz, die die berlegenheit der Kombination wegen des in Studien besseren Sicherheitsprofils im Vergleich zur Monotherapie zumindest bei krperlich gesunden, nichtintoxikierten Patienten zeigt, und andererseits der Zulassungspolitik der Hersteller, die von der Kombination abraten ( e1 ). Grafik Entscheidungshilfe bei der Auswahl der Wirkstoffgruppe und Applikationsart in der Behandlung von psychomotorischen Erregungszustnden und aggressivem Verhalten Antipsychotika der zweiten Generation In einer RCT schnitt Ziprasidon bei der Beherrschung von Aggressionen gegenber den folgenden Substanzen beziehungsweise Kombinationen am besten ab ( 17 ):

See also:  Wie Lange Patentschutz Medikamente?

Haloperidol plus Promethazin Haloperidol plus Midazolam Haloperidol Monotherapie Olanzapin.

Ziprasidon und Olanzapin zeigten in einem Review eine niedrigere number needed to treat (NNT = 3) als Aripiprazol (NNT = 5; ). Ziprasidon hat sich dennoch bis jetzt nicht in der psychiatrischen Notfallversorgung durchgesetzt, was vermutlich an der kaum sedierenden und geringen antipsychotischen Wirkung liegt ( 19 ).

  • Im Vergleich von Aripiprazol mit Olanzapin war Olanzapin initial berlegen, was wahrscheinlich auf die sedierenden Eigenschaften von Olanzapin zurckgefhrt werden kann.
  • Nach 24 Stunden ergab sich kein signifikanter Unterschied mehr ( 12, 13, 20, 21 ).
  • Olanzapin hat eine sedierende Wirkung, weshalb es intuitiv fr die Behandlung aggressiver Erregungszustnde geeignet scheint.

Olanzapin wurde in acht RCTs bei Erregungszustnden getestet. In vier RCTs zeigte Oanzapin gegenber einem Placebo eine NNT von 4 (95%-Konfidenzintervall ). Olanzapin war in jeweils zwei RCTs hnlich wirksam wie Haloperidol oder Lorazepam ( 13 ). Nach parenteraler Gabe wurden aber in einer retrospektiven Pharmakovigilanzstudie, in der 160 Meldungen nach Markteinfhrung zur schnell wirksamen intramuskulren Formulierung von Olanzapin ausgewertet wurden, 29 Todesflle berichtet.

In 66 % beziehungsweise 76 % dieser Flle wurde Olanzapin mit Benzodiazepinen beziehungsweise anderen Antipsychotika kombiniert. In dieser Zeit waren weltweit circa 539 000 Menschen mit Olanzapin intramuskulr behandelt worden ( 22 ). Eine retrospektive Studie von 2012 ergab fr die Kombination von Olanzapin plus Benzodiazepin einen atemdepressiven Effekt, wenn die Patienten alkoholisiert waren ( 23 ).

Olanzapin soll parenteral wegen einer mglichen vitalen Gefhrdung nicht in Kombination mit Benzodiazepinen verabreicht werden. Wenn Olanzapin intramuskulr angewendet wird, muss vorab entschieden werden, ob der Patient ohne den Rckgriff auf Benzodiazepine behandelt werden kann.

Olanzapin wird damit nichtintoxikierten Patienten mit bekannter psychotischer Erkrankung, die frher bereits auf Olanzapin angesprochen haben, vorbehalten sein. Lorazepam und andere Benzodiazepine In einem Cochrane-Review, das 20 RCTs einschloss, zeigten sich Benzodiazepine als Monotherapie gegenber einem Placebo nicht signifikant berlegen, aber auch den Antipsychotika oder den genannten Kombinationsbehandlungen nicht signifikant unterlegen ( 16 ).

Midazolam soll wegen der erhhten Gefahr der Atemdepression bei psychiatrischen Indikationen nicht verwendet werden. Die Frage, ob Benzodiazepine, Antipsychotika oder eine Kombination aus beiden bei aggressiven Erregungszustnden eingesetzt werden sollen, wird seit Jahren in der psychiatrischen Literatur diskutiert.

  1. Die Datenbasis ist weiterhin unzureichend.
  2. Bei vorbekannten psychotischen Erkrankungen kann es sinnvoll sein, bereits in der Notfallsituation ein Antipsychotikum zu verwenden ( 24 ).
  3. Benzodiazepine sollten bei rezidivierendem aggressivem Verhalten langfristig nicht verabreicht werden, da ihr regelmiger Gebrauch mit vermehrtem aggressivem Verhalten einhergeht ( 25 ) und zu Gewhnung und Abhngigkeit fhrt.

In einem RCT, das Haloperidol plus Lorazepam mit Lorazepam als Monotherapie verglich, zeigte sich eine bessere Wirksamkeit der Kombination nach 60 Minuten bezglich aggressiven und feindseligen Verhaltens (NNT = 3 fr die Kombination im Vergleich zur Monotherapie).

  • Eine signifikanten Unterschiede ergaben sich im Hinblick auf die klinische (psychotische) Symptomatik ( 26 ).
  • Unklar ist, ob die Wirkung von Kombinationsbehandlungen gleichermaen durch die Hherdosierung einer Einzelsubstanz zu erreichen ist.
  • Benzodiazepine sind zur intravensen Applikation zugelassen.

Sie stellen bei Notfallmedikationen unter Zwang eine wichtige Alternative zu den Antipsychotika dar. Eine mgliche Entscheidungshilfe zur Auswahl der Wirkstoffgruppe und Applikationsart gibt das Flussdiagramm in der Grafik, Ketamin Im Rettungsdienst wird Ketamin verwendet, wenn eine dissoziative Ansthesie einzuleiten ist (suffiziente Sedierung bei erhaltenen Schutzreflexen).

  1. Ein Review wertete Studien zum prklinischen Einsatz von Ketamin bei Agitiertheit und Aggressivitt aus.
  2. In zwei dieser Studien wurde Ketamin mit Haloperidol beziehungsweise Haloperidol plus Benzodiazepinen oder Antihistaminika verglichen.
  3. Etamin war schneller wirksam als Haloperidol.
  4. Die Sedierung setzte nach 5 versus 17 Minuten ein.

Wegen Hypersalvation oder Erbrechen wurde in der Ketamingruppe in 39 % der Flle eine Schutzintubation notwendig ( 9 ). In einer weiteren retrospektiven Studie wurden Patienten, die Ketamin erhielten, hufiger intubiert und bentigten hufig im Verlauf zustzlich Haloperidol und Benzodiazepine ( 27 ).

  1. Beide Studien wurden noch nicht in die S3-Leitlinie eingeschlossen.
  2. Allerdings kann Ketamin auch anhand der aktuellen Datenlage aus psychiatrischer Sicht nicht empfohlen werden.
  3. Notfallmedikation bei eingeschrnkter Kooperation Wenn mglich, sollte eine Medikation im Einvernehmen mit dem Patienten vorgenommen werden.

Diese muss dann nicht intramuskulr oder intravens erfolgen, sondern sollte oral verabreicht werden. Eine gelingende Kooperation ist in diesem Fall wichtiger als pharmakodynamische berlegungen zum Wirkungseintritt, und sie ist per se schon therapeutisch wirksam.

  1. Diese Aspekte treten im Rahmen der Diskussionen um Patientenautonomie von psychisch erkrankten und seelisch und geistig behinderten Menschen mehr und mehr in den Vordergrund.
  2. Die orale Verabreichung wird dadurch begnstigt, dass viele Antipsychotika heutzutage in schnell wirksamen Formulierungen wie Sften, Schmelztabletten oder als Inhalat verfgbar sind.

Antipsychotika oral Ein RCT konnte fr Risperidon 2 mg plus Lorazepam 2 mg oral gegenber der intramuskulren Applikation von Haloperidol 5 mg plus Lorazepam 2 mg eine vergleichbare Wirksamkeit nachweisen. Dabei wurden Feindseligkeit und Anspannung mit einer Skala gemessen, wobei sich die 95-%-Konfidenzintervalle der Mittelwerte und der nderungen in beiden Gruppen bei allen Messzeitpunkten berlappten ( 28 ).

Olanzapin intramuskulr sowie Olanzapin als Schmelztablette waren in einer randomisierten Studie in den ersten 90 Minuten signifikant wirksamer in der Behandlung von Agitiertheit bei psychotischen Strungen als Haloperidol intramuskulr ( 29 ). Bei spteren Messzeitpunkten ergab sich kein signifikanter Unterschied mehr.

In einer weiteren Studie wurden Olanzapin, Haloperidol und Risperidon in oralen Darreichungsformen miteinander verglichen. Da keine der Substanzen signifikant berlegen war ( 30 ), sollten das Nebenwirkungsprofil und die Prferenzen des Patienten bercksichtigt werden.

  • Ein Review, das sechs RCTs zu oralen Formulierungen von Antipsychotika bei Erregungszustnden untersuchte, kam zu dem Schluss, dass diese hnlich wirksam sind wie Haloperidol oder parenterale Formulierungen ( 31 ).
  • Auch Asenapin sublingual zur Behandlung akuter Agitation war in einer placebokontrollierten Studie wirksam in der Behandlung von Agitiertheit, wobei eine vergleichbare NNT = 3 (95-%-KI ) wie bei intramuskulren Antipsychotika erreicht wurde ( 32 ).

Auch bei der oralen Notfallbehandlung kann gemeinsam mit dem Patienten eine Behandlung mit Benzodiazepinen als Monotherapie erwogen werden, sofern keine Kontraindikationen wie eine Alkoholintoxikation vorliegen. Neben Filmtabletten sind auch Lorazepam-Schmelztabletten verfgbar.

Diazepam ist wegen der langen Halbwertszeit fr die Notfallsituation ungeeignet. Midazolam-Lsung ist nicht fr psychiatrische Indikationen zugelassen. Loxapin inhalativ Loxapin ist als einzig verfgbares inhalatives Antipsychotikum nur fr die Behandlung leichter bis mittelschwerer Agitiertheit zugelassen.

Loxapin war in Zulassungsstudien Placebo im Hinblick auf die Reduktion von Agitiertheit bei Schizophrenien und bipolaren Strungen berlegen (NNT = 3, 95-%-KI ) ( 8 ). Zur Sicherheit bei der Anwendung im Rahmen von Intoxikationen gibt es bisher kaum Daten, eine Fallserie mit zwlf Patienten, die noch nicht Teil der S3-Leitlinie war, fhrte als Nebenwirkung in dieser Population lediglich leichte Benommenheit auf ( 33 ). Kasten Tipps zur Durchfhrung und Strukturierung eines Patientengesprchs Diskussion Antipsychotika und Benzodiazepine sind zur Behandlung aggressiver Erregungszustnde in Studien wirksam. Aber fast kein Medikament ist fr die Therapie von Aggressivitt zugelassen.

Ausnahmen stellen Risperidon und Zuclopenthixol bei aggressivem Verhalten im Zusammenhang mit Alzheimer-Demenz oder geistigen Behinderungen dar. In klinischen Studien mssen Patienten ihre Einwilligung geben und werden einer Behandlungsgruppe randomisiert zugeordnet. Dieses Vorgehen ist bei sicherheitsrelevanten Endpunkten wie gewaltttigen bergriffen aus praktischen und ethischen Grnden nicht mglich, sodass in Zulassungsstudien hufig zwar agitierte, aber nicht akut eigen- oder fremdgefhrdende Patienten untersucht wurden.

Intoxikationen sind regelmig ein Ausschlussgrund fr Studien. In der Praxis ist der Umgang mit Alkoholvergiftungen und zunehmend auch mit deliranten Zustnden nach dem Konsum amphetaminhnlicher Substanzen (sogenannte Badesalze oder auch Crystal Meth) eine Herausforderung.

Die bertragbarkeit der Ergebnisse verfgbarer Studien ist hier gering ( 34 ). Die S3-Leitlinie zur Therapie aggressiven Verhaltens empfiehlt bei Intoxikationen oder unklaren Krankheitsbildern aufgrund klinischer Erfahrung und gutem Sicherheitsprofil bei aggressiven Erregungszustnden weiterhin die Gabe von Haloperidol als Monotherapie, wenngleich dieses Medikament bei nichtintoxikierten Patienten aufgrund der geringeren Wirksamkeit und der oben beschriebenen unerwnschten Arzneimittelwirkungen nicht mehr eingesetzt werden sollte ( 7 ).

Um den geschilderten Problemen zu begegnen, werden zunehmend Beobachtungsstudien in der klinischen Routine durchgefhrt. Eine Studie aus Dnemark, die Patienten auf einer psychiatrischen Aufnahmestation untersuchte und auch Patienten mit Begleiterkrankungen und Intoxikationen einschloss, fand ebenfalls eine Wirksamkeit von Benzodiazepinen und/oder Antipsychotika bei aggressiven Erregungszustnden und besttigte damit die klinische Erfahrung ( 35 ).

Fazit Antipsychotika und Benzodiazepine sind bei parenteraler und enteraler Verabreichung wirksam in der Behandlung aggressiver Erregungszustnde. Nach klinischer Erfahrung knnen alle genannten Medikamente bei Akzeptanz durch den Patienten einen zustzlichen erwnschten Placeboeffekt entfalten, sodass die beruhigende Wirkung hufig schneller zu beobachten ist, als dies pharmakologisch erklrbar ist.

Diese Erfahrung relativiert die Diskussion um Wirkweise, Substanzwahl und Applikationsweg. Neue Applikationswege und andere Substanzgruppen werden auch in Zukunft Ausnahmesituationen vorbehalten bleiben. Interessenkonflikt Die Autoren erklren, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten eingereicht: 12.11.2018; revidierte Fassung angenommen: 16.4.2019 Anschrift der Verfasser Dr. med. Sophie Hirsch, B. Sc.; Prof. Dr. med. Tilman Steinert ZfP Sdwrttemberg Klinik fr Psychiatrie und Psychotherapie I der Universitt Ulm Weingartshofer Strae 2, 88214 Ravensburg [email protected]; [email protected] Zitierweise Hirsch S, Steinert T:The use of rapid tranquilization in aggressive behavior.

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 44552. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0445 ►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter: www.aerzteblatt-international.de Zusatzmaterial eTabelle: www.aerzteblatt.de/19m0445 oder ber QR-Code 1. Pajonk FG, Schmitt P, Biedler A, et al.: Psychiatric emergencies in prehospital emergency medical systems: a prospective comparison of two urban settings.

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See also:  Welche Medikamente Beeinflussen Den Geschmackssinn?

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Medikamentse Notfallbehandlung psychomotorischer Erregungszustnde und aggressiven Verhaltens

Wie kann man einen Demenzkranken beruhigen?

Massage besser als Medikamente – Um die erregten und aggressiven Patienten zu beruhigen verordnen Ärzte oft, Eine groß angelegte kanadischen Meta-Analyse von 163 Studien mit über 23 000 Demenzkranken zeigt nun aber: Zur Behandlung aufgebrachter Demenzpatienten gibt es Besseres als Medikamente.

Warum werden Demenzkranke so aggressiv?

Aggressionen bei Demenz: Bei bestimmten Formen typisch – Tatsächlich hängen Aggressionen und Demenz sehr oft zusammen. Doch ob und wie sich aggressives Verhalten bei Demenz zeigt, hängt auch von der Demenzform ab. Alzheimer : Bei der Alzheimer -Krankheit, der häufigsten Form der Demenz, ist die Demenz oftmals mit Aggressivität verbunden.

Das liegt daran, dass sich die Wahrnehmung von Betroffenen verändern kann. Viele leben im Laufe der Erkrankung immer mehr in einer eigenen Realität mit eigenen logischen Erklärungsmustern. Das Handeln ihrer Mitmenschen können sie dann nicht mehr nachvollziehen. Bei der Alzheimer-Krankheit kann es mitunter zu wahnhaftem Verhalten kommen, beispielsweise dann, wenn der Betroffene befürchtet, bestohlen worden zu sein.

Die Geldbörse ist dann nicht mehr verlegt worden, sondern gestohlen. Dieses Denkmuster wiederum kann ebenfalls zu aggressivem Verhalten bei Demenz führen. Frontotemporale Demenz : Auch bei der Frontotemporalen Demenz kann Aggression ein Symptom sein. Betroffene verhalten sich plötzlich anders und ihre Persönlichkeit verändert sich.

Was tun wenn Demenzkranke schlagen?

# Ein Überblick: richtige Verhaltensweisen im Umgang mit Demenzkranken –

Richtige Verhaltensweisen im Umgang mit Demenzkranken Problematische Verhaltensweisen im Umgang mit Demenzkranken
Bleiben Sie gelassen und verständnisvoll, wenn aggressives Verhalten auftritt Zurückschreien oder Unverständnis erreicht nur eine Zuspitzung des Konflikts
Sprechen Sie beruhigend und langsam auf den Demenzkranken ein, wenn dieser Sie gegen ihren Willen festhält Losreißen oder gewaltsames Festhalten des Demenzkranken führt zu einer Verstärkung der Aggressionen
Zeigen Sie keine Angst, sondern treten Sie selbstbewusst und bestimmt auf Aus Angst den Betroffenen nicht mehr zu besuchen oder Körperkontakt zu meiden, kann den Verlauf der Erkrankung verschlimmern
Verstehen Sie die Aggressionen nicht als persönlichen Angriff Eine emotionale Distanzierung, da Sie sich angegriffen fühlen kann zu Einsamkeit und verstärkten Aggressionen führen
Genügend Aktivität und Beschäftigung sorgt für mehr Ausgleich und innere Ruhe Aus Angst vor neuen Konfliktsituationen sollten Sie nicht aufhören gemeinsam Aktivitäten zu unternehmen
Nehmen Sie die Probleme des Demenzkranken ernst und versuchen Sie eine konstruktive Lösung zu finden Lange Diskussionen und Kritik vermindern das Selbstwertgefühl
Ergründen Sie die Ursachen der Aggressionen und versuchen Sie diese zu vermeiden Bestrafen Sie die Person nicht für ihr Verhalten

Kann Risperidon aggressiv machen?

Angst und aggressive Durchbrüche unter Depot-Risperidon (RISPERDAL CONSTA) Angst und aggressive Durchbrüche unter Depot-Risperidon (RISPERDAL CONSTA): Im Gegensatz zu klassischen Depot-Neuroleptika wie z.B. Haloperidoldecanoat (HALDOL DECANOAT) liegt Depot-Risperidon (RISPERDAL CONSTA) mikroverkapselt in einem Copolymer aus Milch- und Glykolsäure vor.

Es wird alle zwei Wochen injiziert. Der Wirkstoff wird jedoch haupstsächlich erst ab der dritten Woche freigesetzt (initial weniger als 1%). Daher müssen die Patienten in den ersten drei Wochen die bisherige orale Dosis weiter einnehmen. Konstante Plasmaspiegel werden erst nach der vierten Injektion erreicht.

See also:  Fieber Ab Wann Medikamente Bei Kindern?

Dies kompliziert eventuell vorzunehmende Dosiserhöhungen (frühestens nach jeweils vier Wochen) bzw. den Umgang mit vergessenen oder verspäteten Injektionen. Eine Fachärztin für Psychiatrie berichtet über zwei Mitte 50- bzw. Mitte 60-jährige Patienten mit Schizophrenie, bei denen nach drei bis vier Injektionen von Depot-Risperidon plötzlich innere Unruhe, Getriebenheit, Akathisie, Angst und Spannungsgefühl sowie aggressive Durchbrüche auftreten.

Sie vermutet, dass «individuell unterschiedlich bei einigen Personen das Medikament schlagartig in höheren Konzentrationen freigesetzt wird und so zu unerwünschten, sehr quälenden Nebenwirkungen führen kann.». Sie befürchtet zudem, dass durch die dreiwöchige Latenz bis zur Freisetzung des Wirkstoffs Patienten infolge zu früher Dosissteigerung «zu hoch dosiert werden in der Annahme, dass die Dosis noch nicht ausreicht» (NETZWERK-Berichte 13.170, 13.171).

Als mögliche Ursache kommt aber auch unzureichende Wirksamkeit der Depot-Zubereitung in Frage. Die Autoren eines COCHRANE-Reviews kommen nach Auswertung von zwei Studien, in denen das Depot-Neuroleptikum mit Plazebo bzw. Risperidon-Tabletten verglichen wird, zu dem Schluss, dass es «keine verlässlichen Daten gibt, die den Anspruch unterstützen, dass Depot-Risperidon für Menschen mit Schizophrenie nützlich ist.» Bei 56% Studienabbrechern sei es zudem schwer vorstellbar, dass das Mittel die Compliance verbessert (HOSALLI, P., DAVIS, J.M., Depot risperidone for schizophrenia in: The COCHRANE Library, Issue 1, Chichester, UK: John WILEY & Son, Ltd.2004).

© 2004 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm ® gestattet. : Angst und aggressive Durchbrüche unter Depot-Risperidon (RISPERDAL CONSTA)

Welches Schlafmittel für Demenzkranke?

# Welche Schlafmittel helfen bei Demenzerkrankungen? – Wenn es doch nicht anders geht, können Schlafmittel verabreicht werden. Dabei können Schlafmittel wie Zopiclon, Zolpidem, Doxepin oder Oxazepam eingesetzt werden. Wichtig ist, dass diese genau nach Anweisung des verordnenden Arztes und unbedingt vor Mitternacht verabreicht werden.

Häufige Nebenwirkungen sind Tagesmüdigkeit und der so genannte „hangover» mit Benommenheit, Schwindel und Schläfrigkeit in den frühen Morgenstunden. Da sich der „hangover» häufig bis in die Mittagsstunden zieht, besteht eine erhöhte Sturzgefahr. Aus diesem Grund werden die Kosten für Schlafmittel häufig nicht mehr von der Krankenkasse übernommen und müssen selbst bezahlt werden.

Es gibt auch naturheilkundliche Schlafmittel auf der Basis von Baldrian oder Lavendel, wie zum Beispiel Lasea, die angstlösende und beruhigende Wirkungen erzielen können. Lassen Sie sich dazu in der Drogerie oder Apotheke beraten. Neuroleptika wie Risperidon, Quetiapin, Pipamperon und Melperon hingegen werden immer noch häufig verschrieben.

Welche Medikamente Schaden bei Demenz?

Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika – insbesondere Antidepressiva, Blasen- und Parkinsonmedikamente – können das Risiko für eine Demenz erhöhen, und zwar auch dann, wenn sie bereits vor 15 oder 20 Jahren eingenommen wurden.

Warum werden Demenzkranke gegen Abend schwierig?

Durch mehrere Stunden Schlaf am Tag kommt der Schlafrhythmus durcheinander und läuft schlimmstenfalls entgegen dem normalen Rhythmus. Dieses Phänomen nennt sich auch Tag-Nacht-Umkehr. Es ist auch möglich, dass Ihr Mensch mit Demenz sich zu wenig bewegt und dadurch am Abend noch sehr viel Energie übrighat.

Was kann aggressives Verhalten auslösen?

Illustration aus Le Petit Parisien (1909) Aggression ( lateinisch aggressiō vom Deponens aggredī sich zubewegen auf ; heranschreiten; sich nähern; angreifen) ist eine feindselig angreifende Verhaltensweise eines Organismus. Sie ist ein biologisch in Tieren (und so auch Menschen ) verankertes Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen.

  1. Diese ultimaten Ursachen werden beim Menschen durch proximate Ursachen in der Persönlichkeit oder der Umwelt ausgelöst, aktiviert oder gehemmt und durch verschiedene Emotionen motiviert.
  2. Der amerikanische Physiologe Walter Cannon prägte 1915 den Begriff Fight-or-flight ; der Mediziner Hans Selye schuf 1936 als Modell der menschlichen Reaktion auf chronische Belastungen das „Allgemeine Anpassungssyndrom» (Näheres siehe Stressreaktion ).

Zur Auslösung von Aggression bedarf es spezifischer Situationen und Reize. Bei Menschen wird emotionale Aggression häufig durch negative Gefühle hervorgerufen, also als Reaktion zum Beispiel auf Frustration, Hitze, Kälte, Schmerz, Furcht oder Hunger,

Ob und wie Aggressionen im Verhalten zum Ausdruck gebracht werden, unterliegt in hohem Maße den jeweiligen sozialen Normen, Die negative Bewertung von Aggression, die (nur oder überwiegend) die destruktiven Seiten betont, wird nicht generell geteilt. Innerhalb der Psychotherapie betrachtet etwa die Gestalttherapie Aggression als eine Form der Erregung, die z.B.

dazu dient, Hindernisse zu beseitigen, oder Neues aus der Umwelt für den Organismus assimilierbar zu machen. Destruktiv oder zu Gewalt wird die Aggression erst unter bestimmten äußeren oder inneren Bedingungen.

Wie verändern sich Menschen mit Demenz?

Im Kopf eines Demenzkranken | Leben mit der Krankheit Eine Demenz geht weit über den Verlust der geistigen Fähigkeiten hinaus. Sie beeinträchtigt die Wahrnehmungen, das Verhalten und Erleben der Betroffenen – das gesamte Sein des Menschen. In der Welt, in der sie leben, besitzen die Dinge und Ereignisse oft eine völlig andere Bedeutung als in der Welt der Gesunden.

  • Die Betroffenen vereinsamen innerlich, da ihnen keiner in ihrem Erleben der Welt mehr zu folgen vermag.
  • Manchmal stelle ich mir seltsame Fragen.
  • Wenn ich keine Frau mehr bin, warum fühle ich mich wie eine? Wenn das Festhalten keinen Sinn mehr hat, weshalb will ich es denn mit aller Gewalt? Wenn meine Sinne nichts mehr empfinden, warum genieße ich dann immer noch das Gefühl von Satin und Seide auf meiner Haut? Wenn ich nicht mehr sensibel bin, weshalb bringen bewegende Liedertexte Saiten in mir zum Klingen? Jedes einzelne Molekül in mir scheint in die Welt herauszuschreien, dass ich existiere und dass diese Existenz für irgendeinen Menschen von Wert sein muss.

Diana Friel McGowin, 1994, US-amerikanische Autorin und Alzheimer-Patientin Niemand weiß wirklich, wie es in einer an Demenz erkrankten Person aussieht, denn nur im Anfangsstadium der Krankheit können sich die Betroffenen selbst mitteilen. Später müssen die Angehörigen erfühlen, wie es dem erkrankten Menschen geht, was er benötigt und was ihm guttut.

Für die Betreuenden bedeutet das, dass sie sich in die Welt der Betroffenen begeben müssen, um von ihnen verstanden zu werden. Um in Kontakt mit ihnen zu bleiben, müssen sie sich in deren Situation einfühlen und auf diese Weise mit ihnen in Verbindung treten. Der Schlüssel für etliche Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz liegt in ihrer Biografie verborgen.

Einschneidende Erlebnisse, persönliche Ängste und Charaktereigenschaften der Betroffenen zu kennen, heißt, sie auch während der Krankheit besser zu verstehen. Deshalb können nahe Angehörige das Verhalten der Erkrankten meist am besten verstehen.

    Gestörte Merkfähigkeit und Gedächtnisabbau „Seit ich an Demenz erkrankt bin, gehe ich nicht mehr gerne unter Leute. Meine Vergesslichkeit ist mir sehr unangenehm. Früher war ich gesprächig und belesen. Heute kann ich mich oft nicht an Dinge erinnern, die erst gestern oder sogar heute passiert sind, und kann mich auf einmal nicht mehr richtig ausdrücken.» Die Schwierigkeit, sich Dinge zu merken, steht in der Regel am Beginn einer Demenzerkrankung. Den Betroffenen gelingt es nicht mehr, neue Informationen im Langzeitgedächtnis zu speichern – sie vergessen Termine, verlegen Gegenstände oder erinnern sich nicht an die Namen entfernter Bekannter. Von einer Demenz Betroffene bemerken ihre Leistungsverluste meist schneller als alle anderen. Oft geraten sie aufgrund ihrer Gedächtnislücken völlig durcheinander und fühlen sich gedemütigt und beschämt. Mithilfe von Merkzetteln oder durch Zurückhaltung in Gesprächen versuchen sie, ihre Vergesslichkeit zu verbergen. Hobbys werden aus vorgeschobenen Gründen aufgegeben, Fehler abgestritten und Angehörige etwa beschuldigt, Geld weggenommen zu haben. Im weiteren Krankheitsverlauf sind sich die Betroffenen ihrer Gedächtnisprobleme immer weniger bewusst. Das Leiden an den Folgen wie beispielsweise dem Verlust von Unabhängigkeit bleibt aber bestehen. Zur schwindenden Merkfähigkeit tritt ein fortschreitender Gedächtnisabbau, zunehmend verblassen auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. In der Folge wird das logische Denken beeinträchtigt, gehen erworbene Fähigkeiten verloren und nimmt das Sprachvermögen ab. Am Ende verlieren die Betroffenen schließlich das Wissen darüber, «wer sie waren» und «wer sie sind». In fehlenden Erinnerungen liegt häufig der Grund für das unverständliche Verhalten der Erkrankten: Wer sich nicht mehr an die Person erinnert, die einem gerade aus den Kleidern helfen möchte, wird sie als Zumutung für seine Intimsphäre empfinden – und sie unter Umständen beschimpfen oder sich weigern, sich auszuziehen. Versetzt man sich jedoch in die Welt der Erkrankten, ist dies durchaus eine verständliche Reaktion. Durch angemessene Reaktionen wie praktische Hilfe der Angehörigen können die negativen Folgen der Gedächtnisstörungen für die Betroffenen zumindest gemildert werden.

    Wie schnell kann sich Demenz verschlechtern?

    Diagnose Demenz: Krankheitsbild und Verlauf «Weg vom Geist» oder «ohne Geist» – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs «Demenz» aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung bis hin zum Verlust dergeistigen Fähigkeiten.

    • Am Anfang der Krankheit sind häufig Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört, im weiteren Verlauf verschwinden auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses.Die Betroffenen verlieren so mehr und mehr die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
    • Eine Demenz ist jedoch weitaus mehr als eine Gedächtnisstörung.

    In ihrem Verlauf kommt es auch zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Auffassungs- und Denkvermögens sowie der Orientierung. Somit erschüttert eine Demenzerkrankung das ganze Sein des Menschen – seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben.

    1. Für Demenzerkrankungen wird eine Vielzahl verschiedener Ursachen beschrieben.
    2. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären und sekundären Formen der Demenz.
    3. Sekundäre Demenzen sind Folgeerscheinungen anderer Grunderkrankungen, wie etwa Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangelzustände und chronische Vergiftungserscheinungen durch Alkohol oder Medikamente.

    Diese Grunderkrankungen sind behandelbar und zum Teil sogar heilbar. Somit ist häufig eine Rückbildung der Symptome der Demenz möglich. Zur Abgrenzung und rechtzeitigen Behandlung dieser Demenzerkrankungen ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.

    1. Allerdings macht dies nur etwa zehn Prozent aller Krankheitsfälle aus.
    2. Bis zu 90 Prozent entfallen auf die primären und in der Regel unumkehrbar („irreversibel») verlaufenden Demenzen.
    3. Schätzungen zufolge ist die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent die häufigste irreversible Demenzform.

    Mit etwa 20 bis 30 Prozent folgen die gefäßbedingten („vaskulären») Demenzen. Bei etwa 15 Prozent liegt eine Kombination beider Erkrankungen vor. Andere Demenzformen finden sich nur bei 5 bis 15 Prozent der Erkrankten.

      Die Alzheimer-Demenz ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, in deren Verlauf zerebrale Nervenzellen unumkehrbar zerstört werden. Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Es lassen sich jedoch grundsätzlich drei Stadien feststellen, die fließend ineinander übergehen. Von den ersten Symptomen bis zum Tod dauert es je nach Diagnosestellung zwischen drei und zehn Jahre. Dabei wird die zu erwartende Krankheitsdauer immer geringer, je später im Leben die Erkrankung eintritt. Charakteristisch ist ihr schleichender, nahezu unmerklicher Beginn. Anfangs treten leichte Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Hinzu kommen erste Sprachschwierigkeiten. Die Erkrankten benutzen einfachere Wörter und kürzere Sätze oder stocken mitten im Satz und können ihren Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen machen sich bemerkbar. Die Betroffenen werden antriebsschwächer und verschließen sich zunehmend Neuem gegenüber. In diesem Stadium nehmen die Erkrankten bewusst die Veränderungen wahr, die in ihnen vorgehen. Viele von ihnen reagieren darauf mit Wut, Angst, Beschämung oder Niedergeschlagenheit. Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Symptome unübersehbar, spätestens jetzt müssen Beruf und Autofahren aufgegeben werden. Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperpflege, Toilettengang oder Essen und Trinken sind die Betroffenen zunehmend auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen. Kennzeichnend für dieses Stadium ist eine hochgradige Störung des Gedächtnisses – nahe Verwandte können nicht mehr namentlich benannt werden, das Zeit- und Ortsgefühl geht verloren und die Sprache wird undeutlich und inhaltsleer. Später können manche Menschen mit Demenz ihre Gefühle kaum noch kontrollieren, plötzliche Stimmungsschwankungen, Aggressionen und Depressionen nehmen zu. Im Spätstadium sind Demenz-Patientinnen und -Patienten vollkommen auf Pflege und Betreuung durch andere Personen angewiesen. Familienmitglieder werden nicht mehr erkannt, eine Verständigung mit Worten ist unmöglich. Vermehrt treten körper¬liche Symptome wie Gehschwäche und Schluckstörungen auf. Die Kontrolle über Blase und Darm nimmt ab. Vereinzelt kann es auch zu epileptischen Anfällen kommen. Bettlägerigkeit erhöht die Gefahr von Infektionen. Die Erkrankten versterben häufig an Komplikationen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung.

      Was kann aggressives Verhalten auslösen?

      Illustration aus Le Petit Parisien (1909) Aggression ( lateinisch aggressiō vom Deponens aggredī sich zubewegen auf ; heranschreiten; sich nähern; angreifen) ist eine feindselig angreifende Verhaltensweise eines Organismus. Sie ist ein biologisch in Tieren (und so auch Menschen ) verankertes Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen.

      Diese ultimaten Ursachen werden beim Menschen durch proximate Ursachen in der Persönlichkeit oder der Umwelt ausgelöst, aktiviert oder gehemmt und durch verschiedene Emotionen motiviert. Der amerikanische Physiologe Walter Cannon prägte 1915 den Begriff Fight-or-flight ; der Mediziner Hans Selye schuf 1936 als Modell der menschlichen Reaktion auf chronische Belastungen das „Allgemeine Anpassungssyndrom» (Näheres siehe Stressreaktion ).

      Zur Auslösung von Aggression bedarf es spezifischer Situationen und Reize. Bei Menschen wird emotionale Aggression häufig durch negative Gefühle hervorgerufen, also als Reaktion zum Beispiel auf Frustration, Hitze, Kälte, Schmerz, Furcht oder Hunger,

      • Ob und wie Aggressionen im Verhalten zum Ausdruck gebracht werden, unterliegt in hohem Maße den jeweiligen sozialen Normen,
      • Die negative Bewertung von Aggression, die (nur oder überwiegend) die destruktiven Seiten betont, wird nicht generell geteilt.
      • Innerhalb der Psychotherapie betrachtet etwa die Gestalttherapie Aggression als eine Form der Erregung, die z.B.

      dazu dient, Hindernisse zu beseitigen, oder Neues aus der Umwelt für den Organismus assimilierbar zu machen. Destruktiv oder zu Gewalt wird die Aggression erst unter bestimmten äußeren oder inneren Bedingungen.