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Welche Medikamente GehRen Zu Den Gyrasehemmern?

Welche Medikamente GehRen Zu Den Gyrasehemmern
Gyrasehemmer (Chinolone)

  • Ciprofloxacin (zur Anwendung im Ohr)
  • Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
  • Ciprofloxacin + Fluocinolon.
  • Enoxacin.
  • Levofloxacin.
  • Moxifloxacin.
  • Nadifloxacin.
  • Norfloxacin.

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Welche Antibiotika gehören zu den chinolonen?

10.02.2017 – Start des Verfahrens – Das BfArM informiert über die Einleitung eines europäischen Risikobewertungsverfahrens nach Art.31 der RL 2001/83/ EG für Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone und Chinolone. Die Europäische Arzneimittelagentur ( EMA ) hat in ihrem Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz ( PRAC ) auf Initiative des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte ( BfArM ) ein Verfahren gestartet, um diese Arzneimittel hinsichtlich der Persistenz schwerwiegender Nebenwirkungen wissenschaftlich neu zu bewerten.

  • Diese Nebenwirkungen sind von besonderer Bedeutung, wenn die Medikamente für weniger schwere Infektionen eingesetzt werden.
  • Als Berichterstatter des PRAC wurden Tschechien und Deutschland benannt.
  • Das Verfahren wurde vom BfArM wegen Berichten von lang anhaltenden Nebenwirkungen in der nationalen Datenbank und in der veröffentlichten Literatur gestartet.

Bislang gab es keine EU -weite Bewertung, die sich speziell mit der Persistenz dieser Nebenwirkungen beschäftigt. Die Nebenwirkungen selbst sind bekannt und in den europäischen Produktinformationen aufgelistet. Der PRAC wird nun alle verfügbaren Daten bewerten und entscheiden, ob neue Maßnahmen zur Risikominimierung oder Änderungen in der Anwendung dieser Arzneimittel notwendig sind.

  1. Fluorchinolone und Chinolone werden in der EU häufig verschrieben und sind wichtige Behandlungsmöglichkeiten bei schwerwiegenden, lebensbedrohenden bakteriellen Infektionen.
  2. Den Ärzten wird empfohlen, diese Arzneimittel weiterhin wie in der Fachinformation beschrieben anzuwenden.
  3. Fluorchinolone und Chinolone sind eine Klasse von Breitbandantibiotika, die gegen sogenannte gramnegative und grampositive Bakterien wirksam sind.

Das Bewertungsverfahren umfasst die folgenden Wirkstoffe: Cinoxacin, Ciprofloxacin, Enoxacin, Flumequin, Levofloxacin, Lomefloxacin, Moxifloxacin,Nalidixinsäure, Norfloxacin, Ofloxacin, Pefloxacin, Pipemidinsäure, Prulifloxacin und Rufloxacin. Die Bewertung betrifft nur inhalative und systemisch angewendete Arzneimittel (oral oder per Injektion).

  • Topische Anwendungen, die direkt auf der Haut, den Augen oder den Ohren angewendet werden, sind nicht in die Bewertung einbezogen.
  • Zulassungen bestehen in Deutschland derzeit für Fluorchinolone mit den Wirkstoffen Ciprofloxacin, Enoxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin.
  • Enoxacin ist aber seit dem 01.02.2016 nicht mehr im Handel erhältlich.

Die strukturmäßig ähnlichen Chinolone sind in Deutschland nicht mehr zugelassen, in anderen EU -Ländern aber noch verfügbar. Patienten, die während des laufenden Risikobewertungsverfahrens zu ihrem (fluor-)chinolonhaltigen Arzneimittel Fragen haben, sollten sich an ihren Arzt oder Apotheker wenden.

Ist Ciprofloxacin ein chinolon?

Fluorchinolone Fluorchinolone sind hochwirksame Antibiotika. Schwere und langanhaltende Nebenwirkungen im Bereich Muskeln, Gelenke und Nervensystem haben dazu geführt, dass die Arzneimittel nur noch ausnahmsweise verordnet werden sollen. Ratsuchende wenden sich mit Fragen rund um dieses Thema an die Unabhängige Patientenberatung.

  • Der folgende Text greift die häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang auf, erläutert Hintergründe und zeigt Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Situationen auf.
  • Fluorchinolone (manchmal auch als Fluorochinolone bezeichnet) sind eine Gruppe von Antibiotika, also Medikamente, die gegen Infektionen mit Bakterien eingesetzt werden.

Es handelt sich um eine Untergruppe der Chinolone. Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur stark von anderen Antibiotika. In Deutschland zugelassene Wirkstoffe aus der Gruppe der Fluorchinolone sind:

  • Ciprofloxacin
  • Levofloxacin
  • Moxifloxacin
  • Norfloxacin
  • Ofloxacin

Fluorchinolone sind wirkungsvolle Arzneimittel, die bei vielen verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt werden können. Ihre Anwendung kann jedoch zu erheblichen und dauerhaften Nebenwirkungen führen.Risiko und Nutzen dieser Medikamente wurden daher in den Jahren 2017 bis 2019 erneut wissenschaftlich bewertet und Empfehlungen für die Anwendung aktualisiert. Welche Medikamente GehRen Zu Den Gyrasehemmern Die ersten Vertreter dieser Antibiotikagruppe wurden vor rund 30 Jahren zugelassen. Medikamente werden auch nach der Zulassung bezüglich auftretender Nebenwirkungen beobachtet. Im Laufe der Jahre mehrten sich bei den Fluorchinolonen Hinweise auf mögliche weitere Risiken.

  1. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat in einem Risikobewertungsverfahren Nutzen und Risiko der Chinolone wissenschaftlich neu bewertet.
  2. Die Untersuchungsergebnisse führten im Jahr 2019 dazu, dass bisherige Anwendungsgebiete eingeschränkt und präzisiert wurden.
  3. Seither müssen neue Warnhinweise auf mögliche schwere Nebenwirkungen aufmerksam machen.

Die Empfehlungen gelten für systemisch angewendete Chinolone (das heißt, die Medikamente werden zum Beispiel als Tabletten eingenommen oder gespritzt) und für Medikamente zur Inhalation. Für die Bewertung ist bei der EMA der Ausschuss für Risikobewertung (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)) zuständig.

  1. In Deutschland setzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Empfehlungen um.
  2. Die Ärzteschaft sowie Apotheker und Apothekerinnen wurden mit sogenannten Rote-Hand-Briefen über die Änderungen informiert.
  3. Rote-Hand-Briefe werden von den pharmazeutischen Unternehmen in Absprache mit den zuständigen Bundesoberbehörden verschickt.

Hierzu sind die Unternehmen nach dem Deutschen Arzneimittelgesetz verpflichtet. Im Rahmen des Risikobewertungsverfahrens wurde ein sehr breites Spektrum an Nebenwirkungen überprüft. Im Vordergrund stehen Auswirkungen auf Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem.

  • Entzündungen von Sehnen (Tendinitis). Diese machen sich zum Beispiel durch eine schmerzhafte Schwellung bemerkbar. In schweren Fällen kann es zu einem Sehnenriss (Sehnenruptur) kommen. Besonders häufig ist die Achillessehne betroffen.
  • Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelschwäche
  • Gelenkschmerzen (Arthralgie), Gelenkschwellungen
  • Gangstörungen
  • neuropathische Symptome, zum Beispiel Schmerzen oder Brennen in Händen oder Füßen
  • sensorische Störungen (Seh-, Hör-, Geruchs- und Geschmacksstörungen)
  • Schlaflosigkeit, Depressionen, Ermüdung (Fatigue)

Diese Nebenwirkungen treten sehr selten auf. Sie können direkt nach der Behandlung, aber auch erst einige Monate nach Behandlungsende auftreten. Häufig bilden sich die Beschwerden mit der Zeit wieder zurück. Sie können jedoch auch über Monate oder Jahre anhalten und möglicherweise bleibend sein.

Manche der Symptome sind schwerwiegend und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Sie nehmen aktuell Fluorchinolone ein oder wurden in der Vergangenheit mit Fluorchinolonen behandelt? Bei Ihnen liegen Symptome vor, die als mögliche Nebenwirkungen beschrieben sind? Dann können Sie Folgendes tun: Je nachdem, welche Beschwerden bei Ihnen vorliegen, kommen unterschiedliche Ärzte und Ärztinnen als Ansprechpartner und -partnerinnen infrage.

Das kann zunächst Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin sein. Bei Beschwerden an Sehnen und Bewegungsapparat ist eine Facharztpraxis für Orthopädie eine geeignete Anlaufstelle, bei Nervenschmerzen eine Neurologin oder ein Neurologe. Der Arzt oder die Ärztin kann Sie untersuchen und mit Ihnen Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

  • Die Art der Behandlung hängt von Ihren Beschwerden ab und zielt darauf ab, die Symptome zu lindern.
  • Es gibt keine spezifischen Gegenmittel oder Behandlungen, die die Wirkung der Fluorchinolone beeinflussen.
  • Die Medikamente werden im Körper schnell abgebaut.
  • Auch anhaltende Nebenwirkungen sind kein Hinweis darauf, dass sich noch Medikamentenrückstände im Körper befinden.

In manchen Foren oder in Patientenberichten im Internet werden Nahrungsergänzungsmittel oder Ernährungsempfehlungen beworben, um Arzneistoffe aus dem Körper zu entfernen. Bisher gibt es jedoch kein Verfahren, dessen Nutzen in Zusammenhang mit Fluorchinolonen wissenschaftlich belegt ist.

Schwere Nebenwirkungen und die Angst, dass diese dauerhaft bleiben, können psychisch sehr belastend sein. In dieser Situation ist es oft hilfreich, mit einem Arzt oder einer Ärztin des Vertrauens eventuell vorhandene Ängste zu besprechen und gemeinsam einen Plan für das weitere Vorgehen festzulegen. Sie können zum Beispiel besprechen, in welchen Abständen Kontrolluntersuchungen sinnvoll sind.

Erkundigen Sie sich, bei welchen neuen oder sich verstärkenden Symptomen eine Vorstellung in der Praxis sinnvoll ist und welche Maßnahmen Sie unterstützen können, mit den Beschwerden bestmöglich umzugehen. Hierzu können zum Beispiel eine medikamentöse Linderung der Symptome, körperliche und soziale Aktivität und psychotherapeutische Unterstützung gehören.

Es gibt keine Möglichkeit, sicher herauszufinden, ob die Symptome im Einzelfall in Zusammenhang mit der Einnahme von Fluorchinolonen stehen. Sehnenentzündungen, Sehnenrisse, Nervenschmerzen und die anderen genannten Symptome können auch andere Ursachen haben. Häufig ist die Ursache unbekannt. Die Symptome kommen auch bei Menschen vor, die niemals Fluorchinolone eingenommen haben.

Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin wird die erforderlichen Untersuchungen durchführen, um bekannte und behandelbare andere Ursachen für die Beschwerden abzuklären. Je mehr Informationen über ein Arzneimittel bekannt werden, umso eher können mögliche unerwünschte Wirkungen erkannt und Risiken eingeschätzt werden.

  • Daher ist es wichtig, den Verdacht auf Nebenwirkungen bei den zuständigen Stellen anzugeben.
  • Sollten Sie den Verdacht haben, an einer Nebenwirkung von Fluorchinolonen zu leiden, können Sie aktiv werden und diese melden.
  • In der gemeinsamen Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) finden Sie weitere Informationen und ein entsprechendes Meldeformular für Verbraucher und Verbraucherinnen.

Dieses können Sie allein, mit ärztlicher Unterstützung oder zusammen mit Ihrem Apotheker oder Ihrer Apothekerin ausfüllen. Viele Patienten und Patientinnen, die schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen haben, fragen sich, ob sie Anspruch auf Schadenersatz haben.

Die Frage berührt einen komplexen Zusammenhang und kann nur im Einzelfall beantwortet werden. Grundsätzlich gilt: Bei allen Behandlungen mit Arzneimitteln können unerwünschte Wirkungen auftreten. Dies ist nicht zwangsläufig auf einen Fehler der behandelnden Ärzte und Ärztinnen oder der Arzneimittelhersteller zurückzuführen.

Es gibt schicksalhafte Verläufe, die zu schweren Einschränkungen für Betroffene führen können, obwohl die Behandlung fachgerecht erfolgt ist. Allerdings ist der Einsatz von Fluorchinolonen auf schwere Infektionen beschränkt. Die Anwendungsbereiche sind entsprechend verändert worden und im Rote-Hand-Brief oder der Fachinformation für die Behandelnden einsehbar.

  1. Eine ärztliche Haftung wegen eines Behandlungsfehlers kommt infrage, wenn eine medikamentöse Therapie nicht dem Facharztstandard entspricht und der Patient oder die Patientin dadurch Gesundheitsschäden erleidet.
  2. Dies könnte also der Fall sein, wenn Fluorchinolone für eine Behandlung eingesetzt wurden, für die sie nicht empfohlen sind oder wenn nicht korrekt dosiert wurde.

Grundsätzlich müssen die Betroffenen nachweisen, dass der Arzt oder die Ärztin einen Fehler begangen hat und sie einen Schaden erlitten haben. Darüber hinaus müssen sie nachweisen, dass der bei ihnen eingetretene Gesundheitsschaden auf die fehlerhafte Behandlung zurückzuführen ist.

Dieser Nachweis kann meist nur mithilfe eines medizinischen Gutachtens geführt werden. Der Arzt oder die Ärztin hat die Pflicht, über Risiken, Nebenwirkungen sowie Alternativen eines Medikamentes aufzuklären. Auch eine fehlende oder mangelhafte Aufklärung kann eine Haftung des Arztes oder der Ärztin zur Folge haben.

In einem solchen Fall muss der Arzt oder die Ärztin beweisen, dass er oder sie den Patienten oder die Patientin ordnungsgemäß aufgeklärt hat. Bei der Aufklärung gilt der Wissensstand zum Zeitpunkt der Anwendung – neuere Erkenntnisse konnte der Arzt oder die Ärztin zu diesem Zeitpunkt ja nicht berücksichtigen. Welche Medikamente GehRen Zu Den Gyrasehemmern Wenn durch die Anwendung eines zugelassenen Medikamentes ein Mensch getötet oder seine Gesundheit erheblich verletzt wird, haftet das pharmazeutische Unternehmen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  1. Das Arzneimittel hat bei korrekter Dosierung und Anwendung schädliche Wirkungen, die über ein vertretbares Maß hinausgehen. Oder:
  2. Der Schaden ist infolge einer unzureichenden oder fehlerhaften Arzneimittelinformation eingetreten.

Um einen Schadensersatzanspruch geltend machen zu können, müssen Geschädigte begründen, dass das Arzneimittel in ihrem konkreten Fall geeignet war, den Schaden zu verursachen. Außerdem müssen sie darlegen, dass sie das Arzneimittel bestimmungsgemäß angewandt haben.

  1. Gelingt dies, greift zugunsten der Betroffenen die sogenannte Kausalitätsvermutung.
  2. Das heißt, der Patient oder die Patientin muss nicht beweisen, dass der erlittene Schaden durch das Arzneimittel verursacht wurde.
  3. Dies wird dann von Gesetzes wegen vermutet.
  4. Geschädigte Patienten und Patientinnen haben gegenüber dem pharmazeutischen Unternehmen einen Auskunftsanspruch.

Das Unternehmen muss schriftlich über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie entsprechende Verdachtsfälle Auskunft geben. Dies gilt auch für alle weiteren Erkenntnisse des Unternehmens, die für die Bewertung der Nebenwirkungen von Bedeutung sein können.

  1. Mit diesem Anspruch soll der Wissensvorsprung des pharmazeutischen Unternehmens ausgeglichen und Chancengleichheit für einen eventuellen Haftpflichtprozess hergestellt werden.
  2. Die angepassten Empfehlungen schränken die Anwendungsgebiete (Indikationen) von Fluorchinolonen deutlich ein.
  3. Die Antibiotikagruppe wurde jedoch nicht komplett vom Markt genommen.

Der Grund: Bei bestimmten Infektionen sind sie weiterhin die wirksamste Behandlungsmöglichkeit. Diese Antibiotika können lebensrettend sein, wenn zum Beispiel andere Antibiotika gegen die Erreger nicht ausreichend wirksam sind. Bei Patienten und Patientinnen mit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen müssen Fluorchinolone mit besonderer Vorsicht verwendet werden.

Hierzu gehören Menschen, bei denen bereits einmal Nebenwirkungen durch Medikamente dieser Gruppe aufgetreten sind. Auch für ältere Menschen, Patienten und Patientinnen mit Niereninsuffizienz, nach einer Organtransplantation und bei der gleichzeitigen Einnahme von Cortison-haltigen Medikamenten ist das Risiko erhöht.

Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen ein Fluorchinolon-haltiges Antibiotikum verschreibt, können Sie zum Beispiel die folgenden Fragen ansprechen:

  • Ist in Ihrer Situation ein Antibiotikum dringend erforderlich oder können Sie gegebenenfalls abwarten, ob die Erkrankung alleine ausheilt?
  • Entspricht die Anwendung von Fluorchinolonen in Ihrer Situation den aktuellen Hinweisen in der Fachinformation und Empfehlungen? Besteht eine Indikation für die Anwendung dieser Antibiotika?
  • Gibt es ein anderes Antibiotikum, das infrage kommt?
  • Liegen bei Ihnen Risikofaktoren vor, die das Auftreten von Nebenwirkungen begünstigen könnten?

Bei welchen Symptomen während der Behandlung sollten Sie das Medikament nicht weiter einnehmen und sich wieder in der Praxis vorstellen? Die Entscheidung über die beste Vorgehensweise müssen Betroffene im Einzelfall gemeinsam mit ihren Ärzten und Ärztinnen treffen.

  • Oftmals fühlen sich Menschen im Gespräch mit Krankenkassen oder Ärzten und Ärztinnen überfordert: Sie brauchen Unterstützung bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit ihrer Gesundheit. Unser Ziel ist es, Betroffenen die Informationen zu liefern, die sie benötigen, um sich zurechtzufinden und selbst die für sie beste Entscheidung zu treffen. Die Informationstexte auf unserer Homepage sollen dazu einen Beitrag leisten. Jeder Text durchläuft einen strengen mehrstufigen Prozess, damit die Qualität der Informationen gesichert ist. Auch für unsere Texte gelten unsere Beratungsgrundsätze: neutral, unabhängig, wissenschaftlich basiert. Für gesundheitliche Informationen arbeiten wir nach den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin. Dabei greifen wir in der Regel auf bereits aufbereitete hochwertige Information zurück, zum Beispiel auf die Texte des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und AWMF-Leitlinien. Sozial- und gesundheitsrechtliche Themen basieren auf sogenannten Primärquellen wie Gesetzen, Verwaltungsvorschriften oder Bundestagsdrucksachen. Die verwendeten Quellen sowie den Stand der letzten Aktualisierung geben wir am Ende des Textes an. Unser Anspruch ist es verständliche Texte für alle Menschen zu schreiben. Um unserem Ziel gerecht zu werden, binden wir medizinische beziehungsweise juristische Laien als Testleser ein, bevor wir die Texte veröffentlichen. Die Texte sind sachlich und frei von rechtlichen und gesundheitsbezogenen Wertungen. Wir aktualisieren unsere Texte zeitnah, wenn dies erforderlich ist, und prüfen alle Texte mindestens einmal jährlich. zur Erstellung und Präsentation von gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Informationen in der Patientenberatung der UPD.

Bitte beachten Sie: Unsere Informationstexte und unsere individuelle Beratung dienen dazu, gesundheitliche und gesundheitsrechtliche Inhalte zu vermitteln, Zusammenhänge zu erläutern und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Gerne unterstützen wir Sie bei ihrem individuellen Anliegen.

Welches Antibiotikum greift die Achillessehne an?

Am 19. Juli 2015, einem Sonntag, spürte Michael Neumann plötzlich ein fieses Brennen in der Harnröhre. Gerade war der 37-Jährige mit seiner Frau und dem kleinen Sohn aus dem Urlaub in der Schweiz zurückgekommen. Bis dahin hatte das Leben es gut mit Neumann gemeint; in einer kleinen Stadt in der Nähe von Frankfurt am Main hatte er ein Haus gebaut, sein sicherer Verwaltungsjob machte die Finanzierung möglich.

Regelmäßig ging er ins Fitnessstudio, und zusammen mit Freunden spielte er in einer Heavy-Metal-Band, als Schlagzeuger. An diesem Julisonntag verschrieb ihm der Arzt des ambulanten Notdienstes, den er wegen der Schmerzen in der Harnröhre aufgesucht hatte, das Antibiotikum Levofloxacin. Neumann nahm zwei Tabletten.

Zwei Tabletten, nicht mehr. Seitdem ist sein Leben aus den Fugen geraten. Nach der ersten Tablette spürte er ein leichtes Kribbeln in den Achillessehnen. «Aber da habe ich noch gedacht, das käme von der langen Autofahrt», erzählt Neumann, der in Wirklichkeit anders heißt.

Am Montag nahm er deshalb ohne Bedenken die zweite Tablette ein. Das Kribbeln verwandelte sich in Schmerz. Am Dienstag bekam er Herzrasen, Panik, Schwindel, Todesangst. Am Abend konnte er wegen der Schmerzen in den Sehnen nicht mehr laufen. Was, fragte er sich verzweifelt, war nur mit ihm los? Die Diagnose stellte sein Hausarzt, der schon einmal einen ähnlichen Fall erlebt hatte: Nebenwirkungen.

Inzwischen haben andere Ärzte und ein Gutachten diesen Befund bestätigt. Helfen indes konnte Neumann niemand. Er bekam Krücken verschrieben und Fersenkeile für die Schuhe. Sechs Wochen lang lag der ehemalige Kraftsportler danach zu Hause auf dem Sofa. Er kaufte einen Stuhl, zum Sitzen unter der Dusche.

  1. Das Brennen in der Harnröhre war schnell vergessen.
  2. Die Schmerzen hingegen griffen auf Hände und Arme über.
  3. Sein Schlagzeug verwaiste.
  4. Fast ein halbes Jahr lang konnte Neumann nicht arbeiten, später noch einmal mehrere Wochen nicht.
  5. Ich hatte Angst, meinen Job zu verlieren, meine ganze Existenz», erzählt er.

Um Geld zu sparen, bestellte er alle Handwerker, die sein Haus fertigstellen sollten, wieder ab. Bis heute fehlt an der Außenwand der Putz. Inzwischen arbeitet Neumann wieder, und er braucht auch keine Krücken mehr. Aber wenn er ein paar Schritte geht, sieht es aus, als tapste er über rohe Eier.

Statt ins Fitnessstudio geht er ins Rehazentrum. Dabei habe er noch Glück gehabt, sagt Neumann, er sei einer der leichteren Fälle. «Andere sind viel schlimmer dran.» Das Antibiotikum, das er genommen hat, gehört zur Gruppe der Fluorchinolone, früher Gyrasehemmer genannt. Einerseits werden sie als hochwirksame Antibiotika geschätzt, die auch helfen, wenn andere Mittel versagen.

Zum Beispiel beim gefürchteten Bakterium Pseudomonas aeruginosa, bei nekrotisierender Bauchspeicheldrüsenentzündung oder beim Milzbranderreger. Andererseits können diese Mittel Menschen schrecklichen Schaden zufügen. Schon elf Fluorchinolone sind in Deutschland nicht mehr im Handel, teilweise, weil sie lebensbedrohliche Nebenwirkungen hatten.

Diese Woche stieß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein europaweites Risikobewertungsverfahren an; die Europäische Arzneimittel-Agentur wird nun die Hartnäckigkeit schwerwiegender Nebenwirkungen der Fluorchinolone vor allem an Muskeln, Gelenken und Nervensystem evaluieren. Damit stehen alle diese Mittel – die wichtigsten sind Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin – auf dem Prüfstand.

Kürzlich wurde bei der Staatsanwaltschaft Köln sogar Anzeige erstattet wegen einer möglicherweise manipulierten Ciprofloxacin-Studie des Pharmakonzerns Bayer. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ob es einen Anfangsverdacht zur Aufnahme von Ermittlungen gibt.

Bayer teilt mit, dass dem Unternehmen zu den Vorwürfen keine näheren Informationen vorlägen, man könne deshalb keinen Kommentar abgeben. Doch auch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA verschärfte vergangenen Sommer die Warnhinweise für Fluorchinolone drastisch: Diese Medikamente könnten unerwünschte Wirkungen haben, die «zur Behinderung führen und potenziell dauerhaft» seien.

Im Januar ließ die kanadische Gesundheitsbehörde einen ähnlichen Alarm verlauten. Konkret warnt die FDA nicht nur vor Sehnenentzündungen und -rissen, sondern auch vor Gelenk- und Muskelschmerzen, Missempfindungen und Schmerzen auf der Haut, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, schlimmem Durchfall, Schlafstörungen, Verwirrung, Halluzinationen, Depressionen und Selbstmordgedanken – unter anderem.

  • Die Mittel, so die FDA, sollten bei Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis oder einer unkomplizierten Harnwegsinfektion deshalb nur noch dann zum Einsatz kommen, wenn wirklich kein anderes Antibiotikum mehr hilft.
  • Zwar steht schon jetzt in den deutschen Leitlinien zur Blasen- und Nebenhöhlenentzündung, dass Fluorchinolone nicht Mittel der ersten Wahl seien, und die Hersteller halten sich an ihre gesetzliche Verpflichtung, im Beipackzettel auf die bekannten Nebenwirkungen hinzuweisen.

Trotzdem wurden 2015 in Deutschland immer noch 33,7 Millionen Tagesdosen Fluorchinolone verordnet. Offenbar unterschätzen viele Ärzte die Gefahr. «Fluorchinolone werden immer noch viel zu häufig bei banalen Infekten verschrieben», sagt Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber der industriekritischen Fachzeitschrift «arznei-telegramm».

  1. Warnhinweise müssten dringend so formuliert und verbreitet werden, «dass auch beim letzten Arzt der Groschen fällt».
  2. Wie viele Betroffene es in Deutschland tatsächlich gibt, sei schwer abzuschätzen.
  3. Aber es sei davon auszugehen, dass Fluorchinolon-Schadwirkungen ein unterschätztes Problem seien, meint Becker-Brüser – auch deshalb, weil einige der Nebenwirkungen schon nach einer einzigen Tablette auftreten können oder erst Monate nach der Einnahme.

Eine Kohortenstudie hat ergeben, dass das Risiko, an einer Achillessehnenentzündung zu erkranken, nach der Einnahme von Fluorchinolonen im Vergleich zu anderen Antibiotika 3,7-fach erhöht ist; Levofloxacin ist dabei wahrscheinlich besonders riskant. Insbesondere ältere Patienten und solche, die zusätzlich Kortikosteroide einnehmen, sind gefährdet.

Manche Wissenschaftler halten es sogar für möglich, dass ein Patient von etwa 230, die ein Fluorchinolon verschrieben bekommen, eine Sehnenentzündung erleidet. Demnach müsste es in Deutschland Tausende Betroffene geben. Angelika Kühn, eine zierliche 61-Jährige, erfuhr vor ein paar Wochen durch Zufall, dass es möglicherweise Fluorchinolone waren, die sie so krank gemacht haben.

Beweisen kann sie das nicht – aber es spricht vieles dafür. Kühn, die anders heißt, geht genauso wie Michael Neumann, so merkwürdig vorsichtig. Den Tango, ihre Leidenschaft, musste sie wegen der ständigen Sehnenschmerzen schon vor Jahren aufgeben. Morgens schämt sie sich, wenn ihr Mann, der ihre Eleganz immer so liebte, sie schmerzgebeugt zur Toilette wackeln sieht.

Vor zehn Jahren bekam Kühn erstmals Ciprofloxacin verschrieben, insgesamt viermal hintereinander über vier Monate hinweg, wegen einer angeblichen Harnblasenentzündung, die nicht weichen wollte. Später stellte sich heraus: eine Fehldiagnose. Ein paar Monate später bekam sie Levofloxacin, diesmal litt sie tatsächlich an einer Harnwegsinfektion.

«Ich hatte damals gerade meinen Mann kennengelernt», erzählt Kühn. «Ich liebte es, von ihm gestreichelt zu werden. Aber wenn er mich dann ein paarmal an derselben Stelle berührt hatte, fing die Haut dort schrecklich zu brennen an.» Dass dies möglicherweise eine Nebenwirkung der Antibiotika war, die sie gerade genommen hatte, ahnte sie nicht.

Auch die Ärzte blieben ratlos.2010 ereilte sie erneut eine Blasenentzündung, wieder bekam sie Ciprofloxacin. «Ich leitete damals ein kleines Altenheim und musste viel treppauf und treppab laufen», sagt Kühn. «Eines Morgens wachte ich auf und hatte höllische Schmerzen in den Achillessehnen.» Noch mehr Angst machte ihr, dass sie jetzt oft so verwirrt war; manchmal wusste sie bei der Arbeit kaum noch, was sie gerade tat.

Auch dies kann laut FDA eine Fluorchinolon-Nebenwirkung sein, aber wie hätte Kühn darauf kommen sollen? Am Ende musste sie den Job wechseln. Vier Jahre später gab eine Ärztin Kühn ein weiteres Mal Ciprofloxacin, diesmal als Infusion. «Das war der Super-GAU», sagt sie.

Die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer, breiteten sich auch auf Knie und Ellenbogen aus; sie blieben. Bis heute. Kühn bekam Herzrhythmusstörungen, und es befiel sie eine unendliche Müdigkeit – auch das laut FDA eine mögliche Nebenwirkung. «Es ist verrückt», erzählt Kühn, «aber als mein Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, habe ich trotz Zukunftssorgen gedacht:,Gott sei Dank, endlich kann ich schlafen!'» Warum die Medikamentengruppe der Fluorchinolone so viele verschiedene unerwünschte Wirkungen auslösen kann, weiß niemand genau.

Möglicherweise schädigen die Mittel direkt die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, oder sie stören den Kontakt zwischen der Zelle und ihrer Umgebung. Als einigermaßen gesichert gilt, dass dabei Magnesium eine Rolle spielt: In den Neunzigerjahren hat der Berliner Toxikologe Ralf Stahlmann gezeigt, dass das Knorpelgewebe junger Ratten, denen Fluorchinolone verabreicht worden waren, unter dem Mikroskop exakt dieselben Schäden aufwies wie das von Ratten, die auf magnesiumarme Diät gesetzt worden waren.

Önnte, entsprechend, Magnesium ein Gegenmittel sein? Experten vermuten es, doch systematisch erforscht wurde dies nie. Auch Stahlmann stellte seine Fluorchinolon-Experimente wieder ein. Niemand habe sie bezahlen wollen, sagt er, das sei bei der Erforschung von Nebenwirkungen ein grundsätzliches Problem.

An den Universitäten sei die Toxikologie eine schrumpfende Disziplin. Heute ist Stahlmann im Ruhestand. Fast jede Woche, erzählt er, melde sich ein Betroffener bei ihm und bitte um Hilfe. «Aber ich behandle ja keine Patienten.» Alleingelassen mit ihrem Leid, fangen die Betroffenen jetzt an, sich selbst zu helfen.

Ganz vorn mit dabei ist Sven Forstmann. Auch ihn schmerzen die Sehnen, und etliche weitere Beschwerden machen ihm zu schaffen, seit er vor acht Monaten zwei Tabletten Levofloxacin und eine Tablette Ciprofloxacin nahm. Etwa 1400 Leute, berichtet er, seien inzwischen in Facebook-Gruppen organisiert oder beim Betroffenenforum registriert.

Im November hat Forstmann eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Neben eindeutigen Warnungen auf den Medikamentenpackungen fordern er und seine Unterstützer darin, dass mögliche Therapien weiter erforscht werden. «Ich möchte», sagt er, «meine Zukunft nicht als Frühinvalide verbringen.»

See also:  Welche Medikamente Gegen BlHungen?

Ist Ciprofloxacin ein Gyrasehemmer?

4.1 Wirkungsweise – Ciprofloxacin ist ein fluoriertes Aza-Analogon der Gyrasehemmer der 2. Generation. Sein Wirkspektrum umfasst vor allem Bakterien im gramnegativen Bereich, einschließlich Pseudomonas aeruginosa, aber auch Bakterien im grampositiven Bereich wie Staphylokokken (nicht Methicillin-resistente) und Streptokokken. Es wirkt bakterizid auf proliferierende Keime.

Ist Doxycyclin ein Gyrasehemmer?

Die weltweite Marktrücknahme des Gyrasehemmers Grepafloxacin (VAXAR) Ende Oktober wegen schwerer kardiovaskulärer Störwirkungen sowie sieben Todesfällen erinnert erneut an das kardiotoxische Potential dieser Stoffgruppe. Kontraindikationen wie vorbestehende QT-Verlängerung oder Bradykardie sowie gleichzeitige Einnahme anderer QT-verlängernder Mittel ( a-t 3, 31 ) können schwere Zwischenfälle nicht verhindern.

QT-Verlängerung begünstigt das Auftreten lebensbedrohlicher Tachyarrhythmien bis zu Torsade de pointes. Besonders häufig finden sich diese EKG-Veränderungen bei Sparfloxacin (ZAGAM), das wir daher selbst als Reservemittel für ungeeignet erachten ( a-t 5, 55 ). Auch für das unseres Erachtens entbehrliche Moxifloxacin (AVALOX; a-t 9, 91 ) werden kardiovaskuläre Gegenanzeigen genannt.

In den USA stimmten drei von zehn Beratern der FDA gegen die Zulassung. Die auch in den USA vorgesehenen Kontraindikationen schützen unzureichend vor Komplikationen. Obwohl sich unter den Patienten der klinischen Erprobung keine mit kongenitaler QT- Verlängerung finden lassen, entwickeln 12 von 3.745 Anwendern unter der üblichen Moxifloxacin-Dosis von 400 mg Vorhofflimmern, jedoch nur 2 von 3.415 unter dem Referenzantibiotikum.1 In unserem NETZWERK erfassen wir Herzrhythmusstörungen auch unter Levofloxacin (TAVANIC).

Für Ciprofloxacin (CIPROBAY), Enoxacin (GYRAMID) und Ofloxacin (TARIVID) sind ebenfalls kardiale Störwirkungen dokumentiert ( a-t 8, 76 ). FAZIT: Hersteller versuchen durch intensive Werbung Gyrasehemmer als Mittel der Wahl in der ambulanten Praxis zu etablieren. Diese Entwicklung ist nicht nur wegen der Gefahr der Resistenzentwicklung bei breiter Verordnung bedenklich ( a-t 4, 41 ; 8, 87 ).

Lebensbedrohliche Kardiotoxizität, Leberschäden ( a-t 6, 66 ), Sehnenrisse ( a-t 9, 95 ), bedrohliche zentralnervöse Erregung bis hin zur Psychose (a-t 1, 7; 11, 115 ), immunallergische Erkrankungen u.a. gefährden die Patienten und erforderten bereits mehrfach Marktrücknahmen (s.

Ist cotrim ein Gyrasehemmer?

Brennen beim Wasserlassen – was kann es noch sein? – Immer wieder lässt sich trotz starker und rezidivierender Beschwerden mit Brennen beim Wasserlassen keine Keimbelastung des Urins nachweisen. Als Differenzialdiagnose zur Harnwegsinfektion kommt z.B.

Eine Urethritis in Frage. Ursache hierfür ist oft eine Chlamydieninfektion der Harnröhre, die nur durch einen Abstrich nachgewiesen werden kann. Treten Brennen, Schmerzen oder Juckreiz konstant auf, ist an eine Kolpitis zu denken. Bei Frauen nach der Menopause kommt es durch Östrogenmangel häufig zu einer atrophischen Vulvovaginitis.

Die Behandlung erfolgt jeweils lokal. Bei Männern deuten die Symptome Schmerzen beim Wasserlassen, imperativer Harndrang, Schmerzen in der Dammregion insbesondere beim Stuhlgang, sowie Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl auf eine Prostatitis, die vom Urologen behandelt und kontrolliert werden muss.

  • Nach Ausschluss aller anderen Differenzialdiagnosen lautet die Diagnose Reizblase.
  • Da die Ursache der Reizblase unbekannt ist, gibt es auch keine eindeutigen Therapieempfehlungen.
  • Eine lokale oder systemische Östrogentherapie bringt bei postmenopausalen Frauen manchmal Linderung.
  • Eine Antibiotikatherapie ist manchmal erfolgreich, auch wenn kein Erreger gefunden wurde.

Psychotherapie oder köpertherapeutische Verfahren können angezeigt sein. Invasive Verfahren und instrumentelle Eingriffe sind zu vermeiden. Quelle www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/015-009.htm: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Urogynäkologie «Harnwegsinfekt», 2006.

www.degam.de: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin www.degam.de/typo/index.php?id=brennenbeimwasserlassen: Übersicht über internationale Leitlinien. www.degam.de/leitlinien/LL_BrennenNetz.pdf: Langfassung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin «Brennen beim Wasserlassen» (2007).

www.degam.de/leitlinien/Kurzversion_Brennen.pdf: Kurzfassung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin «Brennen beim Wasserlassen» (2003). Lennecke, K.; et al.: Therapie-Profile für die Kitteltasche. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart (2006).

Welches Antibiotikum wirkt auf die bakterielle Gyrase?

Wirkmechanismus der Fluorchinolone: – Fluorchinolone (Gyrasehemmer) wirken bakterizid durch die Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase.

Was ist besser Amoxicillin oder Ciprofloxacin?

Ciprofloxacin bei Zystitis wirksamer als Amoxicillin/Clavulansäure – infomed-screen – Infomed Online

r – Hooton TM, Scholes D, Gupta K et al. Amoxicillin-clavulanate vs ciprofloxacin for the treatment of uncomplicated cystitis in women. A randomized trial. JAMA 2005 (23. Februar); 293: 949-55 Zusammengefasst von: Sabin Allemann infomed screen Jahrgang 9 (2005), Nummer 5 Datum der Ausgabe: Mai 2005

Coli-Bakterien, die häufigsten Erreger einer akuten Zystitis bei Frauen, sind heute oft resistent auf verschiedene Antibiotika. Um die Entwicklung von Resistenzen auf Fluorochinolone zu verhindern, wären Alternativen wie Amoxicillin/ Clavulansäure (z.B.

  • Augmentin®) willkommen.
  • In der vorliegenden, einfachblinden Studie wurden 370 Frauen während drei Tagen entweder mit Amoxicillin/Clavulansäure (500 mg/125 mg zweimal täglich) oder mit Ciprofloxacin (z.B.
  • Ciproxin®, 250 mg zweimal täglich) behandelt.
  • Linische Heilungen wurden mit Amoxicillin/Clavulansäure bei 58%, mit Ciprofloxacin bei 77% der Patientinnen erreicht (Unterschied signifikant).

Sogar bei auf Amoxicillin/Clavulansäure empfindlichen Stämmen erwies sich Ciprofloxacin als überlegen. Zwei Wochen nach Beginn der Therapie fand sich bei 45% der Frauen in der Amoxicillin/Clavulansäure-Gruppe eine vaginale Kolonisation mit E.coli, verglichen mit 10% in der Ciprofloxacin-Gruppe.

  1. Eine dreitägige Therapie der akuten, unkomplizierten Zystitis mit Amoxicillin/Clavulansäure ist weniger wirksam als die Therapie mit Ciprofloxacin, auch bei Frauen mit empfindlichen Stämmen.
  2. Ursache dafür könnte die geringere Wirksamkeit von Amoxicillin/Clavulansäure bei der anfänglichen Eradikation von E.coli sein, was eine frühe Reinfektion begünstigt.

Zusammengefasst von Sabin Allemann

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: Ciprofloxacin bei Zystitis wirksamer als Amoxicillin/Clavulansäure – infomed-screen – Infomed Online

Warum kein Ciprofloxacin?

Arzneimittelbehörden versagen beim Patientenschutz Wer eine Infektion hat, benötigt manchmal ein Antibiotikum. Was die meisten Patienten nicht wissen, es gibt eine besondere Gruppe von Antibiotika, die dauerhafte Gesundheitsschäden verursachen kann: die Fluorchinolone wie z.B.

Ciprofloxacin. In den USA wurde in diesem Jahr sogar die schärfste Sicherheitswarnung für diese Antibiotika verhängt. Doch was passiert hierzulande? Die Mittel werden weiter breit verschrieben. Die deutsche Arzneimittelbehörde und das Gesundheitsministerium bleiben untätig. Anmoderation: Unsere nächste Geschichte handelt von fahrlässigen Ärzten, einer trägen Arzneimittelbehörde und einem tatenlosen Minister.

Es geht um die Verwendung einer bestimmten Gruppe von Antibiotika, deren Risiken hierzulande unterschätzt werden. Über dieses Versagen beim Patientenschutz berichten Caroline Walter und Christoph Rosenthal. Stefan Luginger kann kaum noch laufen. Jeder Schritt ist eine Qual, seine Achillessehnen können jederzeit reißen.

  1. Der 30jährige hat Gelenk- und Sehnenschmerzen, die Hände und Füße brennen.
  2. Er hat Angstzustände, Sehstörungen und Konzentrationsprobleme.
  3. Alles Nebenwirkungen, die über ihn hereingebrochen sind, nach der Einnahme bestimmter Antibiotika.
  4. Stefan Luginger «Es ist wie wenn ein ganzes Weltbild zusammenbricht.

Im Vorhinein, ich war arbeitsfähig, ich konnte Sport machen, ich konnte im Haushalt was machen, was im Nachhinein ja überhaupt nicht mehr möglich ist. Ich brauch ja Hilfe bei allen Kleinigkeiten, lebe aber in einer Welt in Schmerz.» Die meiste Zeit kann er nur liegend verbringen.

Vor 8 Monaten wurde ihm gegen Brennen beim Wasserlassen erst das Antibiotikum Ciprofloxacin und dann Levofloxacin verschrieben. Wie gefährlich diese Mittel sein können, wusste er nicht. Stefan Luginger «Sehr wütend macht mich die Tatsache, dass man wegen eines harmlosen Harnwegsinfekts oder eines Verdachts dazu, solche Medikamente bekommt, die zu bleibenden Schäden führen können und einem das restliche Leben zerstören.» Das Antibiotikum Ciprofloxacin ist das gängigste Mittel aus der Gruppe der so genannten Fluorchinolone.

Sie sind schon lange auf dem Markt, aber diese Antibiotika bergen ein besonderes Risiko: für Sehnenrisse und vielfältige Nervenschäden. Sie können auch Psychosen und Angstattacken auslösen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat in diesem Jahr die höchste Sicherheitswarnung verhängt: diese Antibiotika-Gruppe soll nicht mehr bei harmlosen Infektionen eingesetzt werden – wegen der gefährlichen Nebenwirkungen.

In den USA fand dazu eine breite öffentliche Aufklärung der Patienten statt. Und hierzulande? Keine aktuellen Warnungen von der deutschen Arzneimittelbehörde. Obwohl viele Ärzte weiter Cipro- oder Levofloxacin gegen banale Infekte verschreiben – trotz der hohen Risiken. Wolfgang Becker-Brüser von der unabhängigen renommierten Fachzeitschrift «Arzneitelegramm» warnt schon seit den 90iger Jahren vor den Nebenwirkungen dieser Antibiotika.

Er wirft den Aufsichtsbehörden Untätigkeit vor. Wolfgang Becker-Brüser, Arznei-Telegramm «Wenn klar ist, dass Tausende Menschen geschädigt werden, vielleicht sogar Zehntausende, dann muss gehandelt werden. Da hat man gar keine Chance noch groß zu überlegen, sondern es müssen Strategien gesucht und gefunden werden, wie man Patienten schützt und zwar vorbeugenden Verbraucherschutz.

  1. Das ist die Devise.» In den USA gibt es jetzt einen fett gedruckten und gerahmten Warnhinweis gleich oben auf dem Beipackzettel von Cipro, die sogenannte «Black Box Warning».
  2. Darin wird das Risiko irreversibler Schäden hervorgehoben.
  3. Auch heißt es explizit, Cipro sollte nicht das Mittel der ersten Wahl sein.

Der amerikanische Arzneimittelexperte Charles Bennett hält das für absolut notwendig. Dr. Charles Bennett, US-Experte für Arzneimittelsicherheit «Die Black Box Warnung ist neu und überarbeitet, es stellt die schweren Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem heraus.

Patienten können nach einer oder zwei Tabletten dieser Medikamente nicht mehr arbeiten, nicht mehr denken und haben wahnsinnige Schmerzen. Dieser schwarze Kasten als Warnung fällt auf dem Beipackzettel sofort ins Auge – dem Arzt und dem Patienten.» Doch auf dem deutschen Beipackzettel von Ciprofloxacin sucht man diesen auffälligen Warnhinweis vergeblich.

Stattdessen werden immer noch breite Anwendungsgebiete beworben. Unverständlich denn die Fluorchinolone sollten eigentlich nur gegen schwerere Infektionen zum Einsatz kommen – wenn es keine Alternativen gibt. Wir fragen bei der deutschen Arzneimittelbehörde BfArM nach, warum sie keine aktuelle Warnung zu dieser Antibiotikagruppe herausgegeben hat.

  1. Ein Interview bekommen wir nicht.
  2. Man teilt uns mit, die Nebenwirkungen stünden detailliert im Beipackzettel.
  3. Eine hervorgehobene Warnung wie in Amerika hält man hier für nicht sinnvoll.
  4. Wolfgang Becker-Brüser, Arznei-Telegramm «Es reicht überhaupt nicht aus, wenn es im Beipackzettel steht oder in der Fachinformation.

Da steht dermaßen viel drin, dass kein Mensch, kein Verbraucher und auch kein Arzt überblicken kann, was alles drinsteht. Da steht Wichtiges neben Unwichtigem, da steht Lebensbedrohliches neben Banalem. Deswegen ist eine Black Box eine sehr gute Einrichtung in den USA.

  1. Eine Black Box, in der genau das drinsteht, was lebensbedrohlich und schwerwiegend ist und was der Arzt vermeiden muss.» Auch dieser Patient ist betroffen.
  2. Sven Forstmann hat niemand darüber aufgeklärt, dass diese Antibiotika nicht bei harmlosen Infekten genommen werden sollen.
  3. Auch über bleibende Schäden stand nichts im Beipackzettel.

Forstmann kann gerade noch zum Briefkasten gehen – mehr schafft er nicht. Er und viele andere geschädigte Patienten haben jetzt eine Petition auf den Weg gebracht. Sie fordern, dass der Einsatz dieser Antibiotika stark eingeschränkt wird. Sven Forstmann «Ich hatte eigentlich den Eindruck, ich bin hinterrücks vergiftet worden, hinterhältig vergiftet worden, ohne überhaupt gewarnt zu werden davor.

  1. Also mir ist das Präparat vom Arzt ja verschrieben worden.
  2. Ich wurde weder vom Arzt noch von der Sprechstundenhilfe noch vom Apotheker gewarnt.
  3. Alle haben gesagt, es sei gut verträglich und das war es überhaupt nicht.
  4. Ich bin seit vier Monaten arbeitsunfähig.» Forstmann hat an den deutschen Gesundheitsminister geschrieben.

Aber keine Reaktion auf seine Petition erhalten. Dabei geht es auch um das Risiko der wachsenden Resistenzen. Denn die Fluorchinolone gehören zu den sogenannten «Reserveantibiotika» – die man sparsam einsetzen muss, damit sie noch wirksam bleiben gegen lebensbedrohliche Infektionen.

Hermann Gröhe (CDU), Bundesgesundheitsminister «Die weltweite Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen muss dringend gestoppt werden.»Doch die Umsetzung verläuft mehr als schleppend – das kritisiert die grüne Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche. Kordula Schulz-Asche (B’90/Die Grünen)

«Die Verschreibung ist insgesamt eigentlich nicht zu verantworten. Das geht zu Lasten der Patienten, des einzelnen Patienten, aber es geht auch zu Lasten der Gesellschaft, weil wenn wir keine Reserveantibiotika für bestimmte Infektionen mehr haben, dann werden zunehmend Menschen sterben, weil wir keine Medikamente mehr zur Verfügung haben.» Stefan Luginger hätte bei seinen Beschwerden überhaupt kein Antibiotikum gebraucht, wie sich später herausstellte.

Gegen die Schäden, die das Mittel angerichtet hat, gibt es keine Therapie. Seine Prognose ist ungewiss. Abmoderation: Das Bundesgesundheitsministerium hat uns schriftlich geantwortet. Eine Black Box Warnung wie in den USA für diese Antibiotika hält man hier für nicht notwendig. Sollten Sie übrigens eines dieser Medikamente nehmen und Fragen dazu haben – bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Beitrag von Caroline Walter und Christoph Rosenthal : Arzneimittelbehörden versagen beim Patientenschutz

Welche Entzündungshemmer bei Achillessehnenentzündung?

Entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen und Naproxen ) lindern Sehnenschmerzen kaum.

Welche Medikamente helfen bei Achillessehnenentzündung?

Anatomie und Physiologie der Achillessehne – Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie ist die gemeinsame Endsehne (Enthese) des dreiköpfigen Wadenmuskels (Musculus triceps surae), die am Fersenbein ansetzt. Die Achillessehne überträgt die Kraft des Wadenmuskels auf den,

  • Zieht sich der Wadenmuskel zusammen (Muskelkontraktion), wird dadurch der Fuß an den Zehen abgesenkt.
  • Notwendig ist das beispielsweise beim Zehenspitzenstand, beim Laufen oder Springen.
  • Bei einer Achillodynie sind diese Bewegungen häufig nur schwer oder nur unter Schmerzen möglich.
  • Auch Bewegungen, bei denen die Achillessehne passiv gedehnt wird, etwa das Anheben der Zehen beim Bergaufgehen, sind schmerzhaft.

Die Achillessehne hält im Normalfall hohen Belastungen stand. Dennoch ist sie häufig von Verletzungen betroffen. Die Blutversorgung ist in manchen Bereichen der Achillessehne schlecht, weswegen Schäden an der Achillessehne nicht immer vollständig verheilen.

Achillodynie oder ein Riss der Achillessehne (Achillessehnenruptur) sind nach einigen Jahren häufig die Folge. Die Achillodynie-Therapie erfolgt in der Regel rein konservativ, nicht operativ. Nur wenn diese Achillodynie-Behandlung keinen Erfolg hat, ist in seltenen Fällen eine Operation notwendig. Bei der konservativen Achillodynie-Therapie steht die Entlastung der Achillessehne vor allem bei akuten Beschwerden im Vordergrund.

Dafür gilt es, zunächst die auslösende Belastung (zum Beispiel das Joggen) zu vermeiden und den Fuß so gut wie möglich zu schonen. Er darf erst dann wieder voll beansprucht werden, wenn die Schmerzen vollständig abgeklungen sind. Das gelingt in vielen Fällen mithilfe einer Schiene oder Bandage,

Zusätzlich verabreichen Ärzte zur Linderung der Beschwerden entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel wie, oder, Wenn die Schmerzen direkt nach dem Sport auftreten, hilft es, die Achillessehne zu kühlen. Ist das Leiden nach mehreren Tagen vollständig verschwunden, sollte die Sehne hingegen gewärmt werden, um den Heilungsprozess zu fördern.

Ebenso helfen spezielle Einlagen für die Schuhe oder spezielles Schuhwerk bei Achillodynie. Übungen, die Betroffene in der Physiotherapie lernen, zeigen ihnen, wie sie den Fuß auf die richtige Weise belasten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, kinesiologische Tapes anzubringen.

  1. Manche Ärzte empfehlen außerdem, Substanzen wie Glukose oder Actovegin, ein Hämodialysat aus Kälberblut, an die Sehne zu spritzen, um die Wundheilung zu beschleunigen.
  2. Die Wirksamkeit dieser Spritzen ist allerdings nicht umfassend wissenschaftlich bewiesen.
  3. Außerdem ist die Zulassung von Actovegin in Deutschland seit 2008 ausgelaufen.

In Österreich ist es weiterhin erhältlich und darf auch in Deutschland angewendet werden, Ärzte und Therapeuten müssen aber den Betroffenen darauf hinweisen.

Welche Salbe hilft am besten bei Achillessehnenentzündung?

Mit doc ® Ibuprofen Schmerzgel steht Ihnen ein wirksames Mittel zur Verfügung, mit dem Sie Entzündungen hemmen und die Beschwerden rasch lindern können.

Was machen Gyrasehemmer?

Gyrasehemmer sind chemische Verbindungen, die die Aktivität von Gyrase – Enzymen bremsen oder ganz verhindern. Gyrasen dienen bei Prokaryoten zum negativen Supercoiling der DNA, womit sowohl ein Platzgewinn als auch eine bessere partielle Ablesbarkeit der DNA erreicht wird.

Durch Hemmung der Gyrase verliert die DNA ihre kompakte Struktur und expandiert, was schließlich zum Platzen der Zelle führt. Die Hemmung von bakterieller Gyrase ist das Wirkungsprinzip einiger Antibiotika, Chemischer Ausgangspunkt der Entwicklung der Gyrasehemmer waren die Nalidixinsäure ( Diazanaphthaline ) und die ähnliche Pipemidsäure ( Pyridopyrimidine ).

Gemeinsam ist allen Vertretern der Gyrasehemmer eine heterocyclische Struktur mit einem Stickstoff atom im Ring (Position 1), einer Carboxygruppe an Position 3 sowie einer Ketogruppe an Position 4. Gyrasehemmer wirken – je nach Höhe der Dosis – sowohl bakteriostatisch als auch bakterizid,

Welche Gruppe ist Ciprofloxacin?

Strukturformel
Allgemeines
Freiname Ciprofloxacin
Andere Namen 1-Cyclopropyl-6-fluor-4-oxo-7-(piperazin-1-yl)-1,4-dihydrochinolin-3-carbonsäure (IUPAC)

Ciloxan

Summenformel C 17 H 18 FN 3 O 3
Kurzbeschreibung schwach gelber, pulverförmiger Feststoff
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 85721-33-1 (Ciprofloxacin)
  • 86393-32-0 (Ciprofloxacin· Hydrochlorid ·Mono hydrat )
  • 86483-48-9 (Ciprofloxacinhydrochlorid)
  • 93107-08-5 (Ciprofloxacinmonohydrochlorid)
  • 93107-09-6 (Ciprofloxacin monoNatriumsalz)
  • 97867-33-9 (Ciprofloxacinlactat, 1:1)
  • 130244-47-2 (Ciprofloxacin Mischung mit Rimexolon)

/td> Arzneistoffangaben ATC-Code

  • J01 MA02
  • S01 AX13
  • S02 AA15
  • S03 AA07
Wirkstoffklasse Antibiotikum Wirkmechanismus Gyrasehemmer Eigenschaften Molare Masse
  • 331,34 g· mol −1 (Ciprofloxacin)
  • 385,82 g· mol −1 (Ciprofloxacin·Hydrochlorid·Monohydrat)
Aggregatzustand fest Schmelzpunkt 318–320 °C (Ciprofloxacin·Hydrochlorid·Monohydrat) p K S -Wert 6,09 Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze

/td> Toxikologische Daten

  • 122 mg·kg −1 ( LD 50, Maus, i.v.)
  • 5000 mg·kg −1 ( LD 50, Maus, oral )
  • > 2000 mg·kg −1 ( LD 50, Ratte, oral )
  • 5714 μg·kg −1 ( LD Lo, Mensch, oral )
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen,

Ciprofloxacin ist ein synthetisches Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum aus der Gruppe der Fluorchinolone, Die Substanz wurde 1981 von dem Forschungschemiker Klaus Grohe für die Firma Bayer entwickelt und 1983 patentiert. Antibiotika dieser Gruppe hemmen die Gyrase von Bakterien und damit deren DNA-Replikation und Zellteilung,

Sie verhindern dadurch die Zellteilung, und zwar vor allem von gramnegativen Keimen. Fluorchinolone haben weiterhin eine bakterizide Wirkung, deren Ursache bislang ungeklärt ist. Wegen starker und oftmals langanhaltender oder permanenter Nebenwirkungen (insbesondere der sogenannten Fluoroquinolone-Associated Disability, FQAD ) geriet das Medikament zunehmend in die Kritik.

Die FDA informierte 2008 und 2013 über neu beobachtete schwere Nebenwirkungen bei systemisch angewendeten Fluorchinolonen und ordnete entsprechende Maßnahmen an.2015 hat sie nach ärztlichen Meldeberichten das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Cipro-, Levo-, Moxi- und Ofloxacin neu bewertet und 2016 die Anwendung deutlich eingeschränkt.

  • Auch in EU-Ländern wurden mehrmals Warnhinweise und Anwendungsbeschränkungen für Fluorchinolone verfügt.
  • Die Europäische Arzneimittelagentur hat die schwerwiegenden, potentiell dauerhaften und die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen zuletzt 2018 neu bewertet und Anwendungseinschränkungen empfohlen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat daraufhin am 8. April 2019 in einem umfassenden Bescheid die Indikationen für Fluorchinolone weiter eingeschränkt und eine weitere Aktualisierung der Gebrauchs- und Fachinformationen angeordnet, um auf möglicherweise irreversible Nebenwirkungen hinzuweisen.

Was ist besser Ciprofloxacin oder Levofloxacin?

1998 wurde in einer Konsensuskonferenz der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG) eine Bewertung der Fluorchinolone durchgeführt, da zu diesem Zeitpunkt neue Substanzen auf den Markt kamen. Die Einteilung erfolgte nach dem klinischen Einsatzgebiet, der Pharmakokinetik, dem antibakteriellen Spektrum und der Verfügbarkeit der Substanzen in die Gruppen I bis IV. Sie wurde im Chemotherapie Journal 1998;7:66–8 publiziert.In der Zwischenzeit sind verschiedene Fertigarzneimittel vom Markt genommen worden, weitere neue Substanzen zugelassen und Indikationsgebiete erweitert worden, weshalb eine aktuelle Bewertung der Fluorchinolone unter klinischen Anwendungsgesichtspunkten auf der Grundlage der Gruppeneinteilung durch die PEG-Expertengruppe von 1998 sinnvoll erscheint. Arzneimitteltherapie 2005;23:130–6. Seit 1998 werden der Gruppe I die Fluorchinolone Norfloxacin und Pefloxacin mit Schwerpunkt auf Harnwegsinfektionen zugeordnet. Pefloxacin ist nicht mehr verfügbar und das Einsatzgebiet von Norfloxacin ist auf die Behandlung von (unkomplizierten) Harnwegsinfektionen, der bakteriellen Enteritis und der Prostatitis beschränkt. Zur Gruppe II zählen systemisch anwendbare Fluorchinolone mit breiterer Indikation wie Enoxacin, Fleroxacin, Ofloxacin und Ciprofloxacin. Fleroxacin ist in der Zwischenzeit vom Markt genommen worden. Enoxacin wird im Wesentlichen bei Harnwegsinfektionen eingesetzt und ist nur oral verfügbar. Ofloxacin liegt als Razemat vor. Seine antibakterielle Wirkung beruht ausschließlich auf der linksdrehenden Form (identisch mit Levofloxacin), der rechtsdrehende Anteil belastet hingegen mit zusätzlichen Nebenwirkungen. Die Hauptindikationen von Ciprofloxacin sind Harnwegsinfektionen, Infektionen der Atemwege, insbesondere verursacht durch gramnegative Erreger, Haut-, Weichgewebe- sowie Knocheninfektionen und systemische Infektionen bis hin zur Sepsis. Die Vertreter dieser Gruppe haben eine hohe In-vitro-Aktivität gegen Enterobacteriaceae und Haemophilus influenzae. Sie besitzen jedoch nur mittlere oder schwächere antibakterielle Aktivität gegen Staphylokokken, Pneumokokken, Enterokokken und „atypische» Erreger (z.B. Chlamydien, Mykoplasmen, Legionellen). Die In-vitro-Aktivität gegenüber Pseudomonas aeruginosa ist unterschiedlich und bei Ciprofloxacin am stärksten ausgeprägt. In die Gruppe III sind Fluorchinolone mit verbesserter Aktivität gegen grampositive und „atypische» Erreger eingeordnet. Hierzu zählten die oral verfügbaren Substanzen Grepafloxacin und Sparfloxacin, die wegen unerwünschter Wirkungen vom Markt genommen wurden. Levofloxacin besitzt gegenüber Ofloxacin eine doppelt so hohe antibakterielle Aktivität in vitro und kann daher auch zur Behandlung von Infektionen der Atemwege, auch verursacht durch Pneumokokken, eingesetzt werden. Deshalb wird Levofloxacin der Gruppe III zugeordnet. Daneben wird Levofloxacin zur Behandlung von Harn- wegs-, Haut- und Weichgewebeinfektionen eingesetzt. Levofloxacin ist parenteral und oral verfügbar. In der Gruppe IV sind Fluorchinolone mit noch verbesserter Aktivität gegen grampositive und „atypische» Erreger sowie gegen Anaerobier mit einem breiten Indikationsfeld zusammengefaßt. Hierzu zählten Trovafloxacin und Gatifloxacin, die mittlerweise vom Markt genommen wurden. Die Pneumokokken-Aktivität von Moxifloxacin ist gegenüber den Substanzen in Gruppe III noch verbessert, so dass es zur Behandlung von Infektionen der Atemwege, auch verursacht durch Pneumokokken, eingesetzt werden kann. Alle zur Zeit klinisch verfügbaren Fluorchinolone sind säurestabil und können daher auch oral gegeben werden. Sie zeichnen sich durch eine gute Bioverfügbarkeit aus, so dass eine sichere Sequenztherapie möglich ist. Ciprofloxacin, Ofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin sind auch in der parenteralen Form im Handel. Alle Fluorchinolone verteilen sich extra- und intrazellulär. Deshalb haben sie im Vergleich zu den Beta-Lactamen ein hohes relatives Verteilungsvolumen von meist 1 bis 4 l/kg Körpergewicht und zeigen eine sehr gute Gewebegängigkeit. Die Proteinbindung der Substanzen liegt mit Ausnahme von Moxifloxacin (etwa 40 %) unter 30 %. Levofloxacin und Ofloxacin werden ausschließlich renal eliminiert, Enoxacin und Ciprofloxacin werden neben der renalen Ausscheidung auch biliär und transintestinal ausgeschieden. Moxifloxacin wird überwiegend biliär über die Fäzes eliminiert. Bei den Halbwertszeiten gibt es erhebliche Unterschiede (Enoxacin 4 bis 6 Stunden, Ciprofloxacin 3 bis 5 Stunden, Levofloxacin 7 bis 8 Stunden, Moxifloxacin > 10 Stunden), die sich in den Empfehlungen zur Applikationshäufigkeit widerspiegeln. Fluorchinolone weisen eine konzentrationsabhängige Bakterizidie auf. Sie sollten deshalb bei systemischen Infektionen so dosiert werden, dass ihre maximale Plasmakonzentration (Cmax) und die Gesamtfläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve (AUC) die minimale Hemmkonzentration (MHK) für die in Frage kommenden Erreger um einen bestimmten Faktor überschreitet, der sich aus klinischen Studien ergibt. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass sowohl das Verhältnis von Cmax zur MHK als auch das Verhältnis von AUC zur MHK über den Erfolg einer antibakteriellen Therapie entscheidet. Während der Behandlung mit den seit vielen Jahren im klinischen Einsatz befindlichen Fluorchinolonen treten unerwünschte Wirkungen bei etwa 4 bis 10 % der behandelten Patienten auf. Bei insgesamt relativ guter Verträglichkeit zeigen Fluorchinolone einige klassenspezifische Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden, wie Übelkeit und Diarrhö. Außerdem wurden allergische Reaktionen, zentralnervöse Effekte, wie Schlaflosigkeit, Benommenheit, Kopfschmerz, Verwirrtheit, Depression und Krämpfe, selten auch pseudomembranöse Kolitiden, Hepatitiden sowie Sehnenentzündungen und -rupturen beschrieben. Durch die gleichzeitige Einnahme von Glucocorticoiden scheint das Risiko des Auftretens einer Tendinitis oder Sehnenruptur erhöht zu sein. Bei Patienten mit Sehnenbeschwerden nach früherer Anwendung von Fluorchinolonen ist der Einsatz von Fluorchinolonen kontraindiziert. Wegen des phototoxischen Potenzials der Fluorchinolone sollte grundsätzlich bei jeder Therapie eine direkte Exposition mit Sonnenlicht (oder UV-Licht aus anderen Quellen) vermieden werden. Die Häufigkeit phototoxischer Nebenwirkungen ist substanzabhängig (siehe jeweilige Fachinformation). Bei einigen Fluorchinolonen kann es im EKG zu Verlängerungen des QT-Intervalls kommen, was zu einem gesteigerten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien, insbesondere Torsades de pointe und Tachykardien führen kann. Möglicherweise besteht auch ein additives Risiko bei gleichzeitiger Gabe anderer QT-Zeit-verlängernder Medikamente, wie Antiarrhythmika der Klassen I A und III. Daher sind solche Fluorchinolone bei Patienten, die mit diesen Medikamenten behandelt werden oder bei denen Verlängerungen des QT-Intervalls bekannt sind, kontraindiziert. Vorsicht geboten ist auch in anderen Situationen, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, beispielsweise bei Hypokaliämie oder nach einem Myokardinfarkt. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Gefahr kardialer Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Herzrasen, -stolpern, QT-Zeit-Verlängerung, Vorhofflimmern bei parenteraler Applikation deutlich erhöht ist. Deshalb ist darauf zu achten, dass die vorgeschriebene Infusionszeit strikt eingehalten werden muss. Bei sehr jungen Tieren wurden irreversible Knorpelschäden nach der Anwendung von Fluorchinolonen festgestellt, daher besteht für Kinder im Allgemeinen eine Kontraindikation. Ausgenommen hiervon ist der Einsatz von Ciprofloxacin bei Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose. Auch bei einer Langzeituntersuchung konnte bei diesen Patienten keine Schädigung des Gelenkknorpels festgestellt werden. Bei medikamentös eingestellten Diabetikern kann es selten zu einer Veränderung des Blutzuckerspiegels kommen. In seltenen Fällen kann auch nach einmaliger Gabe von Fluorchinolonen psychische Störungen mit Suizidalität auftreten. Eine gleichzeitige orale Gabe von Fluorchinolonen mit Sucralfat, Magnesium-, Calcium-, Aluminium-, Eisen- und Zink-haltigen Arzneimitteln oder Nahrungsmitteln kann die Resorption und damit die AUC und die Cmax des Antibiotikums erniedrigen. Daher empfehlen die Hersteller eine zeitversetzte Einnahme. In der Regel sollten Fluorchinolone 2 Stunden vor dem interagierenden Arzneimittel bzw. Nahrungsmittel oder 3 Stunden nachher appliziert werden. Bei Moxifloxacin ist ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden empfohlen. Nahrungsmittel ohne zwei- oder dreiwertige Kationen haben mit der Ausnahme von Enoxacin keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit des Fluorchinolons. Das Wirkungsspektrum der Gruppen I und II nach der PEG-Einteilung liegt vorzugsweise im gramnegativen Bereich. Norfloxacin (zweimal täglich 400 mg) und Enoxacin (zweimal täglich 200 bis 400 mg) eignen sich nicht für schwere und systemische Infektionen und haben daher an Bedeutung verloren. Ihre Hauptindikation ist die orale Behandlung vorwiegend unkomplizierter (leichter) Harnwegsinfektionen zumeist als Kurzzeittherapie über 3 Tage, eine Indikation, für die auch andere vorzugsweise renal ausgeschiedene Fluorchinolone mit entsprechender Dosierung in Frage kommen: Ofloxacin (zweimal täglich 200 mg), Ciprofloxacin (zweimal täglich 250 mg) und Levofloxacin (einmal täglich 250 mg). Ofloxacin gilt wegen der Weiterentwicklung zum Levofloxacin als überholt, da bei gleicher Effektivität theoretisch eine doppelt so hohe Dosierung mit Ofloxacin notwendig ist, die auch zu mehr Nebenwirkungen führt. Dies dürfte umso mehr bei schweren und systemischen Infektionen ins Gewicht fallen, bei denen höhere Dosierungen von vorneherein gefordert werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die für systemische Infektionen empfohlene hohe Dosierung von Ofloxacin, nämlich zweimal täglich 400 mg, nicht die Wirksamkeit der bei diesen Infektionen empfohlenen Standardtagesdosierung von Levofloxacin, nämlich einmal täglich 500 mg, erreicht und deutlich unter der Dosierung von einmal täglich 750 mg liegt, eine Dosierung, die in USA für ambulant erworbene (5-Tage-Therapie) und nosokomiale Pneumonie zugelassen ist. Ciprofloxacin zeigt eine sehr gute Wirksamkeit gegen Enterobacteriaceae und Haemophilus influenzae und eine schwächere Wirkung gegen Staphylokokken, Pneumokokken und Enterokokken sowie gegen Chlamydien, Legionellen und Mykoplasmen. Die Aktivität gegen Pseudomonas aeruginosa ist gut. Zugelassene Indikationen sind Infektionen der Niere und/oder ableitenden Harnwege, des HNO-Bereichs, der Atemwege (nicht bei Pneumokokken), des Bauchraums, der Genitalorgane, der Knochen und Gelenke, der Haut und Weichgewebe und bei Sepsis sowie bei Infektionen oder zur Prophylaxe bei neutropenischen Patienten, zur selektiven Darmdekontamination bei immunsuppressiv behandelten Patienten und bei akuten Infektionsschüben bei Mukoviszidose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren. Außerdem ist Ciprofloxacin zur Therapie des Milzbrands und zur Umgebungsprophylaxe bei Meningokokken-Infektionen zugelassen. Bei schweren und systemischen Infektionen liegen die Tagesdosierungsempfehlung für Ciprofloxacin für die parenterale Therapie bei zwei- bis dreimal 400 mg und für die orale Therapie bei zweimal 500 bis 750 mg. In den Gruppen III und IV nach der PEG-Einteilung sind Fluorchinolone aufgeführt, die neben den oben genannten Indikationen insbesondere auch für ambulant erworbene Atemwegsinfektionen geeignet sind („Atemwegschinolone»). Hierzu zählen Levofloxacin und Moxifloxacin. Levofloxacin hat eine im Vergleich zu Ciprofloxacin verbesserte intrinsische Aktivität gegen grampositive Erreger wie Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken und Enterokokken sowie die „atypischen» Erreger, Legionellen, Chlamydien und Mykoplasmen. Die Aktivität gegen gramnegative Erreger ist vergleichbar, allerdings gegen Pseudomonas aeruginosa in vitro etwas schwächer. Zugelassene Indikationen für Levofloxacin sind akute Sinusitis, akute Exazerbation der chronischen Bronchitis, ambulant erworbene Pneumonie, Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektionen, einschließlich Pyelonephritis, und bakterieller Prostatitis. Die Regeldosierung für Levofloxacin liegt bei einmal 500 mg pro Tag. Bei schweren und systemischen Infektionen werden die Tagesdosierungen von zweimal 500 mg oral oder parenteral empfohlen. Moxifloxacin hat ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen zahlreiche aerobe und anaerobe, gramnegative und grampositive einschließlich der atypischen Bakterien. Im Vergleich zu Levofloxacin besitzt es eine noch bessere Aktivität gegen grampositive Erreger wie Staphylokokken und Streptokokken, einschließlich der Pneumokokken, und gegen Anaerobier. Die Wirkung auf Enterokokken ist vergleichbar mit der von Levofloxacin oder Ciprofloxacin. Gegenüber Pseudomonaden besitzt es keine ausreichende Aktivität. Einsatzgebiet von Moxifloxacin sind derzeit ambulant erworbene Pneumonien aller Schweregrade. Die orale Form wird auch bei akuten Exazerbationen der chronischen Bronchitis und der akuten bakteriellen Sinusitis eingesetzt. Moxifloxacin wird mit einmal täglich 400 mg oral oder parenteral dosiert. Anders als zunächst erhofft, konnte schon frühzeitig gezeigt werden, dass auch gegen die Fluorchinolone in vitro mit subinhibitorischen Konzentrationen eine Resistenzentwicklung herbeigeführt werden kann und dass die zugrunde liegenden Resistenzmechanismen alle Fluorchinolone im Sinne einer Kreuzresistenz erfassen. Die Resistenzmechanismen konnten als mutationsbedingte Veränderungen der Angriffsorte (DNS-Gyrase und/oder der Topoisomerase IV) sowie als Veränderungen bei den Transportmechanismen (vermehrter Efflux, verminderter Influx) charakterisiert werden. Während die DNS-Gyrase das Supercoiling der DNS vermittelt, ist die Topoisomerase IV bei der Trennung neu synthetisierter DNS-Stränge essenziell. Bei grampositiven Bakterien binden die Fluorchinolone vornehmlich an die Topoisomerase IV, bei gramnegativen Bakterien wird vorzugsweise an die DNS-Gyrase gebunden. Insbesondere bei den gramnegativen Bakterien ist meist mehr als eine Punktmutation erforderlich, um dem Mikroorganismus klinisch relevante Resistenz zu verleihen. Fluorchinolon-inaktivierende Enzyme wurden bisher nicht beschrieben. Während eine Resistenzentwicklung zunächst bei Pseudomonas aeruginosa und Ciprofloxacin beobachtet wurde, betrifft sie mittlerweile sowohl gramnegative wie grampositive Bakterien und ist insbesondere bei Escherichia coli und Staphylococcus aureus, also besonders häufig auftretende Infektionserreger, festzustellen. In Deutschland sind die Resistenzraten seit 1990 im Ansteigen begriffen und in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern sogar häufig auf einem deutlich höheren Niveau. Da die Fluorchinolone in den letzten 20 Jahren eine breite Anwendung erfahren haben, werden immer wieder Zusammenhänge zwischen Verbrauch und Resistenzentwicklung statistisch belegt, aber unterschiedlich beurteilt. Von Bedeutung für die Resistenzentwicklung sind bei Fluorchinolonen möglicherweise auch die für verschiedene Indikationen eingesetzten unterschiedlichen Dosierungen. So mögen zum Beispiel die für Harnwegsinfektionen angegebenen Dosisempfehlungen therapeutisch ausreichend sein, jedoch gleichzeitig unter Umständen in der Darmflora Resistenzentwicklung fördern. Daher sollten die Dosierungen so gewählt werden, dass eine Selektion von Erregern mit einer ersten Resistenz-vermittelnden Mutation vermieden wird. Um der Resistenzentwicklung zu begegnen, sollten Fluorchinolone indikationsbezogen unter Berücksichtigung der zu erwartenden Erreger entsprechend den hier empfohlenen Dosierungen (Tab.1) eingesetzt werden. Durch unterschiedliche Zulassungsbedingungen im Rahmen der Fortentwicklung des Arzneimittelgesetzes haben viele ältere Antibiotika ein breiteres zugelassenes Indikationsspektrum als die Substanzen, die in den letzten 10 Jahren vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen wurden. Deshalb werden neuere Substanzen (z.B. Levofloxacin, Moxifloxacin) auch bei Indikationen eingesetzt (Off-Label-Gebrauch), für die sie bisher nicht zugelassen sind. Eine Off-Label-Verordnung ist in der Praxis möglich, wenn folgende Voraussetzungen in allen Punkten erfüllt sind:

Schwerwiegende, lebensbedrohliche oder die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigende ErkrankungTherapiealternative nicht verfügbarAufgrund der Datenlage begründete Aussicht auf einen Behandlungserfolg durch Einsatz des betreffenden Präparats

Eine positive Datenlage liegt vor, wenn die Erweiterung der Zulassung bereits beantragt ist und die Ergebnisse einer kontrollierten klinischen Prüfung der Phase III oder außerhalb eines Zulassungsverfahrens gewonnene Erkenntnisse veröffentlicht sind, die über die Qualität und Wirksamkeit des Arzneimittels in dem neuen Anwendungsgebiet zuverlässige, wissenschaftlich nachprüfbare Aussagen zulassen.

Auch veränderte Dosierungen stellen einen Off-Label-Gebrauch dar, beispielsweise der Einsatz von 750 mg Levofloxacin bei nosokomialer Pneumonie oder zweimal 400 mg Moxifloxacin bei entsprechenden Indikationen ( Tab.1 ). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei einem Off-Label-Einsatz von Medikamenten die Produkthaftung auf den verordnenden Arzt übergeht.

Die Gefährdungshaftung des pharmazeutischen Unternehmers nach dem Arzneimittelgesetz bleibt bestehen. Im ambulanten Bereich müssen außerdem die oben genannten Entscheidungskriterien des Bundessozialgesetzes (BSG) durch den Arzt berücksichtigt und dokumentiert werden, wenn er ein Präparat Off-Label verordnen und einen Regress vermeiden möchte.

Wissenschaftlich ist die Einteilung der PEG-Expertengruppe von 1998 weiterhin sinnvoll und geeignet, die verschiedenen Fluorchinolone bezüglich ihrer Mikrobiologie und Pharmakologie zu charakterisieren. An Fluorchinolonen stehen jedoch derzeit nur noch Norfloxacin, Enoxacin, Ofloxacin, Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin zur Verfügung.

Bis auf Norfloxacin und Enoxacin, die ausschließlich oral im Handel sind, gibt es für die anderen Substanzen auch parenterale Zubereitungen. Dies führt dazu, dass nach der PEG-Einteilung in den Gruppen I, III und IV nur je eine Substanz verbleibt, weshalb eine gestrafftere indikationsbezogene Anwendung unter klinischen Gesichtspunkten befürwortet wurde.

  • Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Substanzen für unterschiedliche Indikationen auch unterschiedlich hoch dosiert werden müssen.
  • Um beiden Forderungen (Indikation, Dosierung) gerecht zu werden, werden die einzelnen Substanzen – unter Angabe der indikationsabhängigen Dosierung – Hauptindikationsbereichen zugeordnet.

Nach diesem Vorschlag wird zwischen unkomplizierten Harnwegsinfektionen und schweren oder systemischen Infektionen unterschieden. Für den Bereich unkomplizierte Harnwegsinfektionen werden alle oral verfügbaren Fluorchinolone (außer Moxifloxacin) empfohlen, die – meist als Kurzzeittherapie über drei Tage – für die Therapie dieser Infektionen aufgrund ihres mikrobiologischen, pharmakokinetischen und klinischen Profils geeignet sind ( Tab.1 ).

  • Für die anderen Indikationsbereiche werden nur die Fluorchinolone empfohlen, die sowohl oral auch parenteral für die Therapie schwerer oder systemischer Infektionen herangezogen werden können ( Tab.1 ).
  • Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass jede der hier aufgeführten Substanzen (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin) zum Teil über unterschiedliche Indikationen verfügt und damit eine Zusammenfassung im Sinne einer Gleichstellung nicht richtig wäre.

Vielmehr repräsentiert jede der aufgeführten Substanzen ein eigenständiges Profil (siehe Text). Bei entsprechender Dosierung können diese Fluorchinolone bei schweren und systemischen Infektionen bei Beachtung der für die einzelnen Substanzen zugelassenen Indikationen sowohl parenteral als auch oral eingesetzt werden.

Ist Cefurax und Cefuroxim dasselbe?

Medikament – Patienteninformation für «Cefuroxim» 1.Was ist «Cefuroxim» und wofür wird es angewendet? 1.1.»Cefuroxim» enthält den Wirkstoff Cefuroxim, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antibiotika (Cephalosporine). Cefuroxim wird üblicherweise in Salzform als Cefuroximaxetil angewendet.601,74 mg Cefuroximaxetil entsprechen 500 mg Cefuroxim.

  • Cefuroxim zum Einnehmen gibt es üblicherweise als
  • – Filmtabletten, Tabletten oder überzogene Tabletten (Dragees) mit 125 mg, 250 mg oder 500 mg Cefuroxim,
  • – Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen mit 125 mg oder 250 mg Cefuroxim,
  • – Trockensaft mit 25 mg Cefuroxim in 1 ml (fertiger Suspension).
  • Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.

1.3.Cefuroxim wird üblicherweise angewendet

  1. – akute Rachen- und Mandelentzündung (Pharyngitis, Tonsillitis) verursacht von Streptokokken-Bakterien,
  2. – akute Mittelohrentzündung (Otitis media),
  3. – akute bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis),
  4. – akute Form einer chronischen Bronchitis,
  5. – Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes,
  6. – Infektionen der Niere und/oder ableitenden Harnwege (Zystitis, Pyelonephritis),
  7. – Frühstadium der Lyme-Borreliose (vorwiegend durch Zeckenbisse ausgelöste Infektion) wie Erythema migrans (kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle).

2.Was müssen Sie vor der Einnahme von «Cefuroxim» beachten? 2.1.»Cefuroxim» darf nicht angewendet werden, – wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Cefuroximaxetil, gegen andere Cephalosporine oder einen der sonstigen Bestandteile von «Cefuroxim» sind.

Bei in geeigneter Weise nachgewiesenen schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Überempfindlichkeitsreaktionen vom Sofort-Typ gegenüber anderen Betalaktam-Antibiotika (z.B. Penicilline).2.2.Besondere Vorsicht bei der Einnahme/Anwendung von «Cefuroxim» ist erforderlich Bei Patienten, die in ihrer Vorgeschichte eine Unverträglichkeitsreaktion auf Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika (wie z.B.

Penicilline) entwickelt haben. Es kann möglicherweise auch eine Überempfindlichkeit gegen Cefuroximaxetil bestehen. – Mit besonderer Vorsicht sollte «Cefuroxim» bei Personen angewendet werden, die in ihrer Vorgeschichte an ausgeprägten Allergien oder an Asthma litten oder zuvor eine Unverträglichkeitsreaktion auf Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika entwickelt haben.

  1. Bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft (z.B.
  2. Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Nesselsucht) ist das Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht, weshalb «Cefuroxim» in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollte.
  3. Bei Auftreten von schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B.

Anaphylaxie (siehe auch «4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?»), muss die Behandlung mit «Cefuroxim» sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt. – Die Anwendung von «Cefuroxim» kann wie jede Anwendung von Antibiotika zur Vermehrung von Candida führen.

  1. Die Anwendung über einen längeren Zeitraum kann ebenfalls zur Vermehrung von weiteren Erregern führen, die gegen das eingesetzte Arzneimittel unempfindlich sind (z.B.
  2. Enterococci und Clostridium difficile).
  3. Auf Zeichen einer möglichen Folgeinfektion mit solchen Erregern ist zu achten (z.B.
  4. Pilzbefall der Schleimhäute mit Rötung und weißlichen Belägen der Schleimhäute).

Eine Unterbrechung der Behandlung kann erforderlich sein. Folgeinfektionen sind entsprechend zu behandeln. Wenden Sie sich gegebenenfalls an Ihren Arzt. – Treten während oder in den ersten Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle auf, so ist an eine schwerwiegende Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) zu denken, die lebensbedrohlich sein kann.

In diesen Fällen ist das Antibiotikum sofort abzusetzen und der behandelnde Arzt zu informieren. Arzneimittel, die die Darmbeweglichkeit hemmen, sind kontraindiziert. – Wenn eine Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt wird, kann sehr häufig eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten (siehe auch «4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?») infolge der bakteriziden Wirkung des Antibiotikums auf Borrelia burgdorferi, den Erreger der Lyme-Borreliose. Dies ist eine übliche und normalerweise vorübergehende Folge der antibiotischen Therapie der Lyme-Borreliose.

  • Für Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 10 ml/min) gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe «3.
  • Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen?» unter Dosierung und «Wenn Sie eine größere Menge von «Cefuroxim» eingenommen haben, als Sie sollten»).
  • Für Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion gelten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Bei einer länger als 10 Tage dauernden Therapie sind Blutbildkontrollen (siehe auch «4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?») durchzuführen. Hinweis zu sonstigen Bestandteilen: Arzneimittel zum Einnehmen können verschiedene Zuckerarten enthalten. Bitte nehmen Sie diese daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

  • Aspartam als Quelle für Phenylalanin kann schädlich sein, wenn Sie Phenylketonurie haben.2.2.a) Kinder Für Kinder und Säuglinge (ab 3 Monate) gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe Abschnitt 3.
  • Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen?»).2.2.b) Ältere Menschen Für ältere Menschen gelten keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen, sofern keine starke Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt.2.2.c) Schwangerschaft Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Zu einer Anwendung von Cefuroximaxetil am Menschen in der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor. Bisher wurden keine schädigenden Wirkungen auf das ungeborene Kind beschrieben. Sie sollten «Cefuroxim» dennoch in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Drittel, nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt anwenden.

  • Cefuroxim» kann zu Erbrechen und Durchfall führen.
  • In diesem Fall kann die Wirksamkeit von «Cefuroxim» und/oder anderer von Ihnen eingenommener Arzneimittel (wie z.B.
  • Die empfängnisverhütende Wirkung der sogenannten «Antibabypille») beeinträchtigt werden.
  • Fragen Sie hierzu bei Bedarf Ihren Arzt oder Apotheker.2.2.d) Stillzeit Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über.

Sie dürfen «Cefuroxim» daher nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt anwenden. Der gestillte Säugling sollte auf mögliche Irritationen der Darmflora und Sprosspilzbesiedelung hin beobachtet werden.2.2.e) Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen Nach bisherigen Erfahrungen hat «Cefuroxim» in niedrigen bis mittleren Dosen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit.

  • In Einzelfällen sind Nebenwirkungen (siehe «4.
  • Welche Nebenwirkungen sind möglich?») beobachtet worden, die eine Ausübung der genannten Tätigkeiten beeinträchtigen oder unmöglich machen.
  • Daher müssen unter diesen Umständen (z.B.
  • Bei anaphylaktischem Schock, Schwindel) die genannten Tätigkeiten unterbleiben.2.3.Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Die Wirkung von «Cefuroxim» kann bei gleichzeitiger Behandlung mit nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen beeinflusst werden: – Cefuroximaxetil/Probenecid: Die gleichzeitige Gabe von Probenecid (Mittel gegen Gicht) führt zu einer Erhöhung der Cefuroxim-Konzentration im Serum und damit zu einer Wirkungsverlängerung, weil Probenecid die Ausscheidung von «Cefuroxim» über die Nieren hemmt.

  1. Cefuroximaxetil/möglicherweise nierenschädigende Arzneimittel und Schleifendiuretika: «Cefuroxim» kann die möglicherweise nierenschädigende Wirkung von Aminoglykosiden und von stark wirkenden harntreibenden Medikamenten (wie z.B.
  2. Furosemid und Etacrynsäure) verstärken.
  3. Lassen Sie daher bei gleichzeitiger Gabe, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, Ihre Nierenfunktion vom Arzt kontrollieren.

– Beeinflussung von labordiagnostischen Befunden: Unter der Behandlung mit «Cefuroxim» kann der Coombs-Test (Test auf bestimmte Antikörper) falsch positiv ausfallen. Ebenso können nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung gestört sein, d.h. ein falschpositives Resultat ergeben.

Deshalb ist der Harnzucker unter der Therapie mit «Cefuroxim» enzymatisch zu bestimmen.2.4.Bei Einnahme von «Cefuroxim» zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Aufnahme und Verteilung und somit die Verfügbarkeit des Arzneimittels sind erhöht, wenn die Einnahme nach einer Mahlzeit erfolgt.3.Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen? Nehmen Sie «Cefuroxim» immer genau nach Anweisung des Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.3.1.Art und Dauer der Anwendung Sie sollen «Cefuroxim» im Abstand von 12 Stunden einnehmen. Nehmen Sie «Cefuroxim» kurz nach einer Mahlzeit ein, da die Aufnahme aus dem Darm dann am besten ist.

Zubereitung mit Granulat: Bereiten Sie die Suspension erst unmittelbar vor Bedarf zu. Das Granulat wird unter sorgfältigem Umrühren in einem Glas Wasser suspendiert. Für Kleinkinder kann zur Zubereitung eine kleinere Wassermenge verwendet werden. Zubereitung mit Trockensaft: Geben Sie die abgemessene Wassermenge auf einmal in die Flasche und verschließen Sie diese.

Drehen Sie die Flasche um und schütteln Sie mindestens 15 Sekunden kräftig, bis das sandige Geräusch verschwindet (die Suspension ist jetzt flüssig). Die frisch zubereitete Suspension füllt die Flasche nur ca. zu einem Drittel. Die wesentlich größere Flasche wurde ausgewählt, um das Aufmischen der Suspension zu erleichtern.

  • Die Flasche vor jeder Einnahme kräftig schütteln, bis die Suspension wieder flüssig ist.
  • Die zubereitete Suspension ist bei Lagerung im Kühlschrank (2°C bis 8°C) 10 Tage haltbar.
  • Bei Behandlung des Frühstadiums der Lyme-Borreliose ist «Cefuroxim» mindestens 20 Tage lang einzunehmen.
  • Für Kinder bis 12 Jahre liegen bisher keine ausreichenden Erfahrungen in der Behandlung des Frühstadiums der Lyme-Borreliose vor.

Für Kinder unter 3 Monaten liegen keine ausreichenden Erfahrungen für die Behandlung mit Cefuroximaxetil vor. Bei Kindern dieser Altersgruppe ist Cefuroximaxetil daher nicht anzuwenden. Wenn Sie unter schweren Magen- und Darmstörungen mit Erbrechen und Durchfällen leiden, sollten Sie von der Einnahme von «Cefuroxim» absehen, da in diesen Fällen eine ausreichende Aufnahme aus dem Darm nicht gewährleistet ist.

Es sollte dann eine Anwendung als Spritze in Erwägung gezogen werden. Die Behandlungsdauer (normalerweise 5 bis 10 Tage) richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf der Erkrankung. Die Behandlung sollte mindestens zwei Tage über das Abklingen der Symptome hinaus durchgeführt werden. Bei Infektionen, die durch beta-hämolysierende Streptokokken (bestimmte Erregerart) verursacht sind, ist sicherheitshalber eine Therapiedauer von mindestens 10 Tagen angezeigt, um Spätkomplikationen in Form von rheumatischem Fieber und Erkrankung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) vorzubeugen.

Dosierung und Art der Verabreichung richten sich nach der Schwere der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers und dem Allgemeinzustand des Patienten.3.2.Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 3.2.a) Kinder ab 3 Monaten bis 12 Jahren (unter 40 kg Körpergewicht)

  • Je nach Schwere der Infektion erhalten Kinder ab 3 Monaten bis 5 Jahre eine Tages-Dosis von 20 bis 30 mg Cefuroxim pro kg Körpergewicht (KG), aufgeteilt in 2 Einzeldosen.
  • Für Kinder ab 2 Jahren mit Mittelohrentzündung sollte die höhere Tages-Dosis von 30 mg pro kg Körpergewicht, aufgeteilt in 2 Einzeldosen, gegeben werden.
  • Die nachfolgenden Dosierungsangaben beruhen auf der Berechnungsgrundlage einer Tages-Dosis von 20 bis 30 mg pro kg Körpergewicht bei leichten bis mittelschweren Infektionen:
  • bis 3 Monate – ½ Jahr (4 bis 6 kg): 2-mal täglich 62,5 mg Cefuroxim.
  • – ½ bis 1 Jahr (6 bis 10 kg): 2-mal täglich 62,5 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim.
  • bis 1 Jahr bis 3 Jahre (10 bis 15 kg): 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 187,5 mg Cefuroxim.
  • bis 3 Jahre bis 5 Jahre (15 bis 20 kg): 2-mal täglich 187,5 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim.
  • – Über 5 Jahre (> 20 kg): 2-mal 250 mg Cefuroxim.

Für Kinder ab 3 Monaten bis 2 Jahre sollte eine Tages-Dosis von 250 mg Cefuroxim nicht überschritten werden. Für Kinder von 2 bis 12 Jahren sollte eine Tages-Dosis von 500 mg nicht überschritten werden. Bei Mittelohrentzündung sollten Kindern ab 2 Jahren 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim gegeben werden.3.2.b) Erwachsene und Kinder über 12 Jahre (ab 40 kg Körpergewicht) 3.2.b.1.Infektionen der oberen Atemwege einschließlich Hals-, Nasen- und Ohrenbereich (Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Rachen- und Mandelentzündung) 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim.

  • Akute Streptokokken-Tonsillitis und Pharyngitis, akute bakterielle Sinusitis: 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim.
  • Akute Mittelohrentzündung (Otitis media): 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim.3.2.b.2.Infektionen der unteren Atemwege Akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis: 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim in Abhängigkeit von der Schwere des Krankheitsbildes und der Art der Infektion.

Lungenentzündung (Pneumonie): 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim.3.2.b.3.Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim.3.2.b.4.Infektionen der Nieren und/oder der ableitenden Harnwege 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim.3.2.b.5.Unkomplizierte Harnwegsinfektionen der Frau 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim.3.2.b.6.Lyme-Borreliose im Frühstadium (Erythema migrans) 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim für 14 (10 bis 21) Tage.3.2.c) Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei älteren Patienten Sofern die jeweilige Tageshöchst-Dosis bei Erwachsenen und bei älteren Patienten nicht überschritten wird, braucht die Dosis bei Vorliegen einer nur leicht bis mäßig eingeschränkten Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance in einem Bereich von bis zu 30 ml/min) nicht herabgesetzt zu werden.

  1. Akute Vergiftungen mit Cefuroxim sind bisher nicht bekannt geworden.
  2. Bei bestimmten Risikokonstellationen und bei Gabe sehr hoher Dosen können Cephalosporine zentralnervöse Erregungszustände verursachen und zu Schüttelkrämpfen führen.
  3. – Im Notfall sind alle erforderlichen intensivmedizinischen Maßnahmen angezeigt.
  4. – Hohe Serumkonzentrationen können durch Hämodialyse («Blutwäsche») reduziert werden.
  5. – Bei motorischer Erregung oder Krampfzuständen können Antikonvulsiva (Mittel gegen Krämpfe).

3.4.Wenn Sie die Einnahme von «Cefuroxim» vergessen haben Eine vergessene Gabe sollte bis zur nächsten regulären Gabe nachgeholt werden.3.5.Auswirkungen, wenn die Behandlung mit «Cefuroxim» abgebrochen wird Um das Fortbestehen bzw. erneute Auftreten der Infektion zu vermeiden, sollten Sie «Cefuroxim» regelmäßig und in der von Ihrem Arzt verschriebenen Dosierung einnehmen.

  • Wie alle Arzneimittel kann «Cefuroxim» Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
  • – sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
  • – häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
  • – gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
  • – selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
  • – sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
  • – Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden

4.1.Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten? Ein anaphylaktischer Schock tritt im Allgemeinen bis zu einer halben Stunde nach Verabreichung auf und ist lebensbedrohlich. Er erfordert sofortige entsprechende Notfallmaßnahmen! Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.

  1. Folgende extrem seltene Nebenwirkungen können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein.
  2. Darum ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt: – Pseudomembranöse Kolitis: Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Elobact-Trockensaft in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und gegebenenfalls sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z.B.

Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. – Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxie): Hier muss die Behandlung mit Elobact-Trockensaft sofort abgebrochen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden.

Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen: Die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z.B. Atemwege freihalten). Es wurden außerdem folgende Nebenwirkungen beobachtet: 4.1.a) Untersuchungen 4.1.a.1.Häufig Vorübergehender Anstieg von Leberenzymen im Serum (AST, ALT) und LDH.4.1.a.2.Gelegentlich Positiver Coombs-Test (u.U.

Einfluss auf Blutkreuzprobe).4.1.b) Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems 4.1.b.1.Häufig Eosinophilie.4.1.b.2.Gelegentlich Leukozytopenie, Neutrozytopenie, Thrombozytopenie.4.1.c) Erkrankungen des Nervensystems 4.1.c.1.Häufig Kopfschmerzen, Schwindel.4.1.c.2.Sehr selten Unruhe, Nervosität, Verwirrtheit oder Halluzinationen, vor allem bei älteren Patienten oder bei Patienten mit hohem Fieber oder schweren Infekten.4.1.d) Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts 4.1.d.1.Häufig Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall.4.1.d.2.Gelegentlich Erbrechen.4.1.d.3.Sehr selten Pseudomembranöse Kolitis (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium difficile)Hinweis: Eine Pseudomembranöse Kolitis ist eine durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung.

Sie kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige und angemessene Behandlung (siehe unter Gegenmaßnahmen).4.1.e) Infektionen und parasitäre Infektionen 4.1.e.1.Häufig Entzündung der Mund- und Scheidenschleimhaut, teilweise verursacht durch Hefepilz (Candida)-Superinfektionen.4.1.f) Erkrankungen des Immunsystems 4.1.f.1.Gelegentlich Hautausschlag.4.1.f.2.Selten Juckreiz, Nesselfieber (Urtikaria).4.1.f.3.Sehr selten Arzneimittelfieber, Serumkrankheit, Anaphylaxie, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Hautreaktionen mit hohem Fieber und Augenbeteiligung einhergehend) und Hautentzündungen bis zur Ablösung der oberen Hautschicht (toxisch epidermale Nekrolyse).4.1.g) Leber- und Gallenerkrankungen Sehr selten: Gelbsucht, Leberentzündung (Hepatitis).4.1.h) Weitere sehr häufige Nebenwirkungen Bei der Behandlung von Lyme-Borreliose im Frühstadium mit Cefuroximaxetil wurden sehr häufig Symptome wie Durchfall, Scheidenentzündung (Vaginitis) und Jarisch-Herxheimer-Reaktion beschrieben.

Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion äußert sich in Form von Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion auf die Freisetzung von Bestandteilen zerfallender Krankheitserreger, welche sich u.a.

  1. In Fieber oder einer Verstärkung der bereits vorhandenen Krankheitssymptome äußert.4.2.Gegenmaßnahmen Folgende extrem seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe oben) können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein.
  2. Darum ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt.

Pseudomembranöse Kolitis: Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit «Cefuroxim» in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist).

Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxis): Hier muss die Behandlung mit «Cefuroxim» sofort abgebrochen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen: Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z.B.

Atemwege freihalten). Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.5.Wie ist das Arzneimittel aufzubewahren? Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.

  • Saft/Suspension/Trockensaft: Nach Herstellung einer Lösung ist die Flasche üblicherweise verschlossen bei 2 °C bis 8 °C (im Kühlschrank) aufzubewahren und innerhalb der vom Hersteller angegebenen Zeit aufzubrauchen.
  • Bitte beachten Sie die Angaben der jeweiligen Hersteller, da diese im Einzelfall voneinander abweichen können.

Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden.

  1. 6.Quelle und Bearbeitungsstand
  2. Information der SCHOLZ Datenbank auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten
  3. Copyright by ePrax GmbH, München; November 2013 (5)

: Cefurax 500mg

Ist Ciprofloxacin ein Tetracyclin?

Antibiotika und Milchprodukte – Bei Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline, etwa Doxycylin und Gyrasehemmer, wie Ciprofloxacin und Levofloxacin, kann es passieren, dass sich Bestandteile an das Kalzium aus den Milchprodukten haften und Flocken bilden.

  • Der Körper kommt dann schlechter an den Wirkstoff heran.
  • Im zeitlichen Abstand von ein bis zwei Stunden ist die Aufnahme von Milchprodukten aber meistens kein Problem.
  • Auch Citrussäfte können die Wirkung von Antibiotika verringern.
  • Auf Alkohol sollte während einer Antibiotikatherapie ganz verzichtet werden.

Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen sind noch die geringeren Folgen. Manche Antibiotika hemmen Enzyme, die eine wichtige Rolle beim Abbau von Alkohol im Körper spielen. Ohne diese Enzyme können giftige Zerfallsprodukte bis hin zu extrem leberschädigenden Molekülen entstehen.

Welches Antibiotikum wirkt auf die bakterielle Gyrase?

Wirkmechanismus der Fluorchinolone: – Fluorchinolone (Gyrasehemmer) wirken bakterizid durch die Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase.

Ist cotrim ein Gyrasehemmer?

Brennen beim Wasserlassen – was kann es noch sein? – Immer wieder lässt sich trotz starker und rezidivierender Beschwerden mit Brennen beim Wasserlassen keine Keimbelastung des Urins nachweisen. Als Differenzialdiagnose zur Harnwegsinfektion kommt z.B.

  1. Eine Urethritis in Frage.
  2. Ursache hierfür ist oft eine Chlamydieninfektion der Harnröhre, die nur durch einen Abstrich nachgewiesen werden kann.
  3. Treten Brennen, Schmerzen oder Juckreiz konstant auf, ist an eine Kolpitis zu denken.
  4. Bei Frauen nach der Menopause kommt es durch Östrogenmangel häufig zu einer atrophischen Vulvovaginitis.

Die Behandlung erfolgt jeweils lokal. Bei Männern deuten die Symptome Schmerzen beim Wasserlassen, imperativer Harndrang, Schmerzen in der Dammregion insbesondere beim Stuhlgang, sowie Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl auf eine Prostatitis, die vom Urologen behandelt und kontrolliert werden muss.

  • Nach Ausschluss aller anderen Differenzialdiagnosen lautet die Diagnose Reizblase.
  • Da die Ursache der Reizblase unbekannt ist, gibt es auch keine eindeutigen Therapieempfehlungen.
  • Eine lokale oder systemische Östrogentherapie bringt bei postmenopausalen Frauen manchmal Linderung.
  • Eine Antibiotikatherapie ist manchmal erfolgreich, auch wenn kein Erreger gefunden wurde.

Psychotherapie oder köpertherapeutische Verfahren können angezeigt sein. Invasive Verfahren und instrumentelle Eingriffe sind zu vermeiden. Quelle www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/015-009.htm: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Urogynäkologie «Harnwegsinfekt», 2006.

  1. Www.degam.de: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin www.degam.de/typo/index.php?id=brennenbeimwasserlassen: Übersicht über internationale Leitlinien.
  2. Www.degam.de/leitlinien/LL_BrennenNetz.pdf: Langfassung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin «Brennen beim Wasserlassen» (2007).

www.degam.de/leitlinien/Kurzversion_Brennen.pdf: Kurzfassung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin «Brennen beim Wasserlassen» (2003). Lennecke, K.; et al.: Therapie-Profile für die Kitteltasche. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart (2006).

Welche Alternative zu Ciprofloxacin?

Amoxicillin, Cefuroxim, Azithromycin bei Nasennebenhöhlenentzündung – Welche Antibiotika sollte der Arzt bei Sinusitis verschreiben? Als erste Wahl gilt:

Amoxicillin 3 x 500 mg/d oderCefuroxim 2 x 250 mg/d

Als einziger Vertreter der Cepahlosporine wirkt Cefuroxim relativ lang, so dass eine zweimal tägliche Einnahme genügt. Die empfohlene Therapiedauer umfasst fünf bis zehn Tage. Zweite Wahl stellen vor allem Makrolide dar:

Makrolide, zum Beispiel Azithromycin 500 mg/d für drei Tage

Ist Cefurax und Cefuroxim dasselbe?

Medikament – Patienteninformation für «Cefuroxim» 1.Was ist «Cefuroxim» und wofür wird es angewendet? 1.1.»Cefuroxim» enthält den Wirkstoff Cefuroxim, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antibiotika (Cephalosporine). Cefuroxim wird üblicherweise in Salzform als Cefuroximaxetil angewendet.601,74 mg Cefuroximaxetil entsprechen 500 mg Cefuroxim.

  • Cefuroxim zum Einnehmen gibt es üblicherweise als
  • – Filmtabletten, Tabletten oder überzogene Tabletten (Dragees) mit 125 mg, 250 mg oder 500 mg Cefuroxim,
  • – Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen mit 125 mg oder 250 mg Cefuroxim,
  • – Trockensaft mit 25 mg Cefuroxim in 1 ml (fertiger Suspension).
  • Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.

1.3.Cefuroxim wird üblicherweise angewendet

  1. – akute Rachen- und Mandelentzündung (Pharyngitis, Tonsillitis) verursacht von Streptokokken-Bakterien,
  2. – akute Mittelohrentzündung (Otitis media),
  3. – akute bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis),
  4. – akute Form einer chronischen Bronchitis,
  5. – Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes,
  6. – Infektionen der Niere und/oder ableitenden Harnwege (Zystitis, Pyelonephritis),
  7. – Frühstadium der Lyme-Borreliose (vorwiegend durch Zeckenbisse ausgelöste Infektion) wie Erythema migrans (kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle).

2.Was müssen Sie vor der Einnahme von «Cefuroxim» beachten? 2.1.»Cefuroxim» darf nicht angewendet werden, – wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Cefuroximaxetil, gegen andere Cephalosporine oder einen der sonstigen Bestandteile von «Cefuroxim» sind.

  • Bei in geeigneter Weise nachgewiesenen schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Überempfindlichkeitsreaktionen vom Sofort-Typ gegenüber anderen Betalaktam-Antibiotika (z.B.
  • Penicilline).2.2.Besondere Vorsicht bei der Einnahme/Anwendung von «Cefuroxim» ist erforderlich Bei Patienten, die in ihrer Vorgeschichte eine Unverträglichkeitsreaktion auf Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika (wie z.B.

Penicilline) entwickelt haben. Es kann möglicherweise auch eine Überempfindlichkeit gegen Cefuroximaxetil bestehen. – Mit besonderer Vorsicht sollte «Cefuroxim» bei Personen angewendet werden, die in ihrer Vorgeschichte an ausgeprägten Allergien oder an Asthma litten oder zuvor eine Unverträglichkeitsreaktion auf Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika entwickelt haben.

  • Bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft (z.B.
  • Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Nesselsucht) ist das Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht, weshalb «Cefuroxim» in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollte.
  • Bei Auftreten von schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B.

Anaphylaxie (siehe auch «4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?»), muss die Behandlung mit «Cefuroxim» sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt. – Die Anwendung von «Cefuroxim» kann wie jede Anwendung von Antibiotika zur Vermehrung von Candida führen.

  1. Die Anwendung über einen längeren Zeitraum kann ebenfalls zur Vermehrung von weiteren Erregern führen, die gegen das eingesetzte Arzneimittel unempfindlich sind (z.B.
  2. Enterococci und Clostridium difficile).
  3. Auf Zeichen einer möglichen Folgeinfektion mit solchen Erregern ist zu achten (z.B.
  4. Pilzbefall der Schleimhäute mit Rötung und weißlichen Belägen der Schleimhäute).

Eine Unterbrechung der Behandlung kann erforderlich sein. Folgeinfektionen sind entsprechend zu behandeln. Wenden Sie sich gegebenenfalls an Ihren Arzt. – Treten während oder in den ersten Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle auf, so ist an eine schwerwiegende Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) zu denken, die lebensbedrohlich sein kann.

In diesen Fällen ist das Antibiotikum sofort abzusetzen und der behandelnde Arzt zu informieren. Arzneimittel, die die Darmbeweglichkeit hemmen, sind kontraindiziert. – Wenn eine Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt wird, kann sehr häufig eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten (siehe auch «4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?») infolge der bakteriziden Wirkung des Antibiotikums auf Borrelia burgdorferi, den Erreger der Lyme-Borreliose. Dies ist eine übliche und normalerweise vorübergehende Folge der antibiotischen Therapie der Lyme-Borreliose.

  • Für Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 10 ml/min) gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe «3.
  • Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen?» unter Dosierung und «Wenn Sie eine größere Menge von «Cefuroxim» eingenommen haben, als Sie sollten»).
  • Für Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion gelten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Bei einer länger als 10 Tage dauernden Therapie sind Blutbildkontrollen (siehe auch «4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?») durchzuführen. Hinweis zu sonstigen Bestandteilen: Arzneimittel zum Einnehmen können verschiedene Zuckerarten enthalten. Bitte nehmen Sie diese daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Aspartam als Quelle für Phenylalanin kann schädlich sein, wenn Sie Phenylketonurie haben.2.2.a) Kinder Für Kinder und Säuglinge (ab 3 Monate) gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe Abschnitt 3. «Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen?»).2.2.b) Ältere Menschen Für ältere Menschen gelten keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen, sofern keine starke Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt.2.2.c) Schwangerschaft Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Zu einer Anwendung von Cefuroximaxetil am Menschen in der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor. Bisher wurden keine schädigenden Wirkungen auf das ungeborene Kind beschrieben. Sie sollten «Cefuroxim» dennoch in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Drittel, nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt anwenden.

  • Cefuroxim» kann zu Erbrechen und Durchfall führen.
  • In diesem Fall kann die Wirksamkeit von «Cefuroxim» und/oder anderer von Ihnen eingenommener Arzneimittel (wie z.B.
  • Die empfängnisverhütende Wirkung der sogenannten «Antibabypille») beeinträchtigt werden.
  • Fragen Sie hierzu bei Bedarf Ihren Arzt oder Apotheker.2.2.d) Stillzeit Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über.

Sie dürfen «Cefuroxim» daher nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt anwenden. Der gestillte Säugling sollte auf mögliche Irritationen der Darmflora und Sprosspilzbesiedelung hin beobachtet werden.2.2.e) Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen Nach bisherigen Erfahrungen hat «Cefuroxim» in niedrigen bis mittleren Dosen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit.

  1. In Einzelfällen sind Nebenwirkungen (siehe «4.
  2. Welche Nebenwirkungen sind möglich?») beobachtet worden, die eine Ausübung der genannten Tätigkeiten beeinträchtigen oder unmöglich machen.
  3. Daher müssen unter diesen Umständen (z.B.
  4. Bei anaphylaktischem Schock, Schwindel) die genannten Tätigkeiten unterbleiben.2.3.Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Die Wirkung von «Cefuroxim» kann bei gleichzeitiger Behandlung mit nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen beeinflusst werden: – Cefuroximaxetil/Probenecid: Die gleichzeitige Gabe von Probenecid (Mittel gegen Gicht) führt zu einer Erhöhung der Cefuroxim-Konzentration im Serum und damit zu einer Wirkungsverlängerung, weil Probenecid die Ausscheidung von «Cefuroxim» über die Nieren hemmt.

  • Cefuroximaxetil/möglicherweise nierenschädigende Arzneimittel und Schleifendiuretika: «Cefuroxim» kann die möglicherweise nierenschädigende Wirkung von Aminoglykosiden und von stark wirkenden harntreibenden Medikamenten (wie z.B.
  • Furosemid und Etacrynsäure) verstärken.
  • Lassen Sie daher bei gleichzeitiger Gabe, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, Ihre Nierenfunktion vom Arzt kontrollieren.

– Beeinflussung von labordiagnostischen Befunden: Unter der Behandlung mit «Cefuroxim» kann der Coombs-Test (Test auf bestimmte Antikörper) falsch positiv ausfallen. Ebenso können nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung gestört sein, d.h. ein falschpositives Resultat ergeben.

Deshalb ist der Harnzucker unter der Therapie mit «Cefuroxim» enzymatisch zu bestimmen.2.4.Bei Einnahme von «Cefuroxim» zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Aufnahme und Verteilung und somit die Verfügbarkeit des Arzneimittels sind erhöht, wenn die Einnahme nach einer Mahlzeit erfolgt.3.Wie ist «Cefuroxim» einzunehmen? Nehmen Sie «Cefuroxim» immer genau nach Anweisung des Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.3.1.Art und Dauer der Anwendung Sie sollen «Cefuroxim» im Abstand von 12 Stunden einnehmen. Nehmen Sie «Cefuroxim» kurz nach einer Mahlzeit ein, da die Aufnahme aus dem Darm dann am besten ist.

  1. Zubereitung mit Granulat: Bereiten Sie die Suspension erst unmittelbar vor Bedarf zu.
  2. Das Granulat wird unter sorgfältigem Umrühren in einem Glas Wasser suspendiert.
  3. Für Kleinkinder kann zur Zubereitung eine kleinere Wassermenge verwendet werden.
  4. Zubereitung mit Trockensaft: Geben Sie die abgemessene Wassermenge auf einmal in die Flasche und verschließen Sie diese.

Drehen Sie die Flasche um und schütteln Sie mindestens 15 Sekunden kräftig, bis das sandige Geräusch verschwindet (die Suspension ist jetzt flüssig). Die frisch zubereitete Suspension füllt die Flasche nur ca. zu einem Drittel. Die wesentlich größere Flasche wurde ausgewählt, um das Aufmischen der Suspension zu erleichtern.

Die Flasche vor jeder Einnahme kräftig schütteln, bis die Suspension wieder flüssig ist. Die zubereitete Suspension ist bei Lagerung im Kühlschrank (2°C bis 8°C) 10 Tage haltbar. Bei Behandlung des Frühstadiums der Lyme-Borreliose ist «Cefuroxim» mindestens 20 Tage lang einzunehmen. Für Kinder bis 12 Jahre liegen bisher keine ausreichenden Erfahrungen in der Behandlung des Frühstadiums der Lyme-Borreliose vor.

Für Kinder unter 3 Monaten liegen keine ausreichenden Erfahrungen für die Behandlung mit Cefuroximaxetil vor. Bei Kindern dieser Altersgruppe ist Cefuroximaxetil daher nicht anzuwenden. Wenn Sie unter schweren Magen- und Darmstörungen mit Erbrechen und Durchfällen leiden, sollten Sie von der Einnahme von «Cefuroxim» absehen, da in diesen Fällen eine ausreichende Aufnahme aus dem Darm nicht gewährleistet ist.

Es sollte dann eine Anwendung als Spritze in Erwägung gezogen werden. Die Behandlungsdauer (normalerweise 5 bis 10 Tage) richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf der Erkrankung. Die Behandlung sollte mindestens zwei Tage über das Abklingen der Symptome hinaus durchgeführt werden. Bei Infektionen, die durch beta-hämolysierende Streptokokken (bestimmte Erregerart) verursacht sind, ist sicherheitshalber eine Therapiedauer von mindestens 10 Tagen angezeigt, um Spätkomplikationen in Form von rheumatischem Fieber und Erkrankung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) vorzubeugen.

Dosierung und Art der Verabreichung richten sich nach der Schwere der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers und dem Allgemeinzustand des Patienten.3.2.Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 3.2.a) Kinder ab 3 Monaten bis 12 Jahren (unter 40 kg Körpergewicht)

  • Je nach Schwere der Infektion erhalten Kinder ab 3 Monaten bis 5 Jahre eine Tages-Dosis von 20 bis 30 mg Cefuroxim pro kg Körpergewicht (KG), aufgeteilt in 2 Einzeldosen.
  • Für Kinder ab 2 Jahren mit Mittelohrentzündung sollte die höhere Tages-Dosis von 30 mg pro kg Körpergewicht, aufgeteilt in 2 Einzeldosen, gegeben werden.
  • Die nachfolgenden Dosierungsangaben beruhen auf der Berechnungsgrundlage einer Tages-Dosis von 20 bis 30 mg pro kg Körpergewicht bei leichten bis mittelschweren Infektionen:
  • bis 3 Monate – ½ Jahr (4 bis 6 kg): 2-mal täglich 62,5 mg Cefuroxim.
  • – ½ bis 1 Jahr (6 bis 10 kg): 2-mal täglich 62,5 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim.
  • bis 1 Jahr bis 3 Jahre (10 bis 15 kg): 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 187,5 mg Cefuroxim.
  • bis 3 Jahre bis 5 Jahre (15 bis 20 kg): 2-mal täglich 187,5 mg Cefuroxim bis 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim.
  • – Über 5 Jahre (> 20 kg): 2-mal 250 mg Cefuroxim.

Für Kinder ab 3 Monaten bis 2 Jahre sollte eine Tages-Dosis von 250 mg Cefuroxim nicht überschritten werden. Für Kinder von 2 bis 12 Jahren sollte eine Tages-Dosis von 500 mg nicht überschritten werden. Bei Mittelohrentzündung sollten Kindern ab 2 Jahren 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim gegeben werden.3.2.b) Erwachsene und Kinder über 12 Jahre (ab 40 kg Körpergewicht) 3.2.b.1.Infektionen der oberen Atemwege einschließlich Hals-, Nasen- und Ohrenbereich (Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Rachen- und Mandelentzündung) 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim.

Akute Streptokokken-Tonsillitis und Pharyngitis, akute bakterielle Sinusitis: 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim. Akute Mittelohrentzündung (Otitis media): 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim.3.2.b.2.Infektionen der unteren Atemwege Akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis: 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim in Abhängigkeit von der Schwere des Krankheitsbildes und der Art der Infektion.

Lungenentzündung (Pneumonie): 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim.3.2.b.3.Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes 2-mal täglich 250 mg bzw.2-mal 500 mg Cefuroxim.3.2.b.4.Infektionen der Nieren und/oder der ableitenden Harnwege 2-mal täglich 250 mg Cefuroxim.3.2.b.5.Unkomplizierte Harnwegsinfektionen der Frau 2-mal täglich 125 mg Cefuroxim.3.2.b.6.Lyme-Borreliose im Frühstadium (Erythema migrans) 2-mal täglich 500 mg Cefuroxim für 14 (10 bis 21) Tage.3.2.c) Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei älteren Patienten Sofern die jeweilige Tageshöchst-Dosis bei Erwachsenen und bei älteren Patienten nicht überschritten wird, braucht die Dosis bei Vorliegen einer nur leicht bis mäßig eingeschränkten Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance in einem Bereich von bis zu 30 ml/min) nicht herabgesetzt zu werden.

  1. Akute Vergiftungen mit Cefuroxim sind bisher nicht bekannt geworden.
  2. Bei bestimmten Risikokonstellationen und bei Gabe sehr hoher Dosen können Cephalosporine zentralnervöse Erregungszustände verursachen und zu Schüttelkrämpfen führen.
  3. – Im Notfall sind alle erforderlichen intensivmedizinischen Maßnahmen angezeigt.
  4. – Hohe Serumkonzentrationen können durch Hämodialyse («Blutwäsche») reduziert werden.
  5. – Bei motorischer Erregung oder Krampfzuständen können Antikonvulsiva (Mittel gegen Krämpfe).

3.4.Wenn Sie die Einnahme von «Cefuroxim» vergessen haben Eine vergessene Gabe sollte bis zur nächsten regulären Gabe nachgeholt werden.3.5.Auswirkungen, wenn die Behandlung mit «Cefuroxim» abgebrochen wird Um das Fortbestehen bzw. erneute Auftreten der Infektion zu vermeiden, sollten Sie «Cefuroxim» regelmäßig und in der von Ihrem Arzt verschriebenen Dosierung einnehmen.

  • Wie alle Arzneimittel kann «Cefuroxim» Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
  • – sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
  • – häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
  • – gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
  • – selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
  • – sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
  • – Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden

4.1.Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten? Ein anaphylaktischer Schock tritt im Allgemeinen bis zu einer halben Stunde nach Verabreichung auf und ist lebensbedrohlich. Er erfordert sofortige entsprechende Notfallmaßnahmen! Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.

  1. Folgende extrem seltene Nebenwirkungen können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein.
  2. Darum ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt: – Pseudomembranöse Kolitis: Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Elobact-Trockensaft in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und gegebenenfalls sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z.B.

Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. – Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxie): Hier muss die Behandlung mit Elobact-Trockensaft sofort abgebrochen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden.

  • Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen: Die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z.B.
  • Atemwege freihalten).
  • Es wurden außerdem folgende Nebenwirkungen beobachtet: 4.1.a) Untersuchungen 4.1.a.1.Häufig Vorübergehender Anstieg von Leberenzymen im Serum (AST, ALT) und LDH.4.1.a.2.Gelegentlich Positiver Coombs-Test (u.U.

Einfluss auf Blutkreuzprobe).4.1.b) Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems 4.1.b.1.Häufig Eosinophilie.4.1.b.2.Gelegentlich Leukozytopenie, Neutrozytopenie, Thrombozytopenie.4.1.c) Erkrankungen des Nervensystems 4.1.c.1.Häufig Kopfschmerzen, Schwindel.4.1.c.2.Sehr selten Unruhe, Nervosität, Verwirrtheit oder Halluzinationen, vor allem bei älteren Patienten oder bei Patienten mit hohem Fieber oder schweren Infekten.4.1.d) Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts 4.1.d.1.Häufig Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall.4.1.d.2.Gelegentlich Erbrechen.4.1.d.3.Sehr selten Pseudomembranöse Kolitis (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium difficile)Hinweis: Eine Pseudomembranöse Kolitis ist eine durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung.

Sie kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige und angemessene Behandlung (siehe unter Gegenmaßnahmen).4.1.e) Infektionen und parasitäre Infektionen 4.1.e.1.Häufig Entzündung der Mund- und Scheidenschleimhaut, teilweise verursacht durch Hefepilz (Candida)-Superinfektionen.4.1.f) Erkrankungen des Immunsystems 4.1.f.1.Gelegentlich Hautausschlag.4.1.f.2.Selten Juckreiz, Nesselfieber (Urtikaria).4.1.f.3.Sehr selten Arzneimittelfieber, Serumkrankheit, Anaphylaxie, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Hautreaktionen mit hohem Fieber und Augenbeteiligung einhergehend) und Hautentzündungen bis zur Ablösung der oberen Hautschicht (toxisch epidermale Nekrolyse).4.1.g) Leber- und Gallenerkrankungen Sehr selten: Gelbsucht, Leberentzündung (Hepatitis).4.1.h) Weitere sehr häufige Nebenwirkungen Bei der Behandlung von Lyme-Borreliose im Frühstadium mit Cefuroximaxetil wurden sehr häufig Symptome wie Durchfall, Scheidenentzündung (Vaginitis) und Jarisch-Herxheimer-Reaktion beschrieben.

Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion äußert sich in Form von Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion auf die Freisetzung von Bestandteilen zerfallender Krankheitserreger, welche sich u.a.

In Fieber oder einer Verstärkung der bereits vorhandenen Krankheitssymptome äußert.4.2.Gegenmaßnahmen Folgende extrem seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe oben) können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein. Darum ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt.

Pseudomembranöse Kolitis: Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit «Cefuroxim» in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist).

Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxis): Hier muss die Behandlung mit «Cefuroxim» sofort abgebrochen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen: Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z.B.

Atemwege freihalten). Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.5.Wie ist das Arzneimittel aufzubewahren? Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.

  • Saft/Suspension/Trockensaft: Nach Herstellung einer Lösung ist die Flasche üblicherweise verschlossen bei 2 °C bis 8 °C (im Kühlschrank) aufzubewahren und innerhalb der vom Hersteller angegebenen Zeit aufzubrauchen.
  • Bitte beachten Sie die Angaben der jeweiligen Hersteller, da diese im Einzelfall voneinander abweichen können.

Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden.

  1. 6.Quelle und Bearbeitungsstand
  2. Information der SCHOLZ Datenbank auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten
  3. Copyright by ePrax GmbH, München; November 2013 (5)

: Cefurax 500mg